Andy Holzers Team “Blind Mc.Kinley” bei Gastein24 2008

Gastein24, das ist ein Schitourenrennen, wo man mit den Tourenschiern von Samstag 13.00 Uhr bis Sonntag 13.00 Uhr, 24 Stunden ununterbrochen ein und denselben Berg immer und immer wieder hinaufläuft und abfährt.

Andreas Scharnagl mit Andy Holzer bei einem unserer vielen AufstiegeJetzt war genau der Zeitpunkt, wo auch die restlichen 41 Staffeln schon ganz gehörig am Kräfteverlust und Schlafmangel litten und so kam es uns wahnsinnig zu gute, dass unser Joker Andi Nothdurfter noch unverbraucht und total motiviert unsere Staffel innerhalb von seinen ersten drei Runden, die er direkt hintereinander lief, vom 10. Platz auf den 7. Platz vorschob. Der Zeitabstand zwischen den Rängen wurde auf Grund des nun schon 18 Stunden andauernden Rennverlaufes immer größer und so kann man sich vorstellen, was Andi Nothdurfter da für uns geleistet hat.

Ich erlitt während dessen einen anständigen Krampfanfall an beiden Oberschenkel und übernahm dann von Andi wieder unsere Startnummer. Mein Betreuer Andreas Scharnagl motivierte mich beim Aufstieg derart, dass ich annähernd wieder meine Maximalleistung zusammenbrachte und wir “nur einen Platz verloren. Aber gleich nach mir ging wieder unser Joker und dann noch sein Bruder Thomas und wir waren an der 7. Stelle.

Es ging nun schön langsam gegen Ende des Rennens und es war an der Zeit, noch mal alle Kräfte zu mobilisieren und vor allem, den Kopf klar zu halten und die richtige Schlussstrategie zu kreieren. Felix unser Teammanager, der mich mit seiner Leistung zum staunen brachte, war da wieder der richtige Mann denn es schwebte die geringe Chance im Raum, dass wir das Unmögliche noch schaffen könnten und die 6. platzierte Staffel, die fast eine Runde vor uns lag, doch noch abzufangen.

Das motivierte die Nothdurfter-Brüder noch mal voll und sie gaben alles.

Der alte Spruch, “der Tüchtige hat das Glück” kam bei uns voll zur Geltung und als Thomas bei seiner letzten Runde, die Runde Nummer 37 für unser Team am Sonntag um 13.00 Uhr den Schlussböller der Veranstaltung hörte, stand er knapp unter der Bergstation und unser Traumteam “Blind Mc.Kinley” hatte dank großer Zusammenarbeit die sensationelle Leistung von 18.631 Höhenmeter in 24 Stunden in den Schnee von Gastein gestampft und damit den schönen 6. Platz unter 42 Staffeln erreicht.

Ein großer Moment war es für mich, als der Sieger und nun neuer Weltrekordhalter Franz Pötzelsberger neben mir kämpfte und den Wahnsinn von 17.532 Höhenmeter in 24 Stunden alleine verwirklichte. Die Einzelgeher habe ich alle samt gewaltig bewundert, wenn ich ihnen am Samstag Nachmittag, mitten in der Nacht und auch noch am Sonntag begegnet bin. Meine ganz große Anerkennung gilt solchen Leuten.
 
Für mich war dieses Rennen eine seelische Wohltat, weil ich gespürt habe, dass meine Philosophie von meinen Freunden voll verstanden und auch mit mir gelebt wird, dass es Schwächen gibt, um sie auszugleichen.

Keine einzige Sekunde hab ich das Gefühl gehabt, dass ich vielleicht der Bremsklotz im Team wäre, nein, ganz im Gegenteil, die Jungs hatten mit mir einen riesen Spaß und das war ein super Testlauf für unseren großen Berg, den Mount Mc.Kinley.
 
Mehr über meine Expedition zum kältesten Gipfel unserer Erde den Mount Mc.Kinley in Alaska unter http://www.andy.diealpen.at/mckinley/index.html Andy Holzer