Textiltrends 2013: Kork, Moskitoschutz und Atmungsaktivität

Das Ende des Erfolgsweges ist nicht abzusehen. Outdoor-Bekleidung wird auch 2013 die Bergwelt, die Mittelgebirge oder die Küstenpfade dominieren. Doch auch in Europas Innenstädten wird Bekleidung für den Natursport zuhause sein.

Textiltrends 2013: Kork, Moskitoschutz und Atmungsaktivität Und noch eine Endmarke scheint unerreichbar: Wie viel Funktion passt noch in ein Outdoor-Hemd? Die Fachmesse OutDoor (12. bis 15. Juli 2012) beweist: Im Sommer 2013 werden Moskitoschutz und kühlende Funktionen hinzukommen.

Funktionskompetenz ist das eigentliche Plus der Outdoor-Branche. Alles was Outdoor ausmacht, muss funktionieren: Wasser abhalten und trotzdem atmen, robust und dennoch angenehm zu tragen sein, leicht aber auch abriebfest und dauerhaft. Diesen funktionellen Spagat erwarten die Verbraucher von Outdoor als Gegenpart zum schönen Schein der Modebranche, wo es zu häufig heißt: "Wer schön sein will, muss leiden." Dagegen verspricht Outdoor-Bekleidung Komfort, Wohlfühlen, Zuverlässigkeit, Dauerhaftigkeit, Bewegungsfreiheit und Schutz. Viele Funktionen klappen in einem abgestimmten Bekleidungssystem, was im Volksmund gerne als "Zwiebelsystem" bezeichnet wird. Andere werden aufwendig in das Faserpolymer integriert, wie ein Feuchtigkeitsmanagement, der Geruchs- oder UV-Schutz. Für den Sommer 2013 kommen zwei weitere Ausrüstungsfunktionen verstärkt hinzu: Insektenschutz und Kühlung.

Moskito- und Insektenschutz gewinnt an Bedeutung. Eine Anti-Moskitoausrüstung galt bisher vor allem auf Reisen als echtes Komfortthema. Vorreiter bei Insektenschutz ist der englische Spezialist für Travelwear Craghoppers. Hier setzt man schon seit einigen Jahren auf die "NosiLife"-Ausrüstung. Doch auch in unseren Breiten nimmt die Gefahr durch "eingewanderte" Moskitos zu. Helmut-Richard Autenrieth vom amerikanischen Hersteller Burlington sieht das Thema breiter aufgestellt: "'No Fly Zone' ist als Anti-Insektentechnologie auch gegen Zecken sehr wirksam und sollte in Kinderbekleidung Pflicht sein." Insektenschutz findet sich auch bei Columbia unter dem Namen „Insectblocker' und bei Jack Wolfskin als „Insect Repellent Fabric', so dass der Verbraucher 2013 einen stichfreien Sommer genießen kann.

Ganz andere Probleme erwarten etwa Bergläufer. "Warme Temperaturen und vor allem Hitze können Outdoor-Sportler extrem belasten", weiß Topher Gaylord, Präsident von Mountain Hardwear und selbst ein erfolgreicher Ultraläufer. Zur Erfrischung des Körpers käme dann ein Funktionsshirt mit Kühlsystem gerade recht. "'Cool.Q Zero' ist eine sichtbare Technologie, bei der kleine, mit Kühlmittel gefüllte Kreise in das Funktionsmaterial eingearbeitet sind. Diese kreisförmigen Polymere saugen den Schweiß auf und produzieren dadurch einen sofortigen und andauernden Kühlungseffekt." Kühlung in Textilien funktioniert durch einen endothermischen Prozess bei dem ein natürlicher Zuckeralkohol – Xylitol – durch Schweiß eine Reaktion hervorruft und so kühlt.

Wasserdichte und atmungsaktive Membranen sind Kernelemente von Outdoor. Der eine Teil der Gleichung, die Wasserdichte, ist seit Jahren zur Zufriedenheit gelöst. Man kann tatsächlich tagelang im Regen Wandern, Klettern oder einfach draußen sein, ohne nass zu werden. Der zweite Teil, die perfekte Atmungsaktivität, ist nach wie vor eine Herausforderung. Zwar ist man in mit vielen Membran-Innovationen dem Ziel immer näher gekommen, angekommen ist man noch nicht. Zur OutDoor 2012 schicken sich zwei weitere Membranen an, dem Gipfel der Atmungsaktivität zu erklimmen. Mit Hersteller „eVent DVL' legt ein alter Bekannter eine neue Membran vor:

"Das neue „DVL-Material' ist eine perfekte Lösung für aktive Verbraucher, die wirklich Leistung spüren wollen", so Matt Gowar, Geschäftsführer von Equip Outdoor Technologies, der Partnerentwickler der Membran. "Die einzige Sommerregenbekleidung, die bequem ist und keinen Schweißfilm auf der Haut hinterlässt." Das nimmt auch Hersteller Marmot mit seiner neuen Technologie für sich in Anspruch. "'FusionDri' verbindet die Eigenschaften einer wasserdichten Membran mit den Feuchtigkeit transportierenden Fähigkeiten der DriMesh-Technologie", sagt Sprecherin Sarah Seeger. Vor allem dem Komfort käme dadurch eine ganz andere Bedeutung zu.

Auch die Schweizer Innovationsschmiede Schoeller meldet sich auf der OutDoor zu Wort. Mit einer Corkshell-Technologie sei es gelungen, die "herausragenden Eigenschaften des Naturproduktes Kork mit denen von hochwertigen Funktionstextilien zu kombinieren", schwärmt Dagmar Signer, PR Schoeller. Corkshell könne als Softshell-Material eingesetzt werden und biete eine deutlich höhere Wärmedämmung als herkömmliche Softshells bei gleichzeitig hoher Atmungsaktivität und einem hervorragenden Tragekomfort.

Als Rohstoff nutzt Schoeller keinen neuen Kork, sondern ausgediente Weinflaschenkorken. Schoeller zeigt damit einen weiteren Trend bei Outdoor: Die Entwicklungsabteilungen berücksichtigen bei ihrer Suche nach funktionellen Ideallösungen immer stärker Recyclingmaterialien, Naturstoff und sauber produzierte Stoffe, um einem zertifizierten Nachhaltigkeitsanspruch gerecht zu werden und den ökologischen Fußabdruck klein zu halten.

Die OutDoor 2012 ist von Donnerstag, 12. bis Sonntag, 15. Juli nur für den Fachhandel geöffnet (Donnerstag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 17 Uhr). Weitere Informationen unter www.outdoor-show.de