Es war eine erlesene Runde, die sich am vergangenen Samstag zum dritten Deutschen Bouldercup in Pforzheim eingefunden hatte.

Deutscher Bouldercup: Die Goldstadt Pforzheim wird zur Goldstadt für Danker und Wurm

Die Sektion Pforzheim hatte in Kooperation mit der Pforzheimer Messe PKM und der Agentur proconcept in die St-Maur Eissporthalle geladen und gerade einmal 8 Damen und 32 Herren hatten sich in die Goldstadt am Rande des Schwarzwaldes aufgemacht, um die Medaillen unter sich auszumachen.

Fotostrecke: Deutscher Bouldercup 2009 Pforzheim

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Fotos: © Matthias Keller, DAV

Nach der Rekord-Beteiligung auf der Münchner ispo war es nun ein wenig verwunderlich, warum sich nur so wenige Boulderer angemeldet hatten – die Meldelage zu den Bouldercups scheint eigenen Gesetzmäßigkeiten zu gehorchen…Zumindest die Top-Favoriten waren aber alle versammelt und ließen in der Quali auch nichts anbrennen: Bei den Herren erreichten alle Verdächtigen, die man auch im Halbfinale erwartet hätte, die Runde der besten Zwanzig; die Damen-Quali wurde angesichts der Teilnehmerzahl jedoch ganz gestrichen und der Damen-Wettkampf begann mit dem Halbfinale.

In der zweiten Runde warteten dann mit schweren Bouldern doch einige Überraschungen auf die Herren -eine ganze Reihe starker Kletterer fiel den Halbfinalbouldern zum Opfer: Markus Jung (Siegerland), der 2008 immerhin zweimal im Finale eines Bouldercups stand, musste gar ganz ohne Topbegehung und mit nur einer Bonuswertung die Schuhe wieder einpacken; der Deutsche Meister Jan Hojer hatte mit einem Top auch nicht viel mehr Glück, ebenso wie ispo-Gewinner Bruno Vacka (Rosenheim), der sich auch noch am zweiten Boulder am Knie verletzte.Aber auch für zwei andere große Namen lief es nicht optimal an diesem Tag: Nur zwei Boulder und damit noch einen zu wenig für das Finale hatte Altmeister Christian Bindhammer (Kempten) am Ende des Halbfinales auf seinem Laufzettel stehen, ebenso wie der amtierende Deutsche Bouldermeister Andre Borowka (SBB).

Wer in die Runde der letzten 6 wollte, musste aber mindestens drei Boulder klettern und das schafften schließlich Frank Jaenecke (Leipzig), Thomas Tauporn (Schwäb.-Gmünd), Peter Würth (Ludwigshafen), Jonas Baumann (Wuppertal), Markus Hoppe (SBB) und Stefan Danker (Landshut), der als einziger drei Halbfinalboulder flashen konnte. Im Finale schlug dann erneut die Stunde von Stefan Danker: Unglaublich souverän und kontrolliert konnte der Landshuter, der in diesem Jahr aufgrund von zahlreichen Uni-Prüfungen leider auf einen WM-Start in China verzichten muss, als einziger der Finalisten alle 4 Boulder im ersten Versuch klettern.Bereits vor dem vierten Boulder stand Danker schon als Sieger fest, als er aber dann auch noch als einziger den letzten schweren Boulder, an dem sich zuvor alle die Zähne ausgebissen hatten, klettern konnte, tobten die Zuschauer in der Halle. Anders als seine Konkurrenten zuvor setzte Danker nicht zum Doppeldyno an eine abschüssige Kante an, sondern drehte einfach den Startgriff zum Sprung auf Untergriff um – alle seine Konkurrenten hatten dies zuvor erfolglos probiert – und machte den Zug einfach statisch.

Mit diesem Coup sicherte sich Danker seinen ersten Bouldercup-Sieg, nachdem er bereits in Kitzbühel nur einen klitzekleinen Zug vom Sieg entfernt gewesen war und ihm statt dem Sieg nur der sechste Platz blieb… An diesem Tag hatte auch Jonas Baumann kein Mittel gegen Dankers Kletterkunst parat; der Wuppertaler wurde Zweiter vor Markus Hoppe und Thomas Tauporn – alle drei konnten noch drei Finalboulder klettern. Peter Würth landete auf dem fünften Rang vor Frank Jaenecke. In der Meisterschaftswertung führt nun auch vor dem abschließenden Wettkampf in Überlingen Stefan Danker mit deutlichem Vorsprung vor Jonas Baumann und Mathias Conrad (Zweibrücken).