Angelika Rainer zu Besuch im Iran (c) Archiv Angelika Rainer
Angelika Rainer zu Besuch im Iran (c) Archiv Angelika Rainer

Von Oktober bis November 2018 zog es die mehrfache Weltmeisterin im Eisklettern in den Iran. Die erste Reise, bei der, wie sie erzählt „nicht ein Wettkampf oder das Klettern einer besonders schwierigen Kletterroute im Vordergrund stand, sondern das Bereisen eines neuen Landes und vor allem der Kontakt mit den Einheimischen.“

Durch Freunde hat sie in das Land gefunden, das wir uns oft als Wüstenlandschaft vorstellen. In Wirklichkeit aber ist es von Bergen durchzogen, mit dem Elburs-Gebirge im Nordosten und dem Zagros-Gebirge, das sich über die gesamte westliche Hälfte des Landes erstreckt. Perfekt also für Angelika Rainer, denn natürlich lässt sie das Thema Klettern auch in der Ferne nicht los.

Fotostrecke: Angelika Rainer im Iran

Gemeinsam mit dem iranischen Bergsteigerverband hat sie einen Eiskletterkurs organisiert. An zwei Tagen übten 12 Frauen und 20 Männer die Technik und Angelika stand Rede und Antwort über ihr Training sowie ihre persönlichen Erfahrungen. Vor allem der den Frauen gewidmete Kurs ist ein Herzensprojekt, wie sie verrät.

Es gelang Angelika zudem, eine neue Drytoolingroute (Klettern mit Eispickeln und Steigeisen auf dem Felsen) als Trainingsmöglichkeit für die einheimischen Kletterer zu schaffen. Am letzten Tag ihrer Reise konnte sie die Route mit dem Grad D13, und damit eine der schwierigsten Routen des Landes in dieser Kletterdisziplin, erstbegehen.

Weitere Klettererfahrungen, wie an einem fantastisch strukturierten Felsen direkt über den Dächern der Stadt in Isfahan, die Teilnahme am Bisotun Kletterfestival sowie der Gipfelaufstieg auf den höchsten Berg des Landes, der Damawand mit 5.609 Metern, machten die Reise für die Berghaus-Athletin zu einem unvergesslichen Erlebnis. Im Gedächtnis geblieben ist Angelika aber neben den sportlichen Erlebnissen vor allem die umwerfende Gastfreundschaft.

„Wir wurden von allen Seiten, privat wie auch vom Bergsteigerverband, mit offenen Armen empfangen. Die Freude, Ausländer zu Gast zu haben und ihnen das Land zeigen zu dürfen, war sehr groß,“ erinnert sie sich mit einem Lächeln an ihre Zeit im Iran.