In Eindhoven läuft es einfach für Juliane Wurm: Bereits im Vorjahr konnte die Wuppertalerin mit dem zweiten Platz hier ihr bestes Weltcup-Ergebnis einfahren und auch bei der diesjährigen Auflage stellte sie mit dem vierten Rang erneut ihre Weltklasse unter Beweis.

Boulderweltcup 2011 in Eindhoven: Juliane Wurm auf Platz 4

Sah es in der Vorrunde (Platz 11) noch nach einem soliden, aber nicht überragenden Ergebnis aus, so trumpfte sie umso mehr im Halbfinale auf. Hier konnte sie alle vier Boulder in sechs Versuchen klettern und lag damit nach der Japanerin Akiyo Noguchi, die nur aufgrund des besseren Qualifikationsergebnisses nach dem Halbfinale das Feld anführte, auf Platz zwei.

Fotostrecke: Boulderweltcup 2011 in Eindhoven: Die deutsche Sicht

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Fotos: © Nico Altmaier (www.nicolasaltmaier.de)

So hieß es für Wurm zum zweiten Mal in dieser Saison „Finaleinzug“! Neben ihr und Noguchi schafften dies fast erwartungsgemäß noch Anna Stöhr (AUT) sowie Petra Klingler (SUI), Alle-Laure Chevrier und Melissa Le Neve (beide FRA).

In der Runde der letzten Sechs schafften es dann zunächst alle Finalistinnen, den ersten Boulder zu klettern – an Nummer zwei fiel dann allerdings schon eine kleine Vorentscheidung: Nur Noguchi, Stöhr und Le Neve konnten hier punkten, Wurm ging wie der Rest der Finalistinnen leer aus. An Problem Nummer drei brachte sich die Deutsche Meisterin jedoch wieder zurück ins Geschehen, als sie ihn in nur zwei Versuchen klettern konnte. Damit schob sie sich wieder an Le Neve vorbei auf Platz drei hinter Noguchi und Stöhr.

Diesen Platz hätte sie noch halten können, wenn sie am vierten Boulder das Top erreicht hätte. Der weite Zug nach rechts an ein Volumen war wohl für Wurm einen Zentimeter zu weit – so musste sie leider wieder Melissa Le Neve, die neben Stöhr und Noguchi als einzige diesen Boulder klettern konnte, vorbeiziehen lassen. Noguchi und Stöhr hatten beide alle vier Finalboulder klettern können – Stöhr hatte nur für Nummer drei zwei Versuche zu viel gebraucht, so dass sie am Ende Zweite hinter der Japanerin wurde.

Melissa Le Neve wiederholte mit Platz drei ihr Ergebnis von 2010 vor Juliane Wurm, die weiterhin auf ihr erstes Podium in dieser Weltcupsaison warten muss. Platz fünf ging an die Französin Chevrier vor Petra Klingler.

Stark auch der Auftritt der zweiten deutschen Dame: Monika Retschy (München-Oberland) zog als 16. sicher in das erste Weltcup-Halbfinale ihrer Karriere ein und hätte beinahe sogar noch ein Top 10-Resultat erreichen können. Nach einem sehr guten Versuch im entscheidenden Halbfinalboulder bis kurz unter Top schaffte es die Führende im deutschen Bouldercup dann aber nicht mehr, noch einmal nachzulegen und beendete schließlich den Wettkampf als 17.

Damit gibt es seit langem wieder einmal eine zweite Dame im deutschen Team, die das Zeug zum Halbfinaleinzug im Boulderweltcup hat.

Durchwachsene Ergebnisse bei den Herren – Danker als bester Deutscher 16.

Viel vorgenommen hatten sich auch die Herren des DAV-Teams, die diesmal mit Verstärkung in Person von Jan Hojer (Frankfurt) und Thomas Tauporn (Schwäbisch-Gmünd) angereist waren. Leider schaffte es dann aber mit Stefan Danker (Landshut) nur einer in die Runde der besten 20. Zuvor waren Jonas Baumann (Wuppertal) mit Rang 35, Mathias Conrad (Zweibrücken) auf Platz 33 sowie Peter Würth (Ludwigshafen) auf Platz 43 leer ausgegangen.

Die beiden „Boulderkader-Teststarter“ Jan Hojer und Thomas Tauporn hätten beide auch noch besser abschneiden können: Tauporn flashte in einer Leichtigkeit wie kaum ein anderer die beiden ersten Boulder, bevor ihn die für ihn nicht kletterbare Nummer drei aus dem Konzept brachte – danach schaffte er auch Boulder vier und fünf nicht mehr. Platz 35 für ihn – aber der Stil der Begehung seiner ersten beiden Qualiboulder ließen erahnen, wie er mit etwas mehr Boulder-Weltcup-Erfahrung aufklettern könnte.

Auch Jan Hojer wäre ein guter neuer Kandidat für den Boulderkader – er erwischte die Gruppe, in der man am besten alle fünf Boulder flashen musste, um ins Halbfinale zu gelangen. Mit vier gekletterten Bouldern landete er am Ende auf Rang 27, empfahl sich aber trotzdem für weitere Einsätze . So blieb einzig und allein Stefan Danker, der im Halbfinale die deutschen Fahnen hoch hielt. Hier hatte der Landshuter aber leider wie sechs weitere Kollegen schwer mit den harten Bouldern zu kämpfen und konnte kein einziges Top erreichen. Mit zwei Bonuswertungen im ersten Versuch konnte er sich aber noch auf Platz 16 platzieren.

Aber auch die Finalisten schafften maximal drei Boulder: Kilian Fischhuber (AUT), Daniel Woods (USA), Dmitry Sharafutdinov (RUS), Thomas Caleyron (FRA), Francois Kaiser (FRA) sowie David Barrans (GBR) waren die besten sechs nach dem Halbfinale. Hatten die Zuschauer im Finale wohl eher ein Showdown der beiden im Weltcup führenden Fischhuber und Sharafutdinov erwartet, so zeichnete sich schon an Boulder Nummer zwei das Duell Woods vs. Fischhuber ab. Überraschenderweise konnte Sharafutdinov diesen Boulder nicht klettern, so dass er um das Rennen um den Tagessieg nicht mehr eingreifen konnte.

Am Ende hatte einmal mehr Kilian Fischhuber mit vier Tops in fünf Versuchen die Nase vorn vor Woods, der für vier Boulder einen Versuch mehr benötigte. Auf Rang drei folgte Francois Kaiser, der damit erstmals auf einem Weltcup-Podium stand, vor Sharafutdinov, Caleyron und Barrans.

Damit führt Fischhuber wieder die Gesamtwertung im Weltcup vor Sharafutdinov an und hat bereits am kommenden Wochenende in Barcelona die Gelegenheit, seinen Vorsprung weiter auszubauen. Auch das deutsche Team wird in Spanien vertreten sein – mit Jonas Baumann und Juliane Wurm hat der DAV aktuell zwei Boulderer in der Top 10 der Gesamtwertung.

Komplette Ergebnisse und Ranglisten unter www.ifsc-climbing.org