Stefan Glowacz Robert Jasper

Nach brandneuen, aber noch nicht bestätigten Angaben, haben Stefan
Glowacz und Robert Jasper den Nordgipfel des Murallon über eine
„geniale Linie“ durch den Nordpfeiler erreicht. Alle Teilnehmer seien
wohlauf. Nachfolgend „was bisher geschah“ von Daniela Jasper:

Murallòn: Erstbegehung oder Wiederholung?
Eine Klarstellung von Daniela Jasper

Der Murallòn wurde bereits vor rund 20 Jahren erstmals
bestiegen. Am 14. Februar 1984 erreichten Casimiro Ferrari und Paolo
Vitali den Gipfel über die Nordostkante. Folglich kann man den
Gipfel und die damalige Aufstiegsroute nicht mehr als „Erstbesteigung“
angehen.

Man kann aber die Erstbegehung einer bestimmten Wand oder Route
versuchen. Die Nordwand, die Stefan Glowacz und Robert derzeit
vorhaben, ist noch ohne Begehung. Gelingt es den beiden, haben sie die
Erstbegehung dieser Wand erreicht, nicht jedoch des Gipfels.

Der Murallòn ist erreicht!
Mündlich per Satellitentelefon von Robert Jasper
1. Dezember, Basislager

Nach der langen Phase kräftezehrender Schlepperei der
Ausrüstung über den Upsala-Gletscher hat das Expeditionsteam
den Wandfuß erreicht. Nahe an der Nordwand des Murallòn
wurde eine Eishöhle gegraben und sogleich bezogen (die Höhle
besteht tatsächlich aus hartem Eis). Das Wetter ist nach wie vor
sehr schlecht, Regen und Schnee wechseln sich ab, stets begleitet von
heftigen Stürmen.

Bei den ersten näheren Besichtigungen der Nordwand sprangen Robert
nach eigenen Angaben gleich zwei tolle Möglichkeiten für eine
phantastische Linie durch die Wand ins Auge.

Alle Teilnehmer sind gesund und wohlauf.

Schleppen der Ausrüstung
Mündlich per Satellitentelefon von Robert Jasper
25. November 2003, Upsala-Gletscher.

Entgegen der Meldung von gestern ist das Team noch nicht am
Murallòn angekommen. Der Murallòn wurde definitiv noch
nicht erreicht. Das Expeditionsteam um Robert Jasper und Stefan Glowacz
ist nach wie vor mit dem Transport der Ausrüstung beschäftigt.

Jeder der beiden hat 200 Kilogramm Ausrüstung an den
Murallòn zu bewegen. Bis heute sind Stefan und Robert dreimal
hin und her marschiert und haben dabei 150 Kilometer zurückgelegt.
Nach Einschätzung von Robert Jasper haben sie sich bis auf einen
Tagesmarsch an die Wand herangearbeitet. Der Upsala-Gletscher, auf dem
sie sich bewegen, erwies sich als äußerst zerklüftet
und schwierig.

Das Expeditionsteam hatte zuvor rund eine Woche in der Hacienda
Christina, einer kleinen Blechhütte am Rande des Gletschers, wegen
schwerer Stürme festgesessen. Von dort aus erfolgt nun der
Materialtransport in das noch zu erreichtende Basislager am Fuße
des Murallòn.

Warten in einer Eishöhle
Mündlich per Satellitentelefon von Robert Jasper
24. November 2003, Basislager.

Robert, Stefan, Klaus und Sebastian haben den Fuss der Nord-Ost Wand
des Murallón erreicht. Das Geduldspiel wird nun also in einer
Eishöhle fortgesetzt. Denn das Wetter spielt nicht mit – es ist
sehr kalt und die starken Stürme lassen noch keinen Versuch zu.

Siehe auch:
Murallon Expedition: Glowacz und Jasper zum Warten
verurteilt


www.glowacz.de
www.robert-jasper.de