Irgendwie ist Petrus doch ein Kletterer: Zwar gab es am vergangenen Wochenende zum ersten Deutschlandcup und zum zweiten DAV Jugend- und Juniorencup an der Außenanlage in Kempten vor allem am Sonntag immer wieder Regenschauer und es war empfindlich kalt, aber der Wettkampf konnte auch wegen des großen Engagements der Sektion Allgäu-Kempten und seiner zahlreichen Helfer ohne Zeitverzögerung über die Bühne gehen.

DSC Kempten: Das Allgäu trotzt dem Regen

Und dabei war das Wetter dann gottseidank auch nicht ganz so mies, wie zuerst noch angekündigt. Dass die Kemptner für hervorragende Wettkämpfe mit bislang eher sommerlichem Flair stehen, hatten sie bereits mit zwei Sportklettercups bewiesen und auch diesmal trotzten die Helfer um die OK-Chefs Elmar König und Daniel Anwander einfach dem wechselhaften Wetter und sorgten eben mit guter Stimmung für entsprechende Wärme.

Fotostrecke: DSC Kempten: Das Allgäu trotzt dem Regen

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Fotos: © Matthias Keller, Stefan Heiligensetzer (www.experience-outdoors.de)

Am Samstag sollte zum Sportklettercup der Senioren sowieso noch alles nahezu regenfrei ablaufen – 18 Damen und 32 Herren hatten sich in die Allgäumetropole eingefunden, um sich beim ersten von zwei Cups 2009 bereits einen Teil ihrer DM-Qualifikation zu sichern. Zuvor warteten aber noch einige dicke Nüsse auf die Starter: Das Local-Routenbauer-Team Maxi Klaus, Ole Herrenkind und der Exil-Amerikaner Luke Brady hatten jeweils eine eher flachere, technische und eine lange und steile Quali-Route für Damen und Herren in die Wände geschraubt. Nach der ersten Herrenquali konnten sich noch neun Herren mit einer Topbegehung Chancen aufs Finale ausrechnen, von denen auch tatsächlich alle bis auf Jan Ruh (Konstanz), der in der zweiten Route unglücklich abrutschte, ihre Leistung aus dem ersten Durchgang bestätigen konnten.

Aber nur Thomas „Shorty“ Tauporn (Schwäbisch-Gmünd) und der Kemptner Lokalmatador Christian Bindhammer schafften es, die athletische Tour über zahlreiche Dächer top zu klettern. Beeindruckend dabei die scheinbare Leichtigkeit von Tauporn, der jeden Zug bis zur Umlenkung aussehen ließ, als klettere er eine 7+ zum Aufwärmen. Aber auch Altmeister Bindhammer befindet sich derzeit wieder in Topform für die WM, die nächstes Wochenende in China beginnt, so dass die beiden, die sich bereits auch beim letzten Swisscup in Lenzburg duellierten, als Favoriten ins Finale zogen. Neben den beiden erreichten noch Markus Jung (Siegerland), Markus Hoppe (SBB), Andreas Bindhammer (Allgäu-Kempten) , Jonas Baumann (Wuppertal), Jan Hojer (Frankfurt) sowie Stefan Danker (Landshut) das Finale.

Die Favoriten patzen – Stefan Danker macht auch mit Seil das Rennen

Hier ging es dann unter Spotlight in der Dämmerung in eine lange Route bis an die Dachkante, die mit zahlreichen Volumen gespickt war und spektakuläre Kletterzüge versprach. Für Routenbauer Maxi Klaus gar eine der „schönsten Linien, die er je geschraubt hat“ – und er hat schon einige geschraubt… Zuerst durfte der frischgebackene Boulder-Weltcup-Sieger Jonas Baumann an die Wand, der nach eigener Auskunft zuvor „ca. 2 mal in diesem Jahr“ den Gurt ausgepackt hatte – aber auch mit entsprechendem Bouldertraining auf höchstem Niveau steigt die Ausdauerleistung – der Finaleinzug war der Beweis.Für Baumann war allerdings bereits im unteren Teil der Route bei einem Zug in die Verschneidung Schluss – er nahm es gelassen, schließlich war er ja nicht in seiner Spezialdisziplin unterwegs. Etwas besser lief es da schon für Andreas Bindhammer, der nach Baumann an die Wand durfte: Er überwand locker die Verschneidungspassage, kletterte weiter oben an einem Volumen allerdings eine von den Routenbauern so nicht eingeplante Variante, die unnötig Kraft kostete und ihn schließlich nach einem eindrucksvollen Fight beim Versuch, einen Griff zu wechseln, abwarf.

Auch der nach ihm startende Stefan Danker kletterte die kräftezehrende Variante, konnte aber noch den nächsten Griff berühren und setzte sich somit knapp vor Bindhammer. Noch hofften die Routenbauer, dass einer der noch kommenden Herren ihre erlesene Kreation toppen würde können, aber auch die nachfolgenden Jan Hojer und Markus Jung erkannten die gedachte Linie nicht, ließen viel Kraft und tropften vorzeitig ab