Neben den drei Damen zogen auch noch Birte Loichen (Koblenz), Petra Klinger (Schweiz) und Katrin Lehmann (Schorndorf) in die Runde der letzten sechs ein. Auch im Finale konnte schließlich niemand Monika Retschy das Wasser reichen: Wieder war sie es, die als einzige drei der vier Finalboulder knacken konnte – damit holte sie sich ihren ersten Sieg bei den Damen und sicherte sich gleichzeitig auch den dritten Platz in der Meisterschafts-Gesamtwertung.Die Konkurrenz aus der Schweiz trumpfte im Finale dann ordentlich auf: Petra Klingler setzte sich knapp vor Anna-Katharina Böhm und Kathrin Lehmann und holte sich den Preisgeldscheck für den zweiten Platz. Leider ohne Top mussten Birte Loichen auf Rang 5 und Isabell Haag auf dem sechsten Platz das Finale beenden.

Katrin Lau (Frankenthal), die vor dem Wettkampf als Mitfavoritin um die Tageswertung galt, hatte leider Pech und verletzte sich schon im Halbfinale am Arm. Sie wurde mit Verdacht auf Ellenbogenluxation ins Krankenhaus gebracht, konnte sich aber abends noch ihren Pokal für den deutschen Vizemeistertitel im Bouldern abholen. Für die Frankenthalerin, die nach einem längeren Auslandsaufenthalt erst in dieser Saison wieder ins Wettkampfklettern eingestiegen war sicherlich ein schöner Erfolg, auch wenn sie an diesem Tag sicherlich lieber mit starker sportlicher Leistung geglänzt hätte – sie befindet sich aber bereits auf dem Weg der Besserung. So gab es dann zu später Stunde zur Siegerehrung mit Juliane Wurm eine nicht anwesende Meisterin, eine verletzte Vizemeisterin und eine strahlende Tagessiegerin als Drittplatzierte der Deutschen Bouldermeisterschaft 2009 zu ehren – Juliane Wurm sammelt derzeit alle Titel, die es national zu sammeln gibt.

Bei den Herren noch alles offen im Kampf um die Meisterschaft
Bei den Herren war der Kampf um die Meisterschaft noch heiß und wurde zwischen dem knapp führenden Stefan Danker (Landshut) und Jonas Baumann (Wuppertal) ausgetragen. Bereits die Qualifikationsrunde mit knüppelharten Bouldern des Routenbauerteams Manuel Brunn, Maxi Klaus und Fabian Ludwig trennte die Spreu vom Weizen und so konnten von 39 Startern nur 13 überhaupt einen oder mehr Boulder toppen – alle anderen Starter gingen leer aus!Die spektakuläre Flugeinlage an Boulder zwei stellte sich dabei als unlösbares Problem heraus: Während einige wenige den Sprung noch ernsthaft versuchten, sprangen die meisten Starter nur auf die Matte um Verletzungen zu vermeiden. Am überzeugendsten dabei war Stargast und Weltcup-Gesamtsieger Kilian Fischhuber (A). Fischhuber gab in der Qualifikation eine Demonstration seines Könnens indem er bis auf den besagten Flugboulder alle weiteren im ersten Versuch kletterte als wären diese nur zum Aufwärmen.Am ehesten konnte da noch Jonas Baumann bei diesem extrem hohen Niveau mithalten, der jedoch für seine Qualifikation doppelt so viele mehr Versuche benötigte.

Im Halbfinale sah es ganz ähnlich aus: während Fischhuber als einziger scheinbar mühelos alle Boulder im ersten Versuch toppte, mussten sich die deutschen Starter mit maximal drei Durchstiegen zufrieden geben. Am Ende schafften es mit Fischhuber, Baumann und Danker auch die erwarteten drei ins Finale – komplettiert wurde die Runde der letzten Sechs schließlich noch von Markus Hoppe (Sächsischer Bergsteigerbund), Mathias Conrad (Zweibrücken) und ispo-Gewinner Bruno Vacka (Rosenheim).

Im Finale kam es dann zum Showdown zwischen Kilian Fischhuber und Jonas Baumann: Nachdem Jonas die ersten drei der vier Finalboulder wie Kilian im ersten Versuch toppen konnte, legte er beim Boulder Nr. 4 mit zwei Versuchen die Messlatte weit nach oben. Zu weit auch für Kilian, der gerade bei diesem Boulder einen Aussetzer hatte und das erste Mal in diesem Wettkampf Schwäche zeigte.So konnte Baumann nach Kitzbühel Kilian Fischhuber erneut in Schach halten – trotzdem wurde durch die Leichtigkeit, mit der der österreichische Weltcupstar seine Boulder kletterte, klar, dass er in einer eigenen Liga klettert – nicht umsonst holt sich Fischhuber die Weltcupsiege in Serie. Baumann freute sich damit nach Kitzbühel über seinen zweiten Sieg beim Bouldercup 2009 – nun musste nur noch ausgerechnet werden, ob er oder Danker das Rennen um die Deutsche Meisterschaft gemacht hatten.Der gewohnt solide aufkletternde Stefan Danker hatte sich hinter Baumann und Fischhuber auf Rang drei platzieren können. Hinter Danker knapp Vierter wurde Markus Hoppe vor Mathias Conrad und Bruno Vacka.