An diesem Wochenende versammelte sich die Weltelite des Bouldersports in der Area 47 am Eingang des Tiroler Ötztals, um sich beim hochkarätig besetzten adidas ROCKSTARS Einladungswettbewerb in einem neuartigen sportlichen Format am künstlichen Fels zu duellieren.

Anna Stöhr und Dmitry Sharafutdinov sind die adidas ROCKSTARS 2011

In einem atemberaubenden Superfinale sicherten sich die beiden amtierenden Boulder Weltmeister Anna Stöhr (AUT) und Dmitry Sharafutdinov (RUS) den Titel des ersten adidas ROCKSTARS.

Fotostrecke: adidas ROCKSTARS 2011

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Fotos: © C. Pfanzelt, C. Waldegger

Rang zwei belegten die Amerikanerin Alex Puccio, derzeit dritte im Gesamtweltcup, sowie der fünffache Weltcupgesamtsieger Kilian Fischhuber aus Innsbruck. Der dritte Platz ging an die Russin Anna Gallyamova und der Russe Alexey Rubtsov.

Damit die Helden der internationalen Kletterszene einmal wie "RockStars" gefeiert werden, verwandelten die Organisatoren den sportlichen Wettkampf in eine perfekt inszenierte Show mit Livekonzert. Die deutschen Rockband Orange but Green lieferte den energiegeladenen musikalischen Rahmen zu den sportlichen Höchstleistungen am künstlichen Fels.

47 Athleten aus 14 Ländern waren angetreten, um sich einem neuen sportlichen Format zu stellen. Nur die sechs besten Damen und Herren kamen ins Finale. Dort kletterten zunächst nacheinander an zwei Bouldern. Die besten drei kamen eine Runde weiter und kämpften an einem dritten Boulder um den Einzug ins Superfinale. Hier bekamen die rund 1500 angereisten Kletterfans eine Weltpremiere geboten, denn zum ersten Mal kletterten beide Wettkämpfer an einem speziell für diesen Event entwickelten "Superboulder" zeitgleich eine identische Route ohne sich dabei sehen zu können. Um das Problem zu "toppen" mussten sie nicht wie sonst üblich einen Topgriff drei Sekunden lang halten, sondern wie in freier Natur mit beiden Beinen oben auf dem Boulderblock stehen und einen Buzzer auslösen.

Mit einem Flash am finalen Superboulder in einer Kletterzeit von unter 10 Sekunden gab die Österreicherin Anna Stöhr ihrer Konkurrentin Alex Puccio (USA) keinerlei Chance, auch nur ein klein wenig Druck auf die zweifache Weltmeisterin auszuüben. Mit enormer Kraft und Technik meisterte die 23-jährige Innsbruckerin das "Problem" in einem unglaublichen Tempo.

"Der Sieg fühlt sich großartig an, denn Alex ist vor dem Superboulder viel besser geklettert als ich", sagte Anna Stöhr im Anschluss. "Doch am Ende konnte ich als erste auf den Buzzer hauen und es war ein tolles Gefühl vor so einem unglaublichen Publikum hier in der Area47 zu gewinnen."

"adidas ROCKSTARS ist anders als jeder Wettkampf an dem ich bisher teilgenommen habe, aber es war genial und ich hoffe, ich kann nächstes Jahr wieder dabei sein", schwärmt die Zweitplatzierte Alex Puccio. "Ich war extrem nervös, da meine Leistung bei der WM nicht die allerbeste war, aber jetzt bin ich überglücklich und freue mich riesig über meinen zweiten Platz. Das gleicht alles wieder aus."

Auch Anna Gallayamova (RUS), die den Einzug ins Superfinale verpasst hatte, war zufrieden mit ihrem dritten Platz. "Das war mein bestes Ergebnis in diesem Jahr. Auch wenn es kein World Cup war, hier waren die besten Boulderer der Welt am Start und da bin ich natürlich sehr glücklich, es aufs Podium geschafft zu haben.“

Nach der schnellen Entscheidung der Damen war den Männern hinter der Bühne offenbar klar, dass die von den Kurssetzern ausgearbeiteten Routen sicherlich nicht einfach aber doch gut zu meistern sein müssen und ein schneller Einstieg den Erfolg bringen könnte.

Wie bei den Damen begannen Dmitry Sharafutdinov (RUS) und Kilian Fischhuber (AUT) zeitgleich ihre Herausforderung auf identischen Routen am Superboulder, ohne sich sehen zu können. Kilian meisterte die erste Crux, während Sharafutdinov an dieser Stelle seinen Halt verlor und zu Boden ging.  

Daraufhin arbeite sich der Österreicher weiter über den Überhang und alles sah nach dem zweiten Flash-Sieg im großen adidas ROCKSTARS Superfinale aus, als plötzlich ein harter langer Wettkampftag seinen Tribut einforderte. Fischhuber rutschte wenige Zentimeter von der oberen Kante entfernt ab und konnte sich nicht mehr halten. Für beide Athleten hieß es zurück an den Start und Dmitry Sharafutdinov war wieder im Spiel während die Liveband Orange but Green ihren Hit  'Rockstar' schmetterte und das Publikum weiter aufheizte, um die beiden besten Boulderer der Welt beim nächsten Versuch anzufeuern.

Nun nahmen sich beide mehr Zeit, um sicher zu gehen, dass der nächste Anlauf erfolgreicher sein würde und sich keine versteckte zweite Lösung in der Route verbarg. So lange der Konkurrent noch nicht an die Wand ging, gab es ja auch keinen Grund zur Eile. Fast zeitgleich nahmen beide ihren finalen Versuch in Angriff, doch Dmitry Sharafutdinov fand als erster den Flow, der ihm zuvor gefehlt hatte und erarbeitete sich einen kleinen Vorsprung auf Kilian Fischhuber. Der zweifache Weltmeister aus Russland toppte schließlich den Boulder nur wenige Sekunden schneller als sein österreichischer Konkurrent und sicherte sich somit den Titel adidas ROCKSTAR 2011.

"Ich bin begeistert, hier gewonnen zu haben, denn adidas ROCKSTARS ist der beste Wettbewerb an dem ich je teilgenommen habe", sagte Dmitry Sharafutdinov nach der Siegerehrung.

Auch Kilian Fischhuber äußerte sich begeistert über das innovative Format. "Das Superfinale war etwas ganz neues für uns, aber ich denke das Publikum hat einen tollen Zweikampf zwischen Dmitry und mir zu sehen bekommen. Ich bin wirklich zufrieden mit meiner Leistung, auch wenn es nicht ganz zum Sieg gereicht hat. Die Show war genial und ich hatte eine Menge Spaß bei adidas ROCKSTARS."

Der Russe Alexey Rubtsov hofft auf eine Revanche im nächsten Jahr. "Dritter in einem so starken Feld zu werden ist eine großartige Leistung, daher  bin ich nicht wirklich enttäuscht, wenngleich ich das Potential habe, noch bessere Leistung abzurufen – vielleicht klappt's ja im nächsten Jahr."