Den fast schon legendären Speedcup auf der Friedrichshafener Outdoor-Messe gibt es zwar schon länger, aber in diesem Jahr wurde der Wettkampf an der 10m Weltrekordwand zum ersten Mal unter der Regie des European Council der IFSC als offizieller europäischer Speedwettkampf ausgetragen.

European Speedcup: Gelungene Premiere auf der Outdoor in Friedrichshafen

Dabei traten am Vormittag des ersten Messetages die Jugendlichen zu den European Youth Series im Speed an – am Nachmittag waren dann die Erwachsenen an der Reihe. Viele Top-Speedkletterer nutzten den Wettkampf als willkommenen Zwischenstopp auf dem Weg zum Rockmaster nach Arco.

Fotostrecke: European Speed Youth Series 2010

Fotos: © Sebastian Lindemeyer

Schnelle Youngsters bei den European Speed Youth Series

Gleich mehrere große Speedteams hatten sich für den Jugendwettkampf angemeldet und bereits in der Quali wurde klar, dass die schnellen osteuropäischen Starter das Maß aller Dinge sein würden. Aber auch aus Italien und Frankreich kamen einige sehr schnelle Nachwuchskletterer – ein Zeichen, dass auch hier das Speedklettern zunehmend ernst genommen wird.Gottseidank wurde die Veranstaltungsstätte im Foyer Ost an diesem Tag großzügig mit der Klimaanlage versorgt – am Tag zuvor hatten beim Routenbau unter dem Glasdach noch Temperaturen von 50 Grad geherrscht – an Klettern war hier noch nicht zu denken gewesen.

Aus deutscher Sicht waren neben den Speedkaderstartern Maximilian Porscha (Schwaben), Isabell Haag (Schwaben) und Florian Böbel (Schwaben) auch noch einige weitere Starter aus der Speedhochburg Stuttgart angetreten. Zwei von ihnen schafften es unter den Augen des Speedkadertrainers Johannes Lau am Ende gar aufs Podium: In der weiblichen Jugend B belegten Anja Schreiber und Hanne Schächtele Platz zwei und drei hinter der Siegerin Alexandra Elmer (AUT) und lassen auf weitere deutsche Speedtalente hoffen.

Sonst gab es leider kein Edelmetall für den DAV – die Siege in den Jugendklassen gingen an Allessandro Santoni (ITA, Jugend B männl.), Rafal Halasa (POL) und Karina Mirioslaw (POL, Jugend A) sowie an Arman Ter-Minasyan (RUS) und Klaudia Buczek (POL; Junioren).

Hroza und Bud Gusaim machen das Rennen bei den Senioren

Bei den Senioren hatte zwar leider die Speed-Gesamtweltcupsiegerin von 2008 und 2009, Edyta Ropek (POL), kurzfristig noch abgesagt, weil ihr der zusätzliche Wettkampf nach ihrem zweiten Platz beim Weltcup in Chamonix und kurz vor dem Rockmaster dann doch zu viel gewesen wäre, aber das Starterfeld konnte sich auch ohne sie sehen lassen. Bei den Herren stand am Ende der Vorjahresgewinner und der frischgebackene Weltcupsieger von Chamonix, Libor Hroza (CZE), ganz oben auf dem Treppchen.

Mit einer Siegerzeit von 4.34 sec. in der Qualifikation kam er schon nahe an den Weltrekord von 4.11 sec heran. Der bereits bei den Junioren siegreichen Arman Ter-Minasyan (RUS) hatte im Finale gegen Hroza keine Chance, auch wenn der derzeit stärkste Speedkletterer hier „nur“ 4.47 sec hinlegte. Dritter wurde der Ukrainer Maksim Osipov – ebenfalls ein regelmäßiger Podiumskandidat bei den Speedweltcups.

Die Damen hatten in Abwesenheit von Favoritin Edyta Ropek ein etwas leichteres Spiel: So war der Wettkampf eine rein ukrainische Angelegenheit – das komplette Podium war in gelb-blau gewandet. Oleksandra Bud Gusaim konnte sich nach einem knappen Finaldurchgang in 7.13 sec. über einen Siegerscheck von 500 Euro freuen, ihre Landsfrauen Anastasiya Savisko auf Platz zwei (7.16 sec) und Olena Sheremetyeva auf Rang drei konnten ebenfalls noch einen Zuschuss zu den Reisekosten in Empfang nehmen.

Wie so oft im Speedklettern wurde die schnellste Zeit (6.87 sec.) bei den Damen nicht im Finale sondern in der Qualifikation und auch noch von der später Viertplatzierten Polin Klaudia Buczek geklettert.

Haag und Simon Bosler gewinnen deutsche Speedcupwertung jeweils mit neuem deutschem Rekord

Aus der europäischen Rangliste wurde schließlich auch erste der Deutsche Speedcup heraus gerechnet. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren wurden die nationalen Bestzeiten verbessert: Simon Bosler (Schwaben) gewann in einer neuen deutschen Bestzeit von 5.78 sec und dem 6. Platz im internationalen Starterfeld den nationalen Speedcup ebenso wie Isabell Haag in 8.56 sec.

Zweite wurden jeweils Andrea Fichtner und Florian Böbel (Schwaben); Dritte Sofia Porscha und ihr Bruder Maximilian (beide Schwaben). Der deutsche Speedcup wird am 7. August seine nächste Station wieder traditionsmäßig in Überlingen haben (Standardwand), bevor das Finale zur DM in Leipzig im Classic-Format steigt.