Geländewagen rasen über Skipisten und Wanderwege, von Umweltbewusstsein keine Spur. Jüngste Werbekampagnen von Automobilherstellern degradieren die Alpen zur Werbefläche. mountain wilderness fordert ein Verbot von Geländefahrten zu Werbezwecken und verantwortungsvollere PR in der Autoindustrie.

Range Rover Sport – Inferno Downhill Challenge (Screenshot YouTube Video)
Range Rover Sport – Inferno Downhill Challenge (Screenshot YouTube Video)

Die Schilthornbahn AG berichtet über die erste Range Rover-Befahrung ihrer längsten Skipiste zu Werbezwecken. Ein Clip zeigt, wie der Geländewagen vom Schilthorn zu Tale rauscht, über Schnee, grüne Wiesen und durch Waldschneisen, gerne auch neben dem Weg bzw. der Piste. «Entstanden sind spektakuläre Bilder, die die eindrucksvolle Berglandschaft unserer Region aufzeigen», so Christoph Egger, Direktor der Schilthorn Bahn AG.

Alleine sind Land Rover und die Schilthornbahn AG mit ihrer Aktion allerdings nicht. Auch andere Autohersteller teilen solche Vorstellungen von Bergsport. Porsche zum Beispiel zeigt auf einem Werbebanner «Wintersport in der Schweiz mit dem Cayenne». Zu sehen ist ein SUV auf einer winterlichen Passstrasse, die Fahrbahnränder im Rennstreckenstil rot-weiss-gestreift. Im Hintergrund stapfen zwei Wintersportler mit geschulterten Skis zum wartenden Helikopter.

Ignoranz gegenüber Umweltbelangen

Längst sind Klima-, Umwelt- und Naturschutz allgegenwärtige Themen. Zunehmend reflektieren Menschen ihren Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Just in dieser Zeit ruft uns das Automarketing ein fröhliches «uns doch egal!» zu, während man sich auf der Website als umweltbewusst und als Kämpfer für eine bessere Welt verkauft.

Die Botschaft der aktuellen Werbekampagnen ist jedoch eine andere und geprägt von Egozentrik und Ignoranz. Weder der Natur noch anderen Naturnutzern wird Respekt gezollt, die Interessen einiger weniger wiegen schwerer.

Video: Range Rover Sport – Inferno Downhill Challenge

mountain wilderness fordert klare Grenzen

mountain wilderness wehrt sich vehement gegen motorisierte Mobilität in der Bergnatur zu Spass- oder Werbezwecken und fordert eine konsequente Einhaltung der geltenden Gesetze. Sonderbehandlungen für zahlende Unternehmen können nicht angehen. Die Berge dürfen nicht zur käuflichen Werbefläche verkommen. Des Weiteren kritisiert mountain wilderness solcherlei Werbung für die fragliche Botschaft, mit welcher sie, gewollt oder ungewollt, zum öffentlichen Diskurs beiträgt. Gerade jungen Leuten sollte ein anderes Bild von verantwortungsvoller Mobilität vermittelt werden.

Bleibt zu hoffen, dass sich eine Vielzahl potentieller Kunden an den dumpfen Action-Kampagnen stösst und sie in die gleiche Kategorie einordnet wie mountain wilderness – Prädikat: Inakzeptabel.

mountainwilderness.ch