Meist benötigen die Weltcup-Kletterer nur einige Versuche bis sie sich einen Weg vom Boden bis zum Topgriff der verschiedenen Boulder bahnen können. Aber beim Weltcup in der Schweiz war das Erreichen des Endgriffes auch nach etlichen Versuchen nur den Besten der Besten möglich.

Anna Stöhr in AktionNicht selten wurden die Vertikal-Athleten von den künstlichen Griffen nur so durch die Luft geschleudert. Sowohl bei den Herren als auch bei den Damen scheiterten viele Teilnehmer schon in den Vorrunden an den schwierigen Herausforderungen. Nicht aber Österreichs Spitzenathleten:

Stöhr klettert erneut auf den obersten Podestplatz

Eine hatte auch unter diesen schwierigen Bedingungen klar die Nase vorne. Anna Stöhr erklomm am vergangenen Samstag zum dritten Mal in dieser Saison den obersten Platz auf dem Weltcup-Podest. Wie man es von der Rumerin gewohnt ist, ließ sie ihren Coach und ihre  Mitstreiterinnen bis zur letzten Sekunde zittern, bevor sie sich im Halbfinale in gekonnter Manier doch noch unter die besten Sechs boulderte.

Im Finale bewies Stöhr dann einmal mehr ihre Überlegenheit an der vertikalen Boulderwand. Als einzige Athletin konnte die 20-jährige Weltmeisterin drei der schweren Final-Boulder bis zum Topgriff klettern. Ihren  Konkurrentinnen gelang dieses Kunststück gerade mal bei einem Boulder.

Russe zog Lama und Fischhuber einen Strich durch die Rechnung

Bei den Herren war das Finale an Spannung kaum zu überbieten. Noch in den Vorrunden zeigte sich abermals David Lama von seiner besten Seite. Der 17-Jährige positionierte sich in den ersten beiden Durchgängen mit dem zweiten Platz klar an vorderster Front. Im Finale zog dann aber Landsmann Kilian Fischhuber mit einer starken Leistung an seinem jüngeren Kletter-Konkurrenten vorbei und es sah deutlich nach einem österreichischen Sieg aus.

Aber einer wusste den rot-weiß-roten Triumph noch zu verhindern: Der Russe Dmitry Sharafutdinov stürzte sich in der letzten Sekunde seiner Wettkampfzeit noch einmal auf das letzte Boulder-Problem und konnte mit diesem Versuch einen Zonengriff mehr erreichen als Kilian Fischhuber. Somit ging der Sieg bei den Herren an Russland.

Alles in allem gab sich Teamcoach Heiko Wilhelm mit den Leistungen seiner Athleten mehr als zufrieden:

„Auch wenn es bei den Herren nicht zum Sieg gereicht hat, sind wir mit zwei Podestplätzen wirklich sehr zufrieden. Vor allem nachdem es im Finale so knapp war. Bei Anna kann es gar nicht besser laufen. Sie hat uns zwar im Halbfinale noch etwas zittern lassen. Aber im Finale war sie wieder einmal eine Klasse für sich!“ lobte der Teamcoach.           

Ergebnisse zum BOULDER-WELTCUP in Grindelwald (SUI)

Herren:
1. Sharafutdinov Dmitry (RUS)
2. Fischuber Kilian (AUT)
3. David Lama (AUT)
4. Moroni Gabriele (ITA)
5. Shalagin Mykhaylo (UKR)
6. Matsushima Akito (JPN)

Damen:
1. Stöhr Anna (AUT)
2. Durif Charlotte (FRAU)
3. Noguchi Akiyo (JPN)
4. Eyer Alexandra (SUI)
5. Lind Angelica (SWE)
6. Danion Juliette