RusslandEkatrinburg liegt hinter dem Ural
Vom 29.6. – 3.7. fand in Ekatrinburg (3 Flugstunden östlich von Moskau) die Europameisterschaften im Klettern 2006 statt. Alle zwei Jahre werden im Wechsel mit der WM die kontinentalen Meister gesucht.

Die EM 2006 stand unter keinem guten Stern: der Boulderwettkampf wurde nach großen organisatorischen Problemen abgesagt. Ein Novum bei einer Großveranstaltung. Die EM im einzelnen.

Jugend klettert zum Olymp: Durif gewinnt, Lama nicht zu stoppen
David Lama aus Österreich (15 Jahre) setzt seinen Triumphlauf fort, nach seinen Topresultaten bei den Weltcups wurde er nun auch Europameister. Gratulation! Der Verlauf der Sportkletterwettkämpfe war ansonsten von Überraschungen bis Sensationen geprägt: Charlotte Durif (16 Jahre, FRA) beendete die Siegesserie von Angela Eiter und holte sich den Titel. Die Favoritin wurde „nur“ Fünfte. Dabei dominierten die Französinnen das Finale: Neben der Siegerin gewann Sandrine Levet die Silbermedaille, Bronze ging an Maja Vidmar (SLO).

Timo PreusslerGleich mehrere Herren aus Osteuropa erreichten das Finale, dafür kein einziger Franzose. Es fehlten auch Tomas Mrazek (CZE) und Joerg Verhoven (NED, beide 10. Platz) als es um die Medaillen ging. Noch schlimmer traf es die Spanier Patxi Usobiaga (Worldgames Sieger 2005) und Ramon Puigplanque als amtierenden Europameister: Sie scheiterten schon früh in der Qualifikation und wurden 38. bzw. 30.

Auch die deutschen Teilnehmer blieben leider hinter ihren Möglichkeiten:
Timo Preußler gelang mit dem 22. Platz der Einzug ins Halbfinale, Felix Neumärker wurde 28. und Markus Hoppe 31. Timo hatte als einer der wenigen die Qualiroute sehr souverän top geklettertet und sich gute Chancen aufs Finale ausgerechnet. Die Halbfinaleroute lag ihm wie vielen anderen dann nicht so gut.

Damit konnte David Lama seinen Siegeszug fortsetzen. Neben ihm standen der Schweizer Cedric Lachat (Silber) und der Russe Dimitri Sharafetdinov (Bronze) auf dem Podest.

UIAABouldern: Absage des Wettkampf aus Sicherheitsgründen
Beim Bouldern gab es ein Novum. Noch nie wurde bei einer Kletter-Großveranstaltung ein Wettkampf abgesagt. Die Problematik lag in qualitativ zu schlechten Matten, die nicht den Sicherheitsregeln der UIAA Climbing entsprachen. Den Organisatoren gelang es dabei nicht, das Problem in den Griff zu bekommen. So entschied die Jury nach mehreren Verschiebungen die Absage des Wettkampfes.

Das ist sehr ärgerlich und nicht fördernd für die Entwicklung des Klettersports. Bevor man jedoch hier vorschnell verurteilt, gilt es die Situation detailliert zu analysieren und die entsprechenden Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen. Besonders schade ist es für die Sportlerinnen und Sportler, die sich auf die EM vorbereitet haben und schon ein paar Tage vor Ort waren. Ganz zu schweigen vom finanziellen Aufwand der Verbände, ihre Teams nach Ekatrinburg zu schicken.

Speed: Alle sechs Medaillen gehen nach Russland
Diesmal konnte nicht mal die Ukraine in den Medaillenkampf eingreifen: alle sechs Medaillen bleiben im Ausrichterland und zeigten eindrucksvoll die Dominanz der Russen. Europameister sind Evgeny VAYTSEKHOVSKY und Anna SAULEVICH vor Sergey SINITSYN und Ksenia ALEXEEVA, den dritten Platz nahmen Alexander PESHEKHONOV und Valentina YURINA ein.

Deutschland war durch seinen Speed-Meister Jonas Baumann mit Außenseiterchancen vertreten. Und ihm gelang ein Achtungserfolg: Er qualifizierte sich fürs Achtelfinale, wo er gegen den späteren Europameister ausschied.

Ein Dank geht an den Teamausrüster Lost Arrow.