Die Münchner Hexenmeister der Spaßwettkämpfe haben es erneut geschafft. Geradezu magisch scheint die Münchner Meisterschaft im Kletterzentrum München-Thalkirchen die süddeutsche Wettkampfkletterszene anzuziehen. Zum 5. Mal in Folge vermeldeten die veranstaltenden DAV-Sektionen Oberland und München auch in diesem Jahr wieder Teilnehmerrekord.

313 der 340 gemeldeten Teilnehmer gaben zum Veranstaltungsende ihren Laufzettel ab. Damit ist die Münchner Meisterschaft aktuell die größte Veranstaltung dieser Art in Deutschland. Zum ersten Mal wurde in Kombination mit der Tölzer Stadtmeisterschaft der „Oberlandcup“ ausgelobt. Sogar die Süddeutsche Zeitung berichtete, u.a. mit großem Photo auf der Seite 1 des Münchner Teils.

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Event für Jung und Alt
So war die 5. Münchener Meisterschaft angekündigt: Slackline-Contest, Bierkastenklettern, Hangelleiterwettbewerb, 2 Vorstiegsrouten je Wertungsklasse, 60 Boulder für Jugend und Erwachsene und 20 extra Kinderboulder, sowie der „Fight Gravity – Vortrag“ von OldSchool-Kletterstar Kurt Albert. Geboten wurde mehr: eine Menge Spaß für Jung und Alt, insbesondere das Finale war mit einer ganz eigenen Mischung aus Spannung und Heiterkeit kaum zu toppen.

Lange Schlangen vor den Routen
Aber eins nach dem anderen: Nach der Begrüßung durch die Verantwortlichen der veranstaltenden Sektionen München und Oberland sowie dem 1. Vorsitzenden der Tölzer Halle, Franz Melf, hasteten die Teilnehmer an die Wände. Viele anspruchsvolle Boulder, die zwischen UIAA 6 und 9 eincheckten, galt es zu bewältigen.

Wie auch die Jahre zuvor bildeten sich schnell lange Schlangen vor den Routen. Die leichteste Kinderroute wies den 5. Grad auf, die schwere Herrenroute wurde übereinstimmend bei 9+ eingestuft. Der traditionelle Mittagsschauer verschaffte vielen eine kurze Verschnaufpause. Zum Finale war eine Wettkampfwand extra an die Außenanlage montiert worden. Die ellenlangen Quergangsboulder forderten im ersten Go die beste Leistung.

David Firnenburg hervorragender 1. bei den Kindern
Am späten Nachmittag starteten die Kinder ins Finale: Bei den Jungen gewann nach Punkten mit einem „lichtjährigen“ Vorsprung eines der bundesweit besten Nachwuchstalente: David Firnenburg (Hannover) vor Florian Wientjes auf Platz 2 (München-Oberland) und Timo Hermann aus Marzling (Platz 3) Den Oberlandcup ergatterte sich ebenfalls David Firnenburg. Bei den Mädchen siegte Afra Hönig (Landshut) vor Helena Bezold (2.) und Lucie Plankensteiner (3.) die beide mit einem starken Team aus Erlangen an den Start gingen. Der Oberlandcup ging an Veronika Hofmann aus Peiting.

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Jugend Top
Bei der Jugend setzte sich der aktuelle Trend fort. Nicht wenige hätten auch bei den Erwachsenen ganz vorne mithalten können. So siegte bei den Jungs verdient Alex Megos (Erlangen) vor dem kampfstarken Leo Moser (2. Rang / München-Oberland) und dem bekannten Österreicher Laurenz Rudigier (3.). Den Oberlandcup holte sich durch seine überragende Leistung in Bad Tölz der erst 12. jährige Maxi Zwickelbauer (München-Oberland).

Die Mädels hatten das selbe Boulderproblem zu lösen wie später die Frauen. Bei den Mädels siegte mit einer klasse Leistung die starke Ronja Kellner (Landshut) vor Sarah Schützenberger (2.) und Luisa Deubzer (beide München Oberland) auf dem dritten Rang. Alle drei Vorgenannten waren letztes Jahr noch bei den Kindern gestartet. Luisa Deubzer gewann auf Grund ihrer erstklassigen Gesamtleistung den Oberlandcup. Ronja Kellner hätte mit ihrer Topbegehung auch bei den Damen auf Platz 1 gelegen!

Damenfinale
Es folgte die Siegerehrung der Kinder mit persönlichem Handschlag durch Kurt Albert. Auch die beiden (strahlenden) jüngsten Teilnehmer, Jahrgang 2000 und 2002, erhielten eine Anerkennungsurkunde von Kurt. Zu vorgerückter Stunde verfolgten im Anschluss mehrere Hundert Zuschauer gespannt den Auftritt der Damen.

Die Augsburgerin Antonia Schmidt siegte souverän vor der trickreich kletternden Kathrin Schierl (München-Oberland) und der erfahrenen Bea Lochner (die Mutter der jüngsten Teilnehmerin/München-Oberland). Katrin Lindemann aus Hausham konnte sich nicht nur wegen ihrer großartigen Leistung in Bad Tölz den Oberlandcup sichern. Die Damen verzauberten das Publikum mit viel „Esprit“ und sicherten den nachfolgenden Herren eine hervorragende Wettkampfatmosphäre.

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Ab 7 bleibt das T-Shirt liegen
Der Herrenboulder wurde mit „um 8a herum“ (franz. Skala) gehandelt. Eine sommerliche Nacht brach herein, Scheinwerferkegel richteten sich auf die Wettkampfwand. Der 13 jährige Max Rudigier, die Nr.1 der österreichischen B-Jugend machte mit einer „Vorklettereinlage“ klar, dass ab sofort hartes Bouldern angesagt war. Nachdem Vorjahressieger Arthur Korte (München-Oberland) im ersten Go aus der Wand platzte, ließ er es sich nicht nehmen auf Publikumsanforderung seine Muskelberge zu präsentieren, um dann allerdings im zweiten Go an der selben Stelle „das Handtuch“ zu werfen.

Das Publikum zeigte lautstark seine Zufriedenheit über die zur Schau gestellten „guten Definitionen“ an. Arthur erreichte Rang 3. Vor ihm auf das Trepperl kam mit einer eindrucksvollen Leistung der konzentrationsstarke Thomas Franze (2.) aus Hallbergmoos, ein Freizeitkletterer (nach eigener Aussage), der zufällig auch amtierender bayerischer Bouldermeister ist. Last but not least griff Bruno Vacka (Riedering), der Münchner Meister 2005 und Vorjahreszweiter, an. Der unbestrittene Höhepunkt des Abends war seine Vorstellung.

In dem sackharten Ausdauerbrett erkämpfte sich Bruno unter Anfeuerung der Zuschauer als einer von ganz Wenigen im zweiten Go das bessere Ergebnis und zugleich den Sieg. Das Publikum explodierte, als auch er anschließend erwartungsgemäß „den Fetzen in die Massen feuerte“ und bewies, dass gute Kletterer zumeist hervorragend definiert sind. Platz 1 für Bruno in allen Disziplinen. Der Oberlandcup ging an Martin Hufnagel aus Garmisch.

Kurt Albert lässt`s ausklingen
Nach 22.00 Uhr fanden sich noch viele bei entspannter Atmosphäre zu Kurt Alberts Multivisionsvortrag „Fight Gravity“ in der Halle ein. Kurt Albert, dem „Vater des Rotpunktkletterns“, einem Weggefährte von Wolfgang Güllich, gelang es noch einige Male die Zuschauer mit Hintergründigem und einer Menge Kletteranekdoten zum Lachen und Schmunzeln zu bringen. So klang ein weiterer großer Tag des Klettersportes in Süddeutschland aus.

Danksagung und Resumee
Viele engagierte Helfer, Betreuer, Eltern und insbesondere auch Sponsoren haben die Veranstaltung möglich gemacht. Besonderer Dank gilt dabei SPORT SCHUSTER, GORE TEX, SALEWA, ISPO sowie dem Trägerverein des Kletterzentrums München-Thalkirchen und den DAV Sektionen München und Oberland.

Zum Schluss kann man guten Gewissens resümieren: Klettern boomt nicht, es ist zum Breitensport geworden. Weiter so!

Download:
Ergebnis Kinder – weiblich (PDF)
Ergebnis Kinder – männlich (PDF)
Ergebnis Jugend – weiblich (PDF)
Ergebnis Jugend – männlich (PDF)
Ergebnis Damen (PDF)
Ergebnis Herren (PDF)