Gastein24, das ist ein Schitourenrennen, wo man mit den Tourenschiern von Samstag 13.00 Uhr bis Sonntag 13.00 Uhr, 24 Stunden ununterbrochen ein und denselben Berg immer und immer wieder hinaufläuft und abfährt.

Eine Runde sind genau 508 Höhenmeter und die Teilnehmer können als Staffel oder als Einzelstarter an den Start gehen.
 
Dieses Jahr ließ ich mich noch einmal zur Faszination, 24 Stunden auf Tourenski hinreißen. Meine Motivation war heuer mein Team, welches aus meinen Freunden die mich im Mai-Juni zum Mount Mc.Kinley begleiten werden, zusammengesetzt.

So trat das Team „Blind Mc.Kinley“ als Viererstaffel bei Gastein24 zum großen Rennen an. Natürlich läuft es bei meinem Team nicht so ganz professionell ab, wie es bei den Spitzenteams bei solchen Rennen abläuft, wo jeder Handgriff bis ins kleinste Detail durchgeplant ist um nur ja nicht wertvolle Sekunden zu verlieren.

So haben die extremen Racingteams zum Beispiel die Strategie, dass die Staffel bei jedem Durchlauf den Mann wechselt, so dass jeder Läufer immer nur eine Runde Vollgas geht und dann eben die Zeit rasten kann, wo die anderen drei Partner an der Reihe sind. Da wird Kraft und Zeit natürlich am effizientesten eingeteilt.

Bei meinem Team waren aber ganz andere Voraussetzungen und so mussten wir die ersten 18 Stunden zu dritt gegen die Viererstaffeln kämpfen um dabei möglichst wenig zu verlieren, dass unser Joker, der um 7 Uhr morgens als unser vierter Mann ins Rennen einstieg, nicht all zu viel für uns gutmachen musste.
 
Das Team „Blind Mc.Kinley“ bestand eigentlich aus fünf Leuten, weil ich naturgemäß ja nicht alleine den Berg hoch laufen und wieder runterrasen kann. So gilt meinem Freund Andi Scharnagl meine besondere Hochachtung, hat er sich trotz seiner guten Chancen selber eine gute Platzierung für sich herauszulaufen dazu entschlossen, als mein persönlicher Begleiter meinem Team einen ganz wichtigen Dienst zu erweisen.
 
Thomas Nothdurfter war der Startläufer und Felix Goller der Dritte im Bunde Bis eben nach knapp 18 Stunden unser Vierter, der Joker Andi Nothdurfter mit frischen Kräften ins Rennen einstieg. Andi war beruflich verhindert, gleich von Anfang an in der Staffel zu laufen und so brach er am Sonntag um 3 Uhr morgens noch viele viele Kilometer vom Renngeschehen auf, um knapp vor 7 Uhr für uns in den Startlöchern zu stehen.
 
Wir legten das Rennen nun so an, dass Thomas als Startläufer gleich mal 4 Runden lief, um dann nach 2 Stunden als 3. platzierter mich mit Andi Scharnagl an meiner Seite ins Rennen zu schicken. Nach meiner Runde kam Felix an die Reihe und so wechselten wir uns als Dreierstaffel ab.
 
Thomas als spitzen Tourenläufer hatte nun die Aufgabe, den Zeitverlust den Felix und ich eingefahren hatten, wieder halbwegs gutzumachen. Wie hart das war, wenn die Konkurrenten zu Viert an unserer Moral zerrten, kann man sich vorstellen.

Trotzdem gelang es uns, unsere Platzierung immer zwischen dem 5. und 9. Rang zu halten. Durch ein kleines Mißverstäntnis war ich nach meiner 3. Runde in der Situation, dass Felix, der nach mir an der Reihe war, nicht in der Wechselzone stand und ich sofort entscheiden musste, selber die Felle wieder aufzuziehen und eine weitere Runde gleich ohne Rastpause anzuhängen. Es wäre natürlich viel zeitraubender gewesen, den Felix im Gelände erst zu suchen und so gab ich eben wieder Stoff.

Als dann Felix wieder seinen Part übernahm, ging er auch gleich zwei Runden und so glichen wir unseren Kraftverschleiß wieder aus. Nur für unsere Staffel brachte dieser kleine Fehler wieder einige Minuten Zeitverlust, weil Felix und ich eben bei einer Doppelrunde mehr Sekunden liegen lassen müssen.

Aber der Thomas, der macht das schon, und er schoss den Hügel hinauf und holte uns wieder vom mittlerweile 11 Rang auf den 9. zurück. Ab Mitternacht machten wir das normale Dreierrad wo wir einfach je eine Runde gingen und so gingen die harten Stunden bis knapp vor 7 Uhr morgens mit relativ wenig Zeiteinbusen gegenüber den anderen Teams ganz gut vorbei.