DanielNach wiederholten Anläufen, verteilt auf zwei Jahre, konnte Daniel Gebel aus dem Team VAUDE Climbing am 1. Juli 2006 seine Route „Svec-Gebel, With or without you“, an der Schüsselkar-Südseite rotpunkt durchsteigen. Bisherige Begehungsversuche waren immer wieder an schlechten Verhältnissen gescheitert. Die Route wurde 2004 durch Daniel Gebel mit wechselnden Seilpartnern von unten eingerichtet und ist dem 2001 am Matterhorn tödlich verunglückten Radan Svec gewidmet. Daniels Bewertungsvorschläge für die einzelnen Längen lauten: 7, 7, 10- /10, 10-, 8, 7-, 9+/10-, womit die Route zu den schwersten im Wetterstein zählt.

Hier berichtet Daniel Gebel selbst von seiner neuesten Erschließung:
DanielDie Idee von der Linie entstand im Sommer 1997 als ich mit meinem damaligen Seilpartner Radan Svec über die Route Jörg-Simon abseilte, am Einstieg angekommen diskutierten wir bereits ob die Route nach unserer Erstbegehung Svec-Gebel oder Gebel-Svec heißen sollte. In den folgenden Jahren planten wir zwar immer wieder mit der Erstbegehung zu starten, scheiterten aber entweder am Wetter oder an gemeinsamer Freizeit, so dass sich das ganze langsam im Sande verlief.

Im Sommer 2001 verunglückte Radan beim Abstieg vom Matterhorn tödlich. Erst im Frühjahr 2004 war ich wieder im Schüsselkar unterwegs und wurde erneut an unseren Plan erinnert. An insgesamt 5 Klettertagen richtete ich die Route zunächst solo, später mit wechselnden Seilpartnern von unten ein, Rotpunktversuche der Längen folgten. Erst nachdem ich gelernt hatte, im Aufstieg mit meinen Kräften besser hauszuhalten und mir nicht mehr das Laktat schon am Einstieg in den Augen stand, konnte ich die schweren Längen klettern. Eine komplette Rotpunkt-Begehung scheiterte jedoch bis Herbst 2005 immer wieder an ungünstigen Freizeit- Wetter-Kombinationen.

„Svec-Gebel“ ist die Erinnerung an unsere gemeinsame Idee und an einen großartigen Freund und zuverlässigen Seilpartner. „With or without you“ war eines von Radans Lieblingsliedern und das letzte auf seiner Beerdigung, beschreibt aber auch mein Verhältnis zu Radan und der Route. Die erste Länge teilt sich unsere Route mit der Jörg-Simon verläuft dann aber in gerader Linie in Sportklettermanier immer entlang des schönsten, nicht immer entlang des leichtesten Wegs zum Gipfelkamm. Wegen ihres geraden Verlaufs wird die Route auch für andere Routen gerne als Abseilpiste genutzt.

Viele viele Dänker an Marius Rottländer, Felix Frieder, Norbert Bauer, Andi Sommer und Sepp Ledl fürs Sichern. Besondere Dänker an Hermes fürs Sichern und die „Butcher“-Länge, an den Steinmetz Julia für ihre Inschrift, an Ari für die viele Geduld beim Sichern und beim Ertragen meiner Launen wenn’s mal wieder nicht so klappte wie ich wollte und an Radan für die beste aller Zeiten in den Bergen!

Daniel Gebel

Download:
Topo Svec – Gebel (PDF)

Siehe auch:
www.vaude.com