„Blind Climber“ Andy Holzer auf dem Weg zum Mount Everest

Nun ist es wieder so weit: Blind Climber" Andy Holzer startet mit drei Freunden zu einer weiteren spannenden Reise. Diesmal ist es der Mount Everest mit seinen 8.848m, höchster Berg unserer Erde, der ihre Gedanken gefangen hat.

Team Everest 2014: Anda,Andy,Wolfgang und Daniel (c) Andy Holzer Andy Holzer schreibt:

Hallo meine lieben Freunde, Partner und Leser

Jetzt ist es wieder so weit. Ich habe mich entschlossen mit meinen Freunden auf große Reise zu gehen. Obwohl ich mir in den letzten zwei Jahren nicht habe vorstellen können, Energie für den Mt. Everest zu bekommen, ist es jetzt für mich um so stimmiger. In Irgendeiner Nacht im letzten Jahr ist der Everest plötzlich wieder in meinen Gedanken aufgetaucht.

Vielleicht war es ein Impuls von meinem Bergpartner Udo, der im Mai 2013 den Gipfel des Mt. Everest erreicht hat und mit dem ich an der Shisha Pangma und in der Antarktis gemeinsam am Weg war, vielleicht einfach meine eigene Weiterentwicklung? Sicher ist für mich jedoch, dass die konstante, „unterschwellige“ Beratung in Richtung Versuch am Everest meines Freundes Andreas einen nicht unerheblichen Ausschlag dazu gegeben hat.

Als mir meine Sabine dann ihre Meinung darüber gesagt hat, dass ich am Everest niemals verlieren könnte, egal wo hin ich komme, hat es mir Gedanklich die Türe zu meinem höchsten Gipfel weit geöffnet. Mein Antrieb ist nun ganz einfach das Bewusstsein, eine Chance im Leben nutzen zu wollen. Nie zuvor und wahrscheinlich auf Grund der so schnell vergehenden Jahre wohl auch niemals danach werde ich noch mal in solch körperlicher,mentaler und auch logistischer Verfassung sein, dieses „heimliche“ Traumziel eines jeden richtigen Bergsteigers greifen zu können.

Im Herbst 2013 hatte ich dann mein kleines Viermannteam beisammen und die Reise wird wie bisher, als Reise mit Freunden, ohne Spezialsupport o. ä. erfolgen. Ich möchte den Everest auch nicht in der heroischen Art, Sensationslust oder mit der Brechstange näher kommen. Ich möchte versuchen, mit meinen Möglichkeiten und der Hilfe meiner drei Freunde Anda, Wolfgang und Daniel unser gemeinsames Glück dort oben zu versuchen.

Für uns ist das einfach eine Reise mit Freunden zum Dach der Welt.

Der Mt. Everest wird auf Grund der perfekten Infrastruktur mittlerweile als der sicherste Achttausender beschrieben, was mir als blinden „Bergsteiger mit eingeschränkten Mitteln“ entgegen kommt. Dass meine Burschen mit mir in der Gipfelregion mit Zuhilfenahme von künstlichem Sauerstoff arbeiten, ist eine Selbstverständlichkeit. Es geht dabei weniger um die „Luft“, die da oben dünn ist, es geht eher um die daraus folgende Abkühlung der Körperkerntemperatur.

Dieser kann man nur mit Bewegung und flottem Höhersteigen entgegenwirken. Es ist auf Grund des Temperaturhaushaltes eigentlich unmöglich, ohne künstlichen Sauerstoff im Gleichschritt eines anderen Bergsteigers zu steigen. Im Laufe eines zehnstündigen Aufstieges z.B. entfernt man sich stetig von seinem Partner. Wenn mein Freund dann auch nur 10 Meter von mir entfernt wäre, kann ich nicht mehr weitergehen, weil ich seine Steigeisen nicht mehr exakt knarren höre und ich bleibe auf der Strecke.

„Mit fairen Mitteln“ ist es 2014 fast nicht mehr möglich, diesen Giganten zu besteigen. Fixseile, Leitern oder die Hochlagerzelte von anderen Bergsteigern verwenden auch jene, die quasi ohne Sauerstoff und Fremdhilfe hochsteigen wollen. Auf die bewertende Frage von Passanten bezüglich Verwendung von solchen Hilfsmitteln am Everest antworte ich meist so: Ich steige ohne Stirnlampe und das auch bei Tageslicht 🙂 Also immer schön im „Dunkeln“ 🙂 Für meine Entscheidung wurde ich dann auch schon im Vorfeld prompt belohnt.

Die Firma HARREITHER, die RAIFFEISENLANDESBANK Wien-NÖ und die Firma INTERSPAR stehen mir als Großsponsoren zur Seite. Die ARD begleitet mein Projekt mit drei Leuten, Juliane, Tom und Thomas und so können auch viele Menschen die jetzt noch nichts davon wissen, dieses Ereignis in den Wohnzimmern des deutschen Sprachraumes beobachten.

Am 02. April fliegen wir in München los und ihr könnt hier im Blog unser Vorankommen verfolgen. Ich bedanke mich jetzt schon für euer Daumendrücken und ich weiß, viele von euch schicken uns gute und wärmende Gedanken… DANKE!!! jetzt schon dafür.

Die Tasten gebe ich für die nächsten Wochen an meine Sabine, die euch immer wieder mit Text und Bildern informieren wird.

Euer blind climber Andy