Alexander Huber, Jim „Nose in a day“ Bridwell, Thomas Huber

Letztes
Jahr kletterten Thomas und ich ein erstes Mal einen „Big Wall“ auf
Geschwindigkeit – oder „Speed“, wie es die kalifornischen Kletterer
nennen. Nach insgesamt drei Versuchen hatten wir in der „Zodiac“ eine
Zeit von 2h31min20sec vorgelegt – auf einer Route, für die eine
normale Seilschaft in  der Regel ganze drei Tage braucht. Mit all
der Energie, die wir in die freie Begehung der „Zodiac“ hineingesteckt
hatten, hatten wir den Vorteil, die Route besser zu kennen als
irgendeiner sonst.

Wir wussten aber auch, dass wir noch schneller sein könnten – wir
hatten bei unserer schnellsten Begehung noch einige Fehler gemacht, die
wir ausmerzen könnten. Dazu hatten wir noch einige taktische
Ideen, mit denen wir noch einige Minuten schneller sein könnten.
Also planten wir, in diesem Frühjahr nochmals ins Yosemite zu
reisen um die 2 Stunden – Marke zu unterbieten…

Thomas im unteren Teil

Im Juni dieses Jahres begannen wir schließlich ziemlich
methodisch an die „2 Stunden “ Marke heranzugehen: in einem ersten
Versuch kletterten wir in 3h50min durch die 600 Meter
überhängenden Granits – verhältnismäßig
langsam, weil wir einige der Passagen doppelt kletterten um die
optimalen Bewegungssequenzen zu finden. Es zahlte sich aus. Bereits
beim nächsten Versuch unterboten wir die alte Marke und kamen auf
2h28min.

Bei den weiteren Versuchen reduzierten wir die Zeit auf 2h15min und
2h10min. Bei diesem letzten Versuch übergab mir Thomas die
Führung für den zweiten Teil der Route nach etwa 57 Minuten.
Nachdem der zweite Teil der Route ein wenig länger ist, wusste
ich, dass wir keine Chance haben, eine Zeit von weniger als 2 Stunden
zu erreichen. Also kletterte ich, wie in der vorhergehenden Versuchen
auch, nicht mit „100% full speed“.

Alexander im oberen Teil

Am 17. Juni allerdings übergab Thomas nach genau 50min50sec! Das
wird der entscheidende Versuch! Dieses Mal musste ich alles geben,
„full speed“ and ich wusste, dass wir es dieses Mal schaffen
würden.

Schon während ich die letzte Seillänge kletterte begann ich
die Meute in den El Cap Meadows zu hören. Um die 50 Kletterer
hatten sich an den Wiesen unter dem El Capitan versammelt und – nachdem
sie wussten, dass wir es dieses Mal schaffen würden – feuerten uns
auf den letzten Metern an. Genau 1h51min und 34 sec nachdem Thomas den
Boden verlassen hatte erreichte er unter einem beeindruckenden Konzert
der „El Cap Rock Monkeys“ den Ausstieg der Zodiac und wir zwei hatten das Gefühl, dass es dieses Mal schnell genug war…

Alexander Huber

Siehe auch:
Bilder der Huber Buam bei der freien Begehung von
Zodiac

Huberbuam klettern Zodiac am El Capitan frei
Fotos der Speed Begehung von „Zodiac“
Fantastische Speed Begehung von „Zodiac“ durch die
Huberbuam

Link:
Seite der Huberbuam