Am vergangenen Wochenende (23./24.6.) fand zum ersten Male ein Weltcup im Bouldern in Österreich statt. Austragungsort war Hall in Tirol, die dortige Sektion des ÖAV der Ausrichter. 39 Damen und 66 Herren aus insgesamt 23 Nationen waren am Start.

Um es gleich vorweg zu nehmen, die Sensation passierte: David Lama (AUT) gewann nach seinem ersten Sieg im Weltcup Sportklettern in Dresden auch seine Boulder-Weltcup-Premiere! Dabei wäre es beinahe ganz anders gekommen…

Denn David verbrachte vor der Qualifikation mehr als sechs Stunden in der Isolationszone, da er ganz am Schluss starten musste. Die Qualifikation lief dann auch nicht optimal und am letzten Boulder musste er erfolgreich sein, sonst würde er den Einzug ins Halbfinale verpassen. Im sage und schreibe 16. Versuch gelang es ihm dann, den 6. Boulder 5 Sekunden vor Ablauf der Zeit zu toppen!

Vom deutschen Team hatten sich Andre Borowka (SBB) und Jonas Baumann (Dortmund) fürs Halbfinale qualifiziert. Bei Karsten Borowka (SBB), Peter Würth (Ludwigshafen) und Aric Merz (Schwäbisch Gmünd) liefs leider nicht ganz so gut.

Andre Borowka erzielte aber mit seinem 10. Platz sein bestes Ergebnis bislang und Jonas Baumann bestätigte seine gute Form mit dem sehr guten 12. Platz!

Im Halbfinale ging es dann ans Eingemachte: aus zwanzig Startern qualifizieren sich die besten sechs fürs Finale. Das Routenbauerteam um Maxi Klaus (GER) hatte alles bestens vorbereitet und die Boulder waren entsprechend selektiv und attraktiv. Sehr gute Arbeit!

 Nachdem dann auch mit Anna Stör, David Lama und Kilian Fischhuber drei Österreicher im Finale vertreten waren, durfte man vom Publikum im Finale einiges erwarten. Etwas 5-600 waren dann auch zur finalen Klettershow ins Salzlager von Hall gekommen. Bei den Damen setzten sich von Anfang die beiden Russinnen Olga Bibik und Ioulia Abramtchouk an die Spitze und von der Konkurrenz ab. Relativ ungefährdet konnte letztendlich Olga ihren dritten Saisonsieg vor ihrer Landsfrau feiern. Dritte wurde die Französin Juliette Danion. Der Kampf um die europäische Krone bei der EM in Russland und die Entscheidung um den Gesamtweltcupsieg werden nun richtig spannend!

 Bei den Herren gab es während der vier Finalboulder ständige Platzierungswechsel, die Entscheidung fiel am letzten Boulder. Die besten Karten hatte eigentlich Jerome Meyer, aber er verpatzte den dritten Boulder, der von vier der sechs Finalteilnehmer geklettert wurde und scheinbar der leichteste war. Aber eben nicht von ihm. Darüber war er so sauer, dass er den letzten Boulder „einfach niedermähte“.

Trotz nicht optimaler Fuß- und Körperpositionierung, presste er die schlechten Sloper einfach zu und der Wille triumphierte über den Boulder. Damit war er vom vierten wieder auf dem zweiten Platz vorgeprescht. David Lama und auch Kilian Fischuber schafften diesen Boulder nicht. Kilian hätte ihn machen müssen, um zu gewinnen. David hatte aufgrund der geringeren Versuchszahl das beste Ergebnis und siegte beim Heimweltcup.

Der abschließende siebte Weltcup findet jetzt erst nach langer Pause im November in Moskau statt. Jetzt geht’s für die Boulderer am Freitag zur EM nach Russland.

Die gesamten Ergebnisse der Weltcups unter www.uiaaclimbing.com. Das DAV Team bedankt sich beim Ausstatter Lost Arrow.