Ganz knapp war es für die beiden DAV-Starter im Lead-Wettbewerb: Sowohl Juliane Wurm als auch Thomas Tauporn verpassten mit den Plätzen 11 bzw. 10 knapp den Einzug ins Finale der besten 8 beim Jahreshighlight in Paris-Bercy.

Europameisterschaft 2008Lead Herren: Patxi holt den Titel; Shorty knapp am Finale vorbei

In der Qualifikation lief es für Thomas „Shorty“ Tauporn schon hervorragend – mit einem neunten Platz lag er bereits sicher in den Halbfinalrängen und sogar im Bereich des Finaleinzugs – dementsprechend selbstbewusst konnte er in die nächste Runde gehen:Im Halbfinale musste die Route dann aber getoppt werden, um sicher weiter zu kommen; nur ein Starter schaffte es schließlich ohne Topbegehung ins Finale. Shorty konnte auch hier wieder eine tolle Vorstellung abliefern und eine beachtliche Höhe erklettern – damit fehlten ihm schließlich noch dreieinhalb Züge für den Finaleinzug.

So blieb für ihn in der EM-Wertung aber trotzdem noch der 10. Platz – damit erreichte er der Jugend A Vizeweltmeister nicht nur sein bestes Ergebnis bei den Herren bislang sondern er erhielt auch ein Fingerzeig, wo es in der Zukunft sportlich noch hingehen kann: Mit konstant guten Leistungen in den vergangenen Monaten arbeitet sich der Schwäbisch-Gmünder derzeit an die Finalränge der Weltcups heran – das Potential dazu hat er auf alle Fälle und es ist bei entsprechendem Trainingsfleiß nur noch eine Frage der Zeit, bis er den Sprung in ein Weltcup-Finale schaffen kann.

Im EM- Finale konnte schließlich keiner der acht Herren die Umlenkung einhängen: Den Titel holte sich in einer knappen Entscheidung der Spanier Patxi Usobiaga vor dem Tschechen Tomas Mrazek und dem jungen Franzosen Manuel Romain. Das Trio machte die Entscheidung im Bereich eines Zuges aus und konnte die Konkurrenz im Finale deutlich auf Distanz halten:Der Viertplatzierte Franzose Fabien Comina fiel bereits acht Züge zuvor. Dabei wurde spektakuläre Kletterei im großen Dach geboten – teilweise mit den Füßen zuerst stiegen die Finalisten in das Dach ein und Jakob Schubert (A; 6. Platz) fand sogar noch die Muße, im Dach das Publikum anzuheizen, bevor er die Dachsequenz hangelte – die passende Show zum Finale!
 
Lead Damen: Johanna Ernst dominiert wieder einmal die Konkurrenz – Juliane Wurm mit einem hervorragenden 11. Platz

Ähnlich gut wie für Thomas Tauporn lief es auch für seine Teamkollegin Juliane Wurm: Die Vize-Junioren-Weltmeisterin konnte mit einer soliden Vorstellung nach Plan und einem 17 Platz nach der Qualifikation ebenfalls sicher ins Halbfinale einziehen – dabei kam ihr sicherlich zugute, dass sie die Wettkampfwand bereits vom Weltcup in Chamonix kannte und ihr der Charakter der Route entgegen kam. In der Runde der besten 26 konnte Juliane dann noch einmal mächtig zulegen: In der Halbfinalroute, die ohne große Rastpunkte zügiges Klettern erforderte, schraubte sie sich bis zur Wertung 32- hinauf – am Ende brachte ihr diese Leistung den hervorragenden 11. Platz.

Vom Finale trennten sie schließlich zwar noch acht Züge, aber auch für Juliane bedeutete diese Platzierung das beste Ergebnis bei den Damen bislang. Mit dieser Platzierung hat Juliane erstmals Anschluss an die Weltspitze gefunden und sie kann in Zukunft wohl ihre Ambitionen auf den Finaleinzug bei den Weltcups ausrichten. Es bleibt ihr zu wünschen, dass sie ihr EM-Ergebnis nun als weitere Motivation nutzen kann, den Winter zur konsequenten Vorbereitung für die nächste Weltcup-Saison nutzt und im nächsten Jahr bei den großen Events ein Wörtchen mitreden kann.

Im Finale gab es dann ein in dieser Saison schon oft gesehenes Szenario: Nur eine Kletterin schaffte das Top und kam damit sturzfrei durch alle Runden: Die Österreicherin Johanna Ernst sicherte sich mit dieser fehlerfreien Vorstellung einen weiteren großen Titel in ihrer jungen Karriere. Sie dominiert in ihrem ersten Jahr bei den Damen das Wettkampfgeschehen quasi nach Belieben – nur ein einziges Mal stand sie in diesem Jahr nicht ganz oben auf dem Treppchen. Mittlerweile hat sie nach mehrfachen Weltcupsiegen, dem Weltcup-Gesamtgewinn, dem Rockmastertitel, dem Jugendweltmeistertitel und dem EM-Gewinn fast alle großen Titel in nur einer Saison abgeräumt. Wer kann dieses Mädel noch stoppen??
Zweite wurde die nach einer Verletzungspause nun wieder zu alter Stärke zurückgehrte Slowenin Maja Vidmar vor Mina Markovic (ebenfalls SLO).