Boulder-WM 2014 in München: Deutsche Chancen auf den Titel so gut wie nie zuvor

Vom 21. bis 23. August 2014 findet im Münchner Olympiastadion die Weltmeisterschaft im Bouldern statt. Viele Gründe sprechen dafür, dass das Event ein besonderes Highlight im Münchner Veranstaltungskalender wird: der spektakuläre Sport an sich, die hervorragenden Chancen für das deutsche Team, das Rahmenprogramm, die Erfahrungen aus den Boulder-Weltcups der vergangenen Jahre an derselben Stelle und vieles mehr.

Boulder-WM 2014 in München Wie gut sind die deutschen Chancen?

Die Weltmeisterschaft kommt zum perfekten Zeitpunkt nach München, denn so gut wie in dieser Saison war das deutsche Team noch nie. Allen voran Jan Hojer vom DAV Frankfurt am Main, der mit seinem Gesamtsieg im diesjährigen Boulder-Weltcup das beste deutsche Ergebnis aller Zeiten eingefahren hat.Juliane Wurm vom DAV Wuppertal steht ihm kaum nach; sie holte sich den vierten Platz im in der Gesamtwertung des Weltcups und damit das zweitbeste deutsche Ergebnis überhaupt. Mit Monika Retschy vom DAV München und Oberland und Stefan Danker vom DAV Landshut sind zwei weitere deutsche Athleten unter den Top-20 der Welt.

Nicht weit dahinter im Ranking kommt Thomas Tauporn vom DAV Schwäbisch-Gmünd. Sein Rang 25 im Weltcup 2014 ist vor allem auch einigen fehlenden Weltcupstarts geschuldet. Beim letztjährigen Münchner Weltcup kam er auf einen sensationellen zweiten Rang. Die deutsche Bilanz in München kann sich ohnehin sehen lassen: Bislang gab es zwei zweite und einen dritten Platz; das oberste Treppchen wäre nun also eigentlich fällig. Insgesamt stehen dem deutschen Team bei der WM fünf Damen- und fünf Herrenstartplätze zur Verfügung. Erwartet werden bis zu 200 Athletinnen und Athleten aus rund 35 Nationen.
 
Die Krönung nach vier Weltcups im Olympiastadion

Viermal hat der DAV das Finale des Boulderweltcups bereits veranstaltet – an derselben Stelle, an der die Weltmeisterschaft jetzt stattfinden wird. Jedes Mal kamen viele tausend Zuschauer, im letzten Jahr waren es sogar 12.000. Und die sorgten wie in den Jahren zuvor für eine Stimmung unter dem Glasdach des Olympiastadions, die mit der bei einem Fußball-WM-Endrundenspiel durchaus vergleichbar ist. Nicht zuletzt deshalb ist der Münchner Weltcup bei Zuschauern und Athleten sehr beliebt und bereits als Wettkampf-Klassiker fest etabliert.

Und jetzt eine WM: Mehr Athleten aus mehr Ländern, mehr internationale Aufmerksamkeit, größere Entscheidungen, ein größeres Rahmenprogramm. "Eine Boulder-Weltmeisterschaft ist eine wirklich große Herausforderung," sagt Organisationschef Matthias Keller vom DAV."Die Vorbereitungen haben schon vor einem Jahr begonnen, direkt nach dem letzten Weltcup." Zu bewältigen sind die vielen Aufgaben nur dank der langjährigen Partner im Wettkampf-Bouldern, allen voran der Stadt München, die die Weltmeisterschaft nicht nur großzügig finanziell unterstützt, sondern an der Organisation tatkräftig mitwirkt.

Die Olympiapark GmbH stellt einerseits die Wettkampflocation und viel Logistik drumherum zur Verfügung, beteiligt sich andererseits aber auch an der Bewerbung der Weltmeisterschaft. Der sportliche Ablauf wäre ohne die umfangreiche Unterstützung durch die Sektionen München und Oberland des DAV nicht zu stemmen: Insgesamt rund 100 Helferinnen und Helfer sind an allen drei Wettkampftagen im Dauereinsatz. Schließlich unterstützt Globetrotter die Boulder-Weltmeisterschaft mit erheblichen finanziellen Mitteln und gehört deshalb zu den großen Partnern.

Lokalmathadorin Monika Retschy

Für die Starterin vom DAV München und Oberland ist die Weltmeisterschaft natürlich eine ganz besondere Situation: "In der eigenen Stadt ein solches Highlight zu haben ist einfach der Wahnsinn," freut sich Münchens Nummer eins im Bouldern. "Das ist zwar schon ein Riesendruck, aber gleichzeitig auch eine riesige Motivation."Die Studentin der Sportwissenschaften richtet ihr Training seit vielen Monaten auf die Weltmeisterschaft aus: "Der Start in die Weltcup-Saison war noch etwas holprig, aber jetzt bin ich gut hineingekommen und habe es auch schon unter die Top Ten geschafft. Jetzt läuft es rund." Das Ziel der 22-Jährigen bei der Heim-WM: Der Einzug ins Finale der besten Sechs. Und mit ein bisschen Glück ist vielleicht sogar mehr drin.
 
München ist die Bergsporthauptstadt Deutschlands

In München leben rund 170.000 Alpenvereinsmitglieder, etwa 50.000 davon sind Kletterer. Insgesamt dürfte die Kletterszene in der Landeshauptstadt rund 70.000 Aktive umfassen. Eindrucksvoll belegen diese Zahlen: München ist ganz klar die Kletterhochburg in Deutschland. Für die Landeshauptstadt München ist es deshalb sehr wichtig, bei der Boulder-WM als Mitveranstalter zu agieren und diese auch finanziell zu unterstützen – übrigens in einer Höhe von 80.000 Euro.

Auch darüber hinaus tut die Stadt viel für den Klettersport: Sie hat nicht nur die zurückliegenden vier Weltcups großzügig unterstützt, sondern insbesondere auch viel in den Breitensport investiert. So ist die Erweiterung des DAV Kletterzentrums in Thalkirchen erst dank der finanziellen Unterstützung durch die Stadt möglich geworden. Und ebenso verhält es sich mit dem neuen Kletter- und Boulderzentrum in Freimann, das im Frühjahr 2015 planmäßig fertiggestellt werden soll.

"Die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen gehört zu den Hauptaufgaben der Stadt, und da hilft der Sport ungemein," erläutert Stadträtin Kristina Frank das öffentliche Engagement. "Als aktive Kletterin weiß ich, wie wertvoll insbesondere der Bergsport bei der Ausbildung von sozialen und individuellen Kompetenzen sein kann. Klettern macht viel Spaß und ist gesund!"