Beleuchtung der Erstbesteiger-Route am Matterhorn vom Stellisee. (c) Viktor Cortez, Zermatt

Heute in der Frühe begaben sich die 10 Bergführer des Alpin Center Zermatt, welche die Lampen montiert und unterhalten haben, zum letzten Mal ans Matterhorn. Ihre Mission: die Demontage der 50 LED Scheinwerfer. Diese wurden anlässlich des 150 Jahre Jubiläums „Erstbesteigung Matterhorn“ montiert und zeichneten Abend für Abend den Weg der Erstbesteiger des Matterhorns nach.

„Wir wollten auf eine würdige Art und Weise den Erstbesteigern des Matterhorns gedenken“, so der Projektleiter und Bergführer Benedikt Perren. Dies dürfte gelungen sein, gehörte doch die allabendliche Beleuchtung zu den Highlights der Feierlichkeiten im Matterhorndorf: wie eine Kette bestehend aus leuchtenden Diamanten baute sich die Erstbesteiger-Route auf um dann nach ein paar wenigen Minuten urplötzlich wieder zu erlöschen.

Nun ist Schluss: der Winter hat am Matterhorn bereits Einzug gehalten. Die Hörnlihütte ist geschlossen und die Route aufs „Hore“ wegen dem vielen Schnee nur noch schwer zu begehen. Höchste Zeit also, die Lampen einzusammeln. Die Bergführer müssen diese teilweise aus über einem Meter Schnee ausbuddeln, bevor die Verankerung am Fels gelöst und die Lampe zurück ins Tal geflogen werden kann.

Keine Wiederholung aus Respekt zum Berg

Die Beleuchtung war bei Einheimischen und Gäste sehr beliebt: jeden Abend fanden sich die Menschen bei den besten Foto-Points im Dorf ein um das stille Spektakel zu verfolgen. Viele tausend Bilder vom Matterhorn haben sich so über die Sozialen Medien in die Welt verbreitet. Trotz des Erfolges will man die Aktion nicht mehr wiederholen, sagt Daniel Luggen, Kurdirektor von Zermatt.

„Mit der Beleuchtung haben wir das Matterhorn für eine kurze Zeit inszeniert um auf die ausserordentliche Leistung vor 150 Jahren aufmerksam zu machen.“ Nun ist Schluss: aus Respekt gegenüber dem Berg bleibt die Beleuchtung eine einmalige Aktion. „Das Matterhorn ist auch ohne Lichter eine Attraktion“, so Luggen.

Trotzdem bleibt die Beleuchtung der Nachwelt erhalten. Die am Matterhorn eingesetzten Lichtboxen werden vom Zermatter Künstler Heinz Julen veredelt und machen so die Aktion als Kunstwerk unsterblich.