Während eines viertägigen Schönwetterfensters zwischen dem 11. und 14. August gelingt Alexander und Thomas Huber die erste Rotpunkt-Begehung der »Eternal Flame«, einer Kreation der legendären Seilschaft Güllich/ Albert aus dem Jahr 1989.

Den Huberbuam gelingt Rotpunkt-Begehung von "Eternal Flame"

Wir waren wieder unterwegs. Nach der erfolgreichen Antarktisexpedition ging unsere Reise nach Pakistan. Sieben Wochen Expedition im Karakorum, Trango-Gruppe, Nameless Tower, an einer der "schönsten“ Routen der Welt, "Eternal Flame“. Vor genau 20 Jahren hatten Kurt Albert, Wolfgang Güllich, Milan Sykora und Christoph Stiegler dieses Juwel in dieser wilden Gebirgswelt erstbegangen.

Fotostrecke: Den Huberbuam gelingt Rotpunkt-Begehung von Eternal Flame

[ngg_images gallery_ids=“516″ display_type=“photocrati-nextgen_basic_thumbnails“]

Fotos: © Hinterbrandner, Huberbuam

Damals kletterten sie gut 80% der Route frei, Risse wie im Yosemite Valley, im kompakten orangefabenen Granit, bis zum oberen achten Grad, nur wenige Seillängen in technischer Kletterei und das auf über 6000 Meter. Ein Meilenstein im Alpinismus!  Die Namen Güllich und Albert, die Fotos der Erstbegeher und die Berichte der ersten Wiederholer haben dazu beigetragen, dass "Eternal Flame“ zu einer der berühmtesten hochalpinen Kletterouten der Welt wurde.

Im Jahr 2003 kletterte Denis Burdet zwei der vier technischen Seillängen frei, bis zum Schwierigkeitsgrad 9+. Dennoch musste "Eternal Flame“ auch jetzt noch auf die erste Rotpunkt-Begehung warten, denn die zehnte Seillänge mit ihrer Bohrhakenleiter konnte nur technisch überwunden werden. Und auch der Pendelquergang in der zweiten Seillänge wehrte sich mit vier Metern strukturlosem Granit.2005 wurde ein weiterer, kleiner Mosaikstein hinzugefügt: Der Spanier Iker Pou fand eine Lösung zum Problem der zehnten Länge: Er entdeckte eine Möglichkeit, die Bohrhakenleiter rechts zu umgehen. Er konnte bei Schwierigkeiten bis zum unteren zehnten Grad alle Kletterzüge im Toprope entschlüsseln. Widrige Bedingungen verhinderten jedoch den Vorstieg in freier Kletterei.

Am 24. Juli 2009 kamen  wir im Basislager an. Wir: Franz Hinterbrandner (Kameramann), Mario Walder, Alexander und ich. Und wir hatten ein unglaubliches Glück. Das Wetter war bisher eher schlecht gewesen und es gab sehr viel Schnee. Doch wir hatten das Glück, Schönwetterbergsteiger sein zu dürfen. Nach zehn Tagen war unser Lager 2 auf der Sonnenterasse etabliert. Unsere Neugier lies uns sofort in die Wand steigen.Der strukturlose Granit am Quergang sah so aus wie es eben war: strukturlos!  Aber es gab noch eine andere Möglichkeit. Vom Beginn des Quergangs ca. 30 Meter gerade hoch an feinen Rissen und dann ein plattiger, aber doch strukturierter Quergang in das Risssystem von "Eternal Flame“. Und das klappte. Wir nannten die beiden Seillängen: "Come on Baby“ und "Light my Fire“ – maximal VIII+.

Drei Tage hatten wir eine gute Rast im Basislager, das Wetter war schlecht, bis unser persönlicher Meteorologe, Karl Gabel von der Wetterwarte Innsbruck, für die kommende Woche perfektes Wetter meldete, mindestens 6 Tage! Früh am Morgen, um drei Uhr starteten wir, sechs Stunden später erreichten wir unser Lager auf der Sonnenterasse.Kurze Pause dann ging's gleich weiter. Erst Mario, der kletterte meist immer vorne weg, fixierte die Seile für Franz, der wiederum filmte und fotografierte uns beim Durchstieg. (Keine Seillänge wurde wegen Film und Fotoaufnahmen doppelt geklettert. Alle Bilder und Filmaufnahmen entstanden unter „Livebedingungen'!)  

Die erste Seillänge, nur ein Vierer, Alexander fing an. Unser Ziel war die Rotpunkt-Begehung, d.h. in wechselnder Seilführung wollten wir als Seilschaft, im Vorstieg wie im Nachstieg, alle Seillängen frei und ohne  Sturz von Stand zu Stand klettern.  Eben ganz einfach und logisch.Jetzt kamen die neuen Seillängen der Umgehung zum Pendelquergang der zweiten Seillänge. " Come on Baby“,  Rotpunkt, "Light my Fire“, ein 20-Meter-Quergang, Rotpunkt, und noch eine kurze Risseillänge: "Come Together“. Dann waren wir wieder auf der Originalführe. Und wir kletterten noch weiter. Noch einmal drei Seillängen bis das von oben kommende Schmelzwasser das Klettern unmöglich machte. Das war ein perfekter Start!