Bei einem Einsturz der Eiskapelle bei Hintersee (Flachgau) ist am Mittwoch der dreimalige Eiskletter-Weltmeister Harald Berger gestorben. Bei dem gewaltigen Lawinenkegel brach eine Eisscholle ab, die ihn begrub.

Oberkörper unter 150 Tonnen Eis begraben
Der 34-jährige Eiskletterprofi, der aus Linz stammte und in Salzburg lebte, kletterte in etwa drei Meter Höhe eines Überhangs. Gegen 14.15 Uhr dürfte ein Pickelschlag eine Kettenreaktion im Eis ausgelöst haben – die riesige überhängende Eisscholle brach ab. Berger wurde von rund 150 Tonnen begraben, schätzen die Einsatzkräfte.

Der Tote konnte erst nach einigen Stunden geborgen werden – Spezialisten von Feuerwehr, Bergrettung und Alpinpolizei zerteilten den 30 mal 25 Meter großen und zweieinhalb Meter dicken Eisblock mit Schremmgeräten. Mit einem Hebekissen wurden die Bruchstücke dann angehoben, um den 34-Jährigen zu bergen.

Mit ihm waren drei weitere Kletterer bei der Eiskapelle zum Trainieren. Diese Zeugen des Unglücks wurden nicht verletzt. Harald Berger hinterlässt hochschwangere Frau.

Lawinenkegel beliebtes Ziel
Die Eiskapelle unterhalb des Wieserhörndls in der Osterhorngruppe ist ein beliebtes Wander- und Eisklettererziel: Die zahlreichen Lawinen, die in den Talkessel auf 850 Meter Seehöhe abgehen, schmelzen oft das ganze Jahr lang nicht völlig ab. Wie bei einem Gletscher bilden sich in dem Altschnee Spalten und Höhlen, die jederzeit einstürzen können.

salzburg.orf.at

Siehe auch:
www.haraldberger.at
salzburg.orf.at/stories/159287/

Harald Berger
Harald Berger