Am 5. Juli 2018 brach Profi-Abenteurer Stefan Glowacz gemeinsam mit seinen Teamkollegen, dem Schweizer Fotografen und Arktisexperten Thomas Ulrich und dem Kletterer Philipp Hans aus Stuttgart zu seiner bisher längsten Expedition auf.

Coast to Coast: Stefan Glowacz auf seiner bisher längsten Expedition (c) Klaus Fengler
Coast to Coast: Stefan Glowacz auf seiner bisher längsten Expedition (c) Klaus Fengler

Für das Projekt „Coast to Coast 2018“ sind insgesamt etwa 100 Tage eingeplant. Das finale Ziel des Vorhabens, bei dem unterschiedliche sportliche Ansätze (Segeln, Snowkiten, Freiklettern an Big Walls, Skidurchquerung) kombiniert werden, ist Grönland, die größte Insel der Welt. Das Erreichen und Kombinieren verschiedener Ziele bzw. Sportarten versteht Glowacz als modernen Expeditionsansatz.

Getreu dem Motto „by fair means“ steht das Slow-Travel-Abenteuer unter der Prämisse, auf dem gesamten Hin- und Rückweg einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. Auf schnelle Transportmittel wie Flugzeuge oder Helikopter wird verzichtet.

Die insgesamt 6. Expedition von Stefan Glowacz in die Arktis startet daher nicht am Flughafen München, sondern in Starnberg, wo der 53-jährige Kletterer zu Hause ist. Den Weg an die Küste im Norden Schottlands legen die drei Abenteurer in einem Elektrofahrzeug zurück. Von dort aus geht es an Bord der 14 Meter langen Stahlyacht „Santa Maria“ an die Westküste Grönlands. Skipper Wolf Kloss (55) ursprünglich aus Weilheim, mit dem Stefan Glowacz bereits 1999 in die Antarktis aufbrach, plant für das Erreichen der Westküste etwa 21 Tage ein.

Nina Schlesener, Stefan Glowacz, Christian Schlesener und Klaus Fengler auf der OutDoor 2015 (c) Martin Joisten
Nina Schlesener, Stefan Glowacz, Christian Schlesener und Klaus Fengler auf der OutDoor 2015 (c) Martin Joisten

Ausgerüstet mit Transportschlitten, Ski und Snow-Kites starten Glowacz, Ulrich und Hans schließlich ab Eqip Sermia zur Durchquerung des Grönländischen Inlandeises an die etwa 1000 Kilometer entfernt Ostküste, was – je nach Verhältnissen – circa 40 Tage dauert, während Skipper Wolf Kloss auf seiner „Santa Maria“ ebenfalls die Ostküste ansteuert. Im Scoresbysund angekommen warten entlang des Fjords beeindruckende, über 1000 Meter hohe Big Walls auf Stefan Glowacz und seinen 24 alten Kletterpartner Philipp Hans aus Stuttgart.

Nach der im Idealfall erfolgreichen Erstbegehung tritt das vierköpfige Team auf der „Santa Maria“ den langen Heimweg über die Färöer Inseln nach Schottland an, wo man Ende Oktober für die Rückfahrt nach Bayern erneut in die dort abgestellten Elektrofahrzeuge steigt.