Daniel Jung: Erfolgreicher Trip nach Spanien

Daniel Jung berichtet: Es lief aber dann überraschend gut. Schon am ersten Tag konnte ich die 40 m Gladiator im Grand Boveda Sektor klettern.

Fotostrecke: Daniel Jung: Erfolgreicher Trip nach Spanien

Fotos: © Szymun Dziukiewicz

Die ganze Zeit hatte ich die Bilder von Dave Graham in Los Borrachos del Mascun im Kopf und war sehr heiß drauf mir die Route anzuschauen und vielleicht auch zu versuchen.

Zum Glück wurde die Route auch noch von Andern Versucht, so konnte ich mir bei Diego einem Mexikaner und Lukaz Dudek einem Polen die Tricks abschauen und Tipps bekommen. Lukaz konnte Los Borrachos dann super schnell klettern, er benötigte nur drei Tage! Super stark, ein paar Tage zuvor hat er mit Minas Tirith seine erste 8c+ klettern können.

Los Borrachos startet mit einem knackigen Boulder an Leisten, wonach man einen sehr guten Rastpunkt hat. Man hängt zwar voll unterm Dach hat aber gute Griffe und ein super Hook der viel Gewicht nimmt. Dann kommt ein weiter Schnapper auf Schulter, mein Problemzug, dem ein Boulder an kleinen Griffen und der letzte Schnapper, auch ein Problemzug folgen. Mit den weiten Schnappern hatte ich so meine Schwierigkeiten, man muss ziemlich die Spannung halten und den Arsch an der Wand.  

Bei meinen ersten Durchtiegsversuchen merkte ich dann schnell, dass ich mich einfach nicht richtig an der Ruhestelle Erholen konnte. Beim ersten Schnapper fehlte mir die Spannung, woraufhin ich dann erstmal die Finger von der Route gelassen habe. Ich hatte viel Respekt vor den weiten Zügen und wollte erstmal noch mehr Ausdauer bekommen und andere Routen versuchen. Mit “Pata Negra” und “Iron Man” beide 30 m konnte ich dann zwei sehr anstrengende Ausdauerlinien durchsteigen.

Beim wieder an testen der Los Borrachos lief es dann tatsächlich besser mit der Ausdauer. Ich fühlte mich der Sache aber immer noch nicht gewachsen, mir fehlte noch ein wenig die Spannung für die weiten Züge. Mit weiten Zügen habe ich oft so meine Probleme, da meine Boulderwand zu hause relativ klein ist, bin ich das weit Schnappen nicht so gewohnt…

Ich habe mir dann Minas Tirith angeschaut und mich direkt verliebt. Die Linie geht an einer Dachkante einer kleinen Grotte entlang. Die ersten 10m sind sehr überhängend (man klettert nicht höher als 5 m) und sau schwer, danach muss man nur noch 12m an schönen Henkel-Sintern 6c zum Umlenker klettern. Die Züge sind bis auf einen relativ kurz und man klettert an kleinen Leisten und Zangen. Die Bewegungen machen voll Spaß, da man die ganze Zeit gut Spannung halten muss und kaum zum Atmen kommt. Das ganze ist dann mehr Tauchen als klettern, wenn man nicht wegen der großen Hitze von den Griffen schwimmt fällt man, weil einem die Luft ausgeht.

Das Versuchen hat voll Spaß gemacht, ich bin jeden Tag etwas weiter gekommen, so dass es  immer spannender wurde.  

Am letzten Tag an dem ich Versucht habe wollt ich eigentlich gar nicht Versuchen, weil es super warm und schwül war, kurz vor einem Gewitter. Ich weiß auch nicht warum ich dann einen Versuche gemacht habe, auf jeden Fall bin ich am dritten Zug schon auf den Griffen geschwommen, was bei den Tagen vorher schon direkt einen Abgang bedeutet hätte. Ich bin dann einfach weiter geklettert, ich war sicher gleich ab zufallen. Die Züge waren alle voll anstrengend, mir sind zum ersten mal die Unterarm zugelaufen und alles war echt verdammt anstrengend und verdammt knapp aber es hat irgendwie geklappt. Die Begehung war einfach nur riesen Glück bei den Bedingungen!!

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QuelleDaniel Jung