DSC Leipzig: Stefan Danker und Juliane Wurm holen Gesamtwertung 2008

Da in fast allen Wertungs- und Altersklassen vor dem Wettkampf in puncto Gesamtsieg und den begehrten DM-Startplätzen noch nichts entschieden war, war es in Leipzig entsprechend spannend; einige Starter rechneten sich schon im Vorfeld die Konstellationen aus, bei denen sie noch Chancen auf das Gesamtwertungspodium oder den DM-Start gehabt hätten. Das Cupfinale wollten sich 26 Damen, 35 Herren und 117 Jugendliche nicht entgehen lassen – Melderekord für die Saison 2008!

Fotostrecke: Deutscher Sportklettercup Leipzig 2008

Fotos: © Matthias Keller/DAV, Henning Holzapfel, Mike Jaeger

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Herren: Stefan Danker erneut nicht zu stoppen!

Bei den Herren gab es gleich einige ganz heiße Aspiranten auf den Tagessieg und die Gesamtwertung: Allen voran Thomas „Shorty“ Tauporn (Schwäbisch-Gmünd), der gerade erst bei der EM in Paris mit dem 10. Platz gezeigt hat, dass er in blendender Form ist und bei einem Sieg und entsprechender Platzierung seiner Konkurrenten noch die Gesamtwertung hätte gewinnen können. Besonders heiß auf einen weiteren Sieg, der ihm den Gesamtsieg im Sportklettercup einbringen würde, war auch der Landshuter Stefan Danker, der vor dem Wettkampf die Gesamtwertung anführte.

Aber auch der Kemptener Andreas Bindhammer hatte gerade erst eine brettharte Route im Grad 9a+ wiederholt und man konnte vermuten, dass er gut im Saft stand. Ebenfalls auf dem Schirm musste man natürlich die „alten Hasen“ Christian Bindhammer (Allgäu-Kempten) und den Fast-Local Markus Hoppe (SBB) haben – Letzterer hatte sogar rechnerisch ebenfalls noch Chancen auf den Gesamtsieg.

Erwartungsgemäß hatten diese Favoriten keine Probleme mit der Qualifikation – sie konnten beiden Routen des Routenbauertrios Ole Herrenkind, Christian Benk und Christoph Gabrysch top klettern und zogen damit sicher ins Finale ein. Ebenso zweimal „top“ stand nach der Qualifikation auch für den jungen Frankfurter Jan Hojer und für Felix Neumärker (SBB) auf der Ergebnisliste. Die letzte Runde der besten 8 wurde komplettiert durch den Freiburger Benjamin Sillmann, der als einziger der Finalisten eine Qualiroute nicht top klettern konnte.

Im Finale vor rappelvoller Kletterhalle wartete dann eine großartige Linie auf die 8 Herren: Schon bei der Besichtigung war den Aspiranten klar, dass im unteren Drittel ein „Alles-oder nichts-Zug“ wartete; galt es doch von einem langen Sinter über einen Schulterzug weit nach rechts an einen großen Henkel zu springen. Nur große Kletterer konnten darauf hoffen, den Zug statisch und damit sicherer machen zu können. Benjamin Sillmann konnte gleich als erster Starter den Sprung meistern, scheiterte aber kurz darauf in einer Querungssequenz.
Für die folgenden beiden Starter Felix Neumärker und Andreas Bindhammer wurde der Sprung jedoch zum Verhängnis: Beide konnten mit derartigem Seitschwung den sehr glatten Henkel nicht halten und fielen aus der Wand. Andis verärgerter Kommentar: „Mist, ich hätte nicht damit gerechnet, dass der Griff so schlecht und so glatt ist!“ Dabei hatte er – entgegen seines sonst so kontrollierten Kletterstils – sofort und beherzt den Sprung angesetzt. Mehr Glück mit dem pinken Plastikgriff hatten danach Jan Hojer und Christian Bindhammer; beide meisterten den Sprung, mussten sich aber weiter oben an einem Volumen der Schwerkraft ergeben. Hier hatte Hojer mit einer Wertung mehr knapp die Nase vorn und lag damit drei Kletterer vor Schluss in Führung.

Markus Hoppe hatte als nächster Starter ebenfalls keine Probleme mit dem Sprung – er machte den Schulterzug einfach statisch – und fand sogar nach einem spektakulären „Gesicht-zum-Publikum-Hangler“ in der Querungssequenz einen Rastpunkt hinter einer Pyramiden-Struktur. Allerdings konnte er aber anschließend ebenfalls am „Seestern“ nicht über die Höhe von Christian Bindhammer klettern. Dann kam der frischgebackene Jugend A-Vizeweltmeister und Zehnter der EM in Paris, Thomas Tauporn an die Wand: Er schien fast mühelos die Sequenzen klettern können und kam erstmals über den Seestern, an dem zuvor alle gescheitert waren und kippte erst an einem weiten Zug kurz vor der Ausstiegsplatte aus der Wand. Folglich Platz 1 für ihn vor dem letzten Starter Stefan Danker!

Für Stefan war vor dem Wettkampf klar: „Ich will den Gesamtsieg!“ Dafür musste er nun gewinnen, denn mit einem Sieg hätte Shorty das Rennen um die Gesamtwertung gemacht. So schraubte sich Danker souverän höher und höher – auch er konnte den Sprung statisch klettern – und fand schließlich an der Pyramidenstruktur sogar einen No-Hand-Rest. Derart erholt kletterte der sympathische Landshuter unter den frenetischen Anfeuerungen der rund 350 Zuschauer bis fast zum Topgriff. Damit hatte er nicht nur den zweiten Sportklettercupsieg, sondern auch die Gesamtwertung 2008 in der Tasche! Hinter ihm folgten die Herren Tauporn und Hojer auf den Podiumsrängen und komplettierten damit das „Youngster-Treppchen“; in der Gesamtwertung bedeutete dies einen weiteren zweiten Platz für Thomas Tauporn vor Markus Hoppe.

Ergebnis Herren Tageswertung:
1. Stefan Danker (Landshut)
2. Thomas Tauporn (Schwäb.-Gmünd)
3. Jan Hojer (Frankfurt)
4. Christian Bindhammer (Allgäu-Kempten)
4. Markus Hoppe (SBB)
6. Benjamin Sillmann (Freiburg)
7. Felix Neumärker (SBB)
7. Andreas Bindhammer (Allgäu-Kempten)

Ergebnis Herren Gesamtwertung Sportklettercup 2008:
1. Stefan Danker
2. Thomas Tauporn
3. Markus Hoppe