Das „Dach der Welt“: Der Everest 8848 m, neben Lhotse 8516 m, und Nuptse 7861 m (von li. nach re.) von Südwesten. (c) Stitzinger & von Melle – goclimbamountain.de
Das „Dach der Welt“: Der Everest 8848 m, neben Lhotse 8516 m, und Nuptse 7861 m (von li. nach re.) von Südwesten. (c) Stitzinger & von Melle – goclimbamountain.de

Anfang April soll es zum Mount Everest losgehen. Mit 8848 Metern Höhe ist er der höchste Berg unserer Erde und befindet sich im Mahalangur Himalaya, an der Grenze zwischen der nepalischen Khumbu-Region und dem nördlich davon gelegenen Tibet.

Der „Everest“ wurde nach dem britischen Landvermesser George Everest benannt, dem „Surveyor General of India“, Leiter der großen trigonometrischen Landvermessung Indiens durch die Briten Mitte des 19. Jahrhunderts. Auf Nepali wird der Berg seit je her auch als Sagarmatha („Stirn des Himmels“), auf Tibetisch als Qomolangma („Mutter des Universums“) bezeichnet.

Die erste Besteigung des Mount Everest gelang am 29. Mai 1953 dem Neuseeländer Edmund Hillary und dem Nepali Tenzing Norgay als Teilnehmer einer großen britischen Expedition. Der Südtiroler Reinhold Messner und der Österreicher Peter Habeler waren die ersten Menschen, die den Gipfel am 8. Mai 1978 ohne Verwendung von künstlichem Sauerstoff erreichten.

über 6000 Mal wurde der Mount Everest im Laufe der Jahre bis zum heutigen Tag bestiegen, zu zwei Dritteln über die nepalische Südroute, zu einem über die tibetische Nordroute. Der Anteil aller übrigen Routen am Berg an der Gipfelquote beträgt weniger als ein Prozent. Nur etwa 150 Bergsteigern insgesamt gelang die Besteigung ohne künstlichen Sauerstoff.

Luis Stitzinger (li.) und Alix von Melle (re.) am Gipfel der Shishapangma, 8027 m, ihres letzten Achttausendererfolgs. (c) Archiv Stitzinger & von Melle – goclimbamountain.de
Luis Stitzinger (li.) und Alix von Melle (re.) am Gipfel der Shishapangma, 8027 m, ihres letzten Achttausendererfolgs. (c) Archiv Stitzinger & von Melle – goclimbamountain.de

Nach wie vor stellt die sauerstofffreie Besteigung des Mount Everest eine extreme Herausforderung an der Grenze der menschlichen Leistungsfähigkeit dar. Das Ziel von Stitzinger und von Melle ist es, den Gipfel „by fair means“, eigenständig und ohne Träger oder künstlichen Sauerstoff, über den Nordgrat zu erreichen.

Sechs Gipfelerfolge an den höchsten Bergen der Welt sind dem Ehepaar bereits ohne die Verwendung von Flaschensauerstoff geglückt (Cho Oyu, Gasherbrum II, Nanga Parbat, Dhaulagiri, Broad Peak und Shishapangma). An drei Bergen (Makalu, K2, Manaslu) mussten sie umkehren.

62 Tage, vom 6. April bis zum 6. Juni 2015, ist das Bergsteigerpaar auf seiner Expedition zum Mount Everest unterwegs. Die Reise wird sie über Kathmandu (Nepal), Nyalam und Tingri (Tibet) zur chinesischen Nordseite des Berges und ins Basislager im Rongbuk-Tal führen, das von Amical alpin betreut wird.

Die Route über den Nordgrat führt vom ABC (6400 m – Advanced Basecamp bzw. Vorgeschobenes Basislager) mit drei Hochlagern (C1 7000 m, C2 7800 m, C3 8300 m) zum Gipfel. Die Schlüsselstellen sind eine steile, zerrissene Eisflanke hinauf zum North Col (7000 m), sowie die drei felsigen Steilstufen des Nordgrates, „First“, „Second“ und „Third Step“ auf der Gipfeletappe.

Während der gesamten Expedition werden Alex Brutscher (BR) sowie Hannes Künkel und Nils Peuse (Third Pole) für den Bayerischen Rundfunk berichten, hautnah und trimedial – also für TV, Hörfunk und Online.

Ein Web-Tagebuch läuft unter www.br.de/everest sowie unter www.goclimbamountain.de und der gleichnamigen Facebookseite.