So stellt man sich Kanada vor: Weites Land, grüne Wiesen vor atemberaubender Bergkulisse, der Grizzly-Bär streift durch die Wälder.

Boulderweltcup 2011 in Canmore: Wurm und Danker auf Platz 4

Boulderweltcup 2011 in Canmore So in etwa war auch das Setting bei der Weltcup-Premiere der Boulderer im kanadischen Canmore – nur die Bären haben sich dann doch der Wettkampflocation im Event-Zelt ferngehalten. Wahrscheinlich war selbst ihnen zu kalt, denn der kanadische Frühsommer entspricht doch eher dem mitteleuropäischen Winter: Frostige Temperaturen und 15 cm Neuschnee am Wettkampfmorgen ließen dann doch bei den anwesenden Kletterern die Frage aufkommen, ob ein Outdoor-Wettkampf in Kanada um diese Jahreszeit Sinn macht.

Fotostrecke: Boulderweltcup 2011 in Canmore

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Fotos: © Udo Neumann (DAV)

Zumindest war dies kein Handicap für die deutschen Teilnehmer, denn sie lieferten alle eine gute bis beeindruckende Vorstellung in der Qualifikation ab. Allen voran Juliane Wurm, die frisch vom Videodreh mit Lynn Hill und Anna Stöhr ins winterliche Canmore geflogen kam. Die Wuppertalerin konnte als einzige Kletterin alle fünf Qualifikationsboulder klettern und zog damit als Führende ins Halbfinale ein.Auch bei den Herren lief es blendend: Lediglich Mathias Conrad (Zweibrücken) verpasste als 24. knapp das Halbfinale, Jonas Baumann (Wuppertal) zog als 18. in die zweite Runde ein, Peter Würth (Ludwigshafen) spielte an einem knüppelharten Qualifikationsboulder seine Größe aus und belegte Rang 16.

Aber einer hatte einen ganz besonderen Lauf: Stefan Danker (Landshut) empfahl sich schon in der harten Qualifikation mit zwei geflashten Bouldern und Platz 10 für mehr. Und im Halbfinale konnte er dann sogar noch einen drauf setzen: Zwei Boulder konnte Danker hier klettern – das bedeutete Rang vier und damit den ersten Weltcup-Finaleinzug seiner Karriere! Alle anderen DAV-Starter mussten im sehr harten Halbfinale ebenso passen wie Top-Favorit Kilian Fischhuber (AUT) auf Platz neun. Jonas Baumann landete noch knapp hinter den Finalrängen mit einem gekletterten Boulder auf Platz 11, Peter Würth wurde 23.

Und auch bei den Damen hatte der DAV ein ganz heißes Eisen im Feuer: Juliane Wurm kletterte ebenfalls ein starkes Halbfinale und stand am Ende mit dem vierten Platz zum ersten Mal in diesem Jahr wieder in einem Weltcupfinale. Hier kletterte sie dann zuerst in beeindruckender Manier auf – sie flashte als einzige den ersten Boulder und konnte auch den zweiten klettern. Damit lag sie in Führung, bevor es an Boulder Nummer drei ging.

Ab da lief es für die deutsche Meisterin aber irgendwie nicht mehr so richtig – die Konkurrentinnen holten auf, und Wurm schaffte es nicht mehr, ein weiteres Top zu erreichen. Damit landete sie am Ende auf dem undankbaren vierten Rang hinter der Siegerin Akiyo Noguchi (JAP), Anna Stöhr (AUT) und der Koreanerin Jain Kim. Für Wurm aber trotzdem kein Grund zur Depression, denn mit diesem Resultat hat sie sich selbst bewiesen, dass sie wieder im Geschäft ist, nachdem die Saison bisher etwas schleppend angelaufen war.

Im Herrenfinale startete dann jeweils parallel zu Wurm der zweite deutsche Starter: Stefan Danker hatte ebenso wie seine Kollegen an den harten Nüssen des Routenbauerteams um Altmeister Jacky Godoffe schwer zu knabbern. So gelangen drei Finalisten überhaupt kein Top – darunter leider auch Danker, der aber mit vier Bonuswertungen immerhin noch auf dem vierten Rang landete.

Den Sieg erkletterte sich der Japaner Tsukuro Hori, der ebenfalls nur zwei Boulder klettern konnte, vor Klemen Becan (SLO) und Lokalmatador Sean McColl (CAN). Für Danker ist der vierte Platz nun endlich einmal der verdiente Lohn seiner Mühen – im vergangenen Jahr war er bereits mehrfach knapp am Finale vorbeigeklettert.

Die beiden „Fast-Podien“ des deutschen Teams geben der Truppe wohl weiteren Aufwind, wenn es schon am kommenden Wochenende weiter zum nächsten Weltcup nach Vail (USA) geht. Hier haben die deutschen Boulderer in den letzten Jahren immer gute Ergebnisse einfahren können: Jonas Baumann gewann den Wettkampf 2009; im letzten Jahr wurde Juliane Wurm Dritte. Die Zeichen stehen also gut, dass sich diese Serie auch in diesem Jahr weiter fortsetzen lässt.

Komplette Ergebnisse unter www.ifsc-climbing.org