Bronx

Im Rahmen der nationalen Cupserie des DAV im Sportklettern fand der dritte und letzte Deutsche Sportklettercup 2006 am 07. Oktober in Karlsruhe statt.

Nachdem in Frankenthal und Ingolstadt die ersten zwei Wettkämpfe der Serie erfolgreich gestartet wurden, traf sich nun die Kletterszene in der Kletteranlage artofclimbing in Karlsruhe. Dieser dritte Wettkampf stellte gleichzeitig das Finale des Dt. Sportklettercups dar. Es ging also nicht nur um die Tagessiege, sondern auch um die Gesamtsiege in der Serie und die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft.

Damen- und Herrenqualifikation

Die Herren-Viertelfinalroute ging „kerzengerade“ nur ca. 20 Züge nach oben. Am Beginn warteten positive Griffe, die zu athletischer Kletterei über zwei kleine Dächer zwangen. Anschließend folgte eine seichte Verschneidung, die in einem Dynamo zum Topgriff endete. Hier hatten auch die Favoriten zu kämpfen.

Andi Bindhammer platzte z.B. unerwartet von der Wand, für das Halbfinale langte es natürlich schon. Am souveränsten kletterte Markus Hoppe die Route (seine Vorbereitungswoche beinhaltete 4 Tage wohldosiertes Klettern am fränkischen Fels, einen Tag Formkontrolle im XXL in Dresden und anschließend 2 Tage Ruhepause).

Die Damen-Viertelfinalroute ging ebenso „straight forward“ in die Senkrechte. Das garantierte den Zuschauern keine langweiligen Sequenzen und sorgte für Powermoves von Anfang an. Sieben überhängende Meter und dann der knifflige Ausstieg über eine steile Viermeter-Platte. Lisa Knoche toppte überzeugend. Neben ihr kamen alle Favoritinnen eine Runde weiter.

Damen- und Herrenhalbfinale

DSCIn der zweiten Runde ging es für die Herren gleich kleingriffig und überhängend los, ein Ein-Meterdach mit einem Reichweitenzug folgte, dann ein steiler Ausstieg mit einem aufgeschraubten Volume und vier Tickmarks. Hier half nur „Beißen“. Markus Hoppe toppte als Einzigster und katapultierte sich zum Aspiranten Nummer Eins für den Sieg.

Neben ihm konnte nur Christian Bindhammer fast toppen. Seinem Bruder Andi wurde ein abgekletterter Schuh zum Verhängnis, der beim „Druckgeben“ auf der Platte wegrutschte. Schade für ihn und seine Fans, die ihn gern im Finale gesehen hätten.

Die Damen-Halbfinaltour verlief ähnlich, jedoch ohne Dach. Fast einem Highball-Boulder gleich waren nur 25 Züge zu ziehen. Für die Stimmung war das gut, denn kein Schütteln, Warten, sondern Action. Lisa Knoche, Irina Mittelman, Julia Winter, Juliane Wurm und Luisa Neumärker machten den besten Eindruck und machten sich danach locker fürs Finale.

Damenfinale

Das Damenfinale begann Saskia Schuster, die aber nach der Einstiegshangel mit folgender kleingriffiger Platte aus Kraftmangel scheiterte. Julia Winter als nächste kam schon bedeutend weiter, bis in die Ausstiegsplatte. An der dort angebrachten Volume konnte sie einen markierten Griff nur anschnappen, aber nicht halten. Irina Mittelman verlor im unteren Bereich Zeit und Kraft und ab Wandmitte ging nichts mehr. Ganz im Gegenteil dann Juliane Wurm.

Sie erreichte auch das Volume im Ausstieg, konnte die Tickmarks halten und sortieren, beim Weitergreifen konnte sie sich aber nicht mehr an der Wand halten. Sonja Schade glückte unten ein Clip nicht so recht, verlor Kraft und Zeit sowie den Halt. Lisa Knoche kam schließlich exakt so weit wie Juliane. Wegen des besseren Halbfinalergebnisses jedoch gewann sie den Bewerb!

Podium:
1. Lisa Knoche
2. Juliane Wurm
3. Julia Winter

Herrenfinale

DSCBei den Herren startete zuerst Stefan Danker. Er stürzte am Ende der ersten Schlüsselstelle an einem großen Volume. Tobias Gartmann kletterte irgendwie sehr angespannt und stürzte im Dachquergang noch vor dem Volume. Dann Benjamin Sillmann: Er begann zügig wie immer, kam gut zum Volume, musste sich aber dort geschlagen geben. Friedemann Walther schätzte das Volume als Schüttelpunkt falsch ein. Statt Erholung folgte nur Ermüdung und der Abgang.

Erst Johannes Lau kletterte ohne Pause sofort am Volume weiter und hatte so Reserven für die Ausstiegswand. Dort kletterte er zur Freude des Publikums bis zum drittletzten Griff. Markus Jung kam wie Lau schnell und gut voran. Er platzte am viertletzten Griff weg. Nun Christian Bindhammer: souverän und mit Reserven kam er in die Ausstiegswand.

Wie ein schlauer Fuchs meisterte er Griff nach Griff und toppte! Markus Hoppe hatte als Letzter nun Druck. Den meisterte er geschmeidig kletternd und to . . ; Nein! Den Topgriff hatte er in der Hand, aber hielt ihn aus unerklärlichen Gründen nicht und wurde der „tragische“ Zweite.

Podium:
1. Christian Bindhammer
2. Markus Hoppe
3. Johannes Lau

Gesamtwertung Deutscher Sportklettercup 2006

Herren
01. Bindhammer Christian, Allgäu-Kempten
02. Hoppe Markus, Sächsischer Bergsteigerbund
03. Danker Stefan, Landshut
04. Gartmann Tobias, Algäu-Kempten
05. Bindhammer Andreas, Allgäu-Kempten
06. Jung Markus, Siegerland
07. Lau Johannes, Frankenthal
07. Sillmann Benjamin, Freiburg
09. Gäbel Gunter, Sächsischer Bergsteigerbund
10. Wörner Maximilian, Kaufbeuren

Damen
01. Knoche Lisa, Freising
02. Winter Julia, Sächsischer Bergsteigerbund
03. Wurm Juliane, Dortmund
04. Mittelman Irina, Rheinland-Köln
05. Schade Sonja, Bielefeld
06. Schuster Saskia, Rheinland-Köln
07. Neumärker Luisa, Sächsischer Bergsteigerbund
08. Lau Katrin, Frankenthal
09. Böhm Anna Katharina, Sächsischer Bergsteigerbund
10. Holtzmeyer Ines, Kempten

Die besten 12 Herren (zzgl. A-Kaderathlet Timo Preußler) und und die besten 8 Damen in der Gesamtwertung des Deutschen Sportklettercups haben sich hiermit für die Deutsche Meisterschafte qualifiziert, die in Wuppertal (04. 11.) stattfinden wird.

Als Ausrichter fungierte die sehr engagierte Sektion Karlsruhe, die mit der logistischen Unterstützung der Abteilung Spitzenbergsport des DAV für perfekte Organisation sorgte. Die badische Freundlichkeit versprühte einen schönen Charme in der Halle.

Der DAV lädt nun alle Sportler und Zuschauer herzlich zur Deutschen Meisterschaft ein.

Unter www.digitalrock.de stehen Ergebnisse und Ranglisten.

Siehe auch:
www.alpenverein.de