Es ist keine Neuigkeit mehr, dass die Zahnspangen-generation mittlerweile auch im Klettern den Alten mehr und mehr den Rang abläuft. Live zu sehen gab es dies beim 2. Wettbewerb zur European Youth Series (EYS) in Wuppertal, wo sich die besten 14-19-jährigen Jugendkletterer Europas zum Kräftemessen versammelten.

Isabelle KölleDas internationale Highlight im Wettkampfkalender des DAV ging am 21./22. Juni bei sommerlichem Wetter, Partystimmung mit Live-DJs und rappelvoller Halle über die Bühne: Alle Beteiligten waren sich einig, dass der EYS – Wettkampf nicht nur ein sportliches Highlight war, sondern auch ein Kletterfest allererster Güte – zahlreiche Trainer und Athleten aus aller Herren Länder waren voll des Lobes über den sportlichen und organisatorischen Ablauf und sahen den Wettkampf als Referenz für weitere Veranstaltungen.
 
Dabei sah es zuerst noch nach einer unlösbaren Aufgabe aus: Als nach Meldeschluss die Teilnehmerzahl feststand, mussten die lokalen Ausrichter der Kletterhalle Wupperwände und der Sektion Wuppertal/Barmen erst einmal tief durchatmen: Zur Premiere eines internationalen Kletterwettkampfes in Wuppertal hatten sich insgesamt 260 Jugendliche aus 21 Nationen für den Vorstiegswettbewerb und weitere 160 für den Speedwettkampf angemeldet – damit war der Wettkampf der bestbesuchte neben der Jugend-WM und es eröffnete sich ein organisatorischer Aufwand, mit dem man nicht gerechnet hatte. Mit einigen zusätzlichen Nachtschichten und Umschieben des Zeitplans wurde man aber doch noch Herr der Lage, so dass die Massen schließlich kommen konnten.
 
Große Namen in Wuppertal
Viele der Jugendstars klettern mittlerweile auch bei den Senioren im Weltcup ganz vorne mit und so mussten sich das Routenbauertrio Christian Bindhammer/Andreas Bindhammer und Johannes Lau für die Finals auf extrem anspruchsvollen Routenbau einstellen – das Niveau, das die Jugendlichen heute in den Finals klettern, war vor 15 Jahren noch den absoluten Top-Leuten im Finale bei der Senioren-WM vorbehalten!

Besonders gespannt waren die Zuschauer natürlich auf das tschechische „Wunderkind“ Adam Ondra, dem derzeit wohl besten Kletterer überhaupt – es war keine Überraschung, dass er souverän die Jugend-B-Konkurrenz gewinnen konnte. Allerdings konnte er das erste Mal mit dem Finale eine Route nicht top klettern. Bei den Mädchen in der gleichen Altersklasse scheint ebenfalls ein neuer Stern am Jugend-Wettkampfhimmel aufzugehen: Die junge Österreicherin Katharina Posch gewann nach dem EYS in Prag in Wuppertal bereits zum zweiten Mal.

In der nächst höheren Altersklasse Jugend A gab es aus deutscher Sicht im Finale der besten Zehn gleich drei heiße Eisen im Feuer: Siegaspirant Thomas „Shorty“ Tauporn (Schwäbisch-Gmünd) musste sich nur knapp seinem Altersgenossen Mario Lechner (A) ergeben, Jan Hojer (Frankfurt) wurde Fünfter, Marcel Dippon (Oberer Neckar) Neunter. Bei den Mädchen der Jugend A sicherte sich die Schweizerin Katherine Choong ihren ersten Sieg bei einem EYS-Wettbewerb. Zum besten Junior wurde Jakob Schubert gekürt (A), der als einziger die Finalroute der männlichen Jugend top klettern konnte.