Zum ersten Mal fand in den neuen Bundesländern ein nationaler
Boulder-Wettkampf statt, der zweite und vorentscheidende Durchgang des
DAV SALOMON Bouldercup 2004. Die Kletterhalle No Limit in Leipzig
erwies sich als ein sehr guter Veranstaltungsort – groß genug für einen
guten Wettkampf, gleichzeitig herrschte aber auch die nötige Enge für
eine gute Atmosphäre. Die 16 Meter hohen, roten gefärbten „normalen“
Kletterwände überragten die DAV-Boulderwände und ergaben insgesamt eine
tolle Wettkampfkulisse. Eine sehr geräumige Vorbereitungszone mit
perfekter Verpflegung durch Ausrichter X-adventure (Andersen Teubert)
machte es den Sportlern leicht, auf ihren Einsatz zu warten.

Auf eine riesige Videoleinwand, die oberhalb der vier Meter hohen
Boulderwände angebracht war, wurden abwechselnd live-Videobilder
(produziert von Hannes Huch und Peter Zeidlhack) bzw. das aktuelle
Zwischenergebnis (Klaus Hogrebe und Team) projiziert. Mit dem sehr
guten Schiedsrichtergespann Markus Zöll und Enrico Sanganas gab es
einen reibungslosen Ablauf, der Zeitplan wurde minutiös eingehalten.
Daran hatten auch die Routenbauer Olaf Herrenkind sowie Andreas
Bindhammer ihren Anteil, die Umbauarbeiten schnell und effektiv
bewältigten. Darüber hinaus kreierten sie anspruchsvolle
Boulderprobleme, die den Aktiven doch einiges abforderten.

Qualifikation

Die Herren Qualifikation, in der vier Boulderrouten zu klettern waren,
war für den frühen Vormittag etwas schwer, so dass nur die ganz Starken
eine Chancen hatten, den Topgriff zu erreichen. Dafür war die
Damenqualifikation perfekt geschraubt, bei der die 11 Starterinnen fünf
Boulder zu „knacken“ hatten. Nach den Qualifikationen kamen die besten
18 Herren ins Halbfinale, die besten 6 Damen ins Finale. Das
Herrenhalbfinale war dann eine echte Werbung für Boulderwettkämpfe: die
Probleme waren sehr abwechslungsreich und interessant geschraubt, sie
waren kletterbar und der Intervallmodus mit vier Minuten Kletterzeit
pro Boulder bewährte sich erneut hervorragend. Es machte einfach Spaß
zum Zuschauen. Ebenfalls die besten Sechs kamen ins Finale.

In den Finals wurde es dann richtig spannend. In Leipzig konnte die
Vorentscheidung für die Deutsche Meisterschaft fallen, über die dann am
20.3. in Berchtesgaden entschieden wird. Vier Boulder waren in einer
festen Reihenfolge zu klettern. Das Publikum hat durch den direkten
Vergleich der Finalisten an einem Boulder immer den Überblick über den
aktuellen Stand, der topaktuell auf dem Videoscreen zu sehen war.

Damenfinale

Die Damen eröffneten den Finalreigen, für den Sieg schienen nur Katrin
Sedlmayer und Amelie Haager in Frage zu kommen. Amelie konnte auch den
ersten Boulder gleich in souveräner Manier im ersten Versuch meistern,
Katrin schaffte am Eröffnungsboulder „nur“ die Zone. Der zweite Boulder
wartete mit einem Dachboulder und Knieklemmer auf, bei dem alle viele
Probleme hatten. Nadine Ruh konnte als einzige die Zone als
Zwischenwertung erreichen und lag somit hinter Amelie auf dem zweiten
Platz. Das Blatt wendete sich dann am dritten Boulder, den Katrin als
einzige schaffte. Amelie hatte zwar die Zone, fiel aber beim Zug zum
Topgriff. Am letzte und entscheidende Boulder hatten die Routenbauer
eine tolle Idee umgesetzt: eine Reibungsquerung mit diffizilem
Aufrichter in eine überhängende Verschneidung musste bewältigt werden.
Sowohl Amelie als auch Katrin gelang dieser Boulder im ersten Versuch.
Katrin hatte jedoch insgesamt einen Versuch weniger benötigt und wurde
hauchdünn Siegerin. Sie ist nun absolute Topfavoritin auf den
Gesamtsieg. Nadine Ruh (Konstanz) wurde Dritte, die Lokalmatadorin
Anna-Katharina Böhm (SBB) Vierte.

Herrenfinale

Bei den Herren war es ein Zweikampf zwischen Karsten Borowka (SBB,
Sieger von München/ispo) und seinem Bruder Andre, der in prächtiger
Form ist. Markus Hoppe (SBB) brachte sich mit hervorragender Leistung
bei den Bouldern 3 und 4 zum Schluss auch noch ins Spiel. Andre hatte
von Anfang an „einen Boulder vor“, denn er schaffte als Einziger den
ersten Boulder, eine Platte mit winzigen Griffen. Er schwebte gerade zu
hoch, so dass man sich fragen musste, ob die Griffe bei ihm etwas
größer als bei den anderen waren. Beeindruckend! Diesen Vorsprung gab
er bis zum Schluss nicht mehr ab, obwohl es am letzten Boulder noch mal
spannend wurde. Den schaffte er „erst“ im dritten Versuch. Verdienter
Zweiter wurde Karsten vor Markus Hoppe und Thorsten Neuhaus (Wuppertal)
als Vierter, der sich sehr gut präsentierte.

Bei den Herren wird es nun in Berchtesgaden richtig spannend, vor allem
zwischen den Borowka-Brüdern kann man mit einem spannender Kampf um die
Deutsche Meisterschaft rechnen.

Hervorzuheben ist die hervorragende Kooperation und Vorbereitung von
Seiten der Ausrichter vor Ort: Andersen Teubert von X-adventure hat
zusammen mit dem Team von der Kletterhalle No Limit sehr gute Arbeit
geleistet.

Die Veranstaltungen des DAV SALOMON Bouldercups werden von SALOMON,
Sport-Thieme, der ispo und pantarai unterstützt und von klettern und
climbing.de kommunikativ begleitet. Der DAV bedankt bei allen Partnern.

Siehe auch:
www.alpenverein.de
www.pantarai.com
www.sport-thieme.de
www.salomon-sports.com
www.klettern.de