Nachdem der DAV Jugendkader in diesem Jahr bereits einige hervorragende Ergebnisse und Podiumsplätze einfahren konnte, konnte Jan Hojer (Frankfurt) zum Saisonende mit einem Sieg noch ein absolutes Highlight setzen.

Jan HojerBeim vorletzten EYS-Wettbewerb in Annecy (F) am warmen Südwestrand der Alpen holte Jan vor einem begeisterten Publikum mit einer erstklassigen Leistung in der Jugend A seinen ersten Sieg bei einem EYS-Wettbewerb und ließ dabei die gesamte Konkurrenz weit hinter sich.Das „very great Team Germany“, wie es der zeitweise rappende Moderator vorstellte, konnte beim vorletzten Saisonwettkampf insgesamt 6 Teilnehmer in die Finalrunden entsenden.

Wenig selektive Qualifikationsrouten

Die ausgezeichnet organisierte Veranstaltung wurde mit vergleichsweise simplen Qualis eröffnet. So gelang es z.B. fast allen Teilnehmern der weiblichen Jugend A die Quali 1 zu toppen. Es galt mehrheitlich in beiden Qualis den Umlenker zu clippen, um sich den Einzug ins Finale zu sichern. Nicht ganz gelang dies leider der jungen Ronja Kellner (Freising), die in der Jugend B den 19. Platz belegte.Isabell Leiner aus Zweibrücken, als Gaststarterin für den Jugendkader nach Annecy berufen, kam die zweite, entscheidende Qualiroute der Jugend B sehr entgegen und sie konnte sich mit zwei Top-Begehungen überraschend fürs Finale qualifizieren. Ebenso zogen, fast erwartungsgemäß, die beiden B-Jungs Sammy Adolph (München-Oberland) und das „Fastschonkadermitglied“ Alex Megos (Erlangen) ins Finale ein.

Marcel Dippon (Oberer Neckar) rauschte in der Jugend A nur ganz knapp mit Platz 11 am Finale vorbei. Ähnlich erging es Ines Dull (Allgäu-Kempten) bei den A-Mädels. Den vorletzten Griff der Quali 2 versuchte sie noch anzuschnappen und bekam ihn mit Minus gewertet. Sie belegte damit leider „nur“ Rang 12. Beide, Marcel und Ines schnitten damit unter ihrem Wert ab, da sie sonst eigentlich auch zum exklusiven Kreis der Finalanwärter zählen.

Luise Raab (Frankfurt) und Monika Retschy (München-Oberland), seit einem Jahr bei der europäischen Jugend A konstant im Mittelfeld dabei, konnten sich in den wenig selektiven Routen leider nicht profilieren und landeten beide auf Rang 18. Die vierte Jugend A-Dame im Bunde, Gaststarterin Lara Scharf (Frankfurt) wurde 22. Sicher hingegen der Finaleinzug der beiden weiteren A-Jugend Starter Jan Hojer und Robin Gray (Miesbach).

Bei den Junioren verkauften sich Mathias Conrad (Zweibrücken) und der Jugendkader-Gaststarter Joseph Wetzel (SBB) ebenfalls unter Wert: Beide rutschten bereits in der ersten Qualifikation mit einem Fußfehler ab und landeten im Endergebnis weit zurück auf Rang 18 und 22. Luisa Neumärker (SBB), die sich wiederholt einen Podiumsrang auf internationalen Jugendwettkämpfen erklettern konnte und aktuell noch in Reichweite eines Podiumsplatzes in der Gesamtwertung liegt, zog trotz einer gerade erst überstandenen Grippe mit 19 (!!) weiteren Konkurrentinnen ins Finale der Juniorinnen ein – auch hier waren die Qualirouten viel zu leicht gewesen und hatten somit eine wahre Schwemme an Finalistinnen, die beide Routen top geklettert waren, beschert.

Finale: Robin Gray in Bestform; Hojer nicht zu schlagen

Gegen Abend hatte sich in die große Mehrzweckhalle in Annecy das Publikum zahlreich eingefunden um das vorgezogenen Finale der Jugend A und Junioren zu verfolgen. Hier lieferte Robin Gray eine seiner bisher besten Wettkampfleistungen ab: Mit viel Elan und großer Entschlossenheit kämpfte er sich als zweiter Starter im Finale der Jugend A zwei Drittel der sehr boulderlastigen, anspruchsvollen Route hinauf. Hätte er den letzten Griff noch halten können und dazu fehlte nicht allzu viel, dann wäre er mit Platz zwei belohnt worden. So blieb knapp aufgrund des schlechteren Vorrundenergebnisses Rang 4 für ihn und damit sein bislang bestes Ergebnis auf der internationalen Wettkampfbühne.

Sein Jugend A-Kollege Jan Hojer jedoch war an diesem Abend nicht zu schlagen:  Mit der taktischen Finesse alter Wettkampfhasen (u.a. setzte er einen entscheidenden Knieklemmer zum Pausieren an einem pyramidenförmigen Volumen) und explosiver Entschlossenheit kletterte er seiner Konkurrenz weit davon. Als er am zweitletzten Haken realisierte, dass er bald abfallen würde, legte er „den Turbo ein“ und schaffte es sogar noch den nächsten Haken zu überklettern, freilich ohne ihn einzuhängen.

Seine erstklassige Leistung wurde mit dem Jubel des Publikums belohnt. Alle 5 Konkurrenten, die nach ihm starteten, darunter DER Topfavorit und Jugend-Weltmeister Mario Lechner aus Österreich platzten bereits weit unterhalb von Jans Höchstmarke aus der Wand. Damit erkletterte sich Jan verdient seinen ersten internationalen Sieg und hat sehr gute Karten, beim letzten EYS in Slowenien zum Vize-Europameister gekürt zu werden!