Alle hatten gehofft, dass Jonas Baumann (Wuppertal) seinem sensationellen Weltcup-Sieg von Vail (USA) ein weiteres Top-Resultat folgen lassen würde und damit den dritten Platz im Gesamt-Weltcup sichern könnte.

Finale des Boulderweltcups in Eindhoven (NL): DAV-Team scheitert in der Qualifikation

Aber wie schon nach dem Saisonauftakt in Kazo (Japan) folgte für Baumann nach einem Top-Resultat ein potentielles Streichresultat. Für den Wuppertaler war wie für seine Teamkollegen bereits nach der Qualifikation Schluss gewesen: Zwei gekletterte Boulder in seiner Startergruppe bedeuteten Platz 35 – bitter für Baumann, die ansonsten sehr erfolgreich verlaufene Weltcup-Saison mit dem schlechtesten Ergebnis in diesem Jahr beenden zu müssen.

Fotostrecke: Finale des Boulderweltcups 2009 in Eindhoven (NL)

Fotos: © IFSC / A. Maas

Auch seine Mannschaftskollegen hatten Pech: Markus Hoppe (SBB) scheiterte mit Platz 21 hauchdünn am Halbfinale der besten 20 – Platz 21 ist nach den beiden 21. Plätzen von Peter Würth beim Weltcup in Kazo und Hall anscheinend für die DAV-Kletterer reserviert… Wie Hoppe hätten auch Peter Würth die beiden gekletterten Boulder in der zweiten Startergruppe für das Halbfinale gereicht; allerdings benötigte auch er ein paar Versuch zu viel, so blieb nur Platz 23 für den Ludwigshafener. „Gaststarter“ Aric Merz (Freising) landete noch weiter abgeschlagen auf Platz 43.

So hatten die DAV-Kletterer leider nichts mehr mit dem spannenden Kampf um den Tagessieg und um die Weltcup-Gesamtwertung zu tun. Bei den Herren sollte erst das Finale die Entscheidung bringen, ob der Russe Rustam Gelmanov oder der österreichische Weltcup-Seriensieger Kilian Fischhuber die Weltcupkrone mit nach Hause nehmen sollte. Gelmanov, der nach seinem spektakulären Abgang beim Weltcup in Vail wieder voll einsatzfähig war, hatte vor dem Wettkampf noch die Gesamtwertung angeführt.Neben den beiden Duellanten zogen in Eindhoven noch Gabriele Moroni (I), Klemen Becan (SLO), Stephane Julien (F) und der bis dato im Weltcup völlig unbekannte Engländer Edward Freehally ins Finale ein. Hier ließ Fischhuber dann nichts anbrennen und sorgte mit Topbegehungen aller vier Boulder für klare Verhältnisse – der zweitplatzierte Moroni konnte nur zwei Boulder flashen, ebenso wie Stephane Julien, der jedoch aufgrund des schlechteren Halbfinalergebnisses das Nachsehen hatte.

Rustam Gelmanov versagten ein wenig die Nerven – er hatte zuvor immer die Topbegehungen seines schärfsten Konkurrenten Fischhuber mitbekommen und war so gezwungen, ebenfalls top zu klettern – für ihn reichte es am Ende nur für den vierten Platz – damit hatte er auch die Weltcup-Gesamtwertung an Fischhuber abgeben müssen. Auf den weiteren Plätzen folgten Klemen Becan und der Engländer Freehally.

Neben den Preisen für die Tageswertung wurde im Anschluss auch die Trophäe für den Gesamtweltcup vergeben: Hinter Fischhuber und Gelmanov zogen sowohl Gabriele Moroni (3.) als auch der Franzose Stephane Julien (4.) aufgrund ihrer Finalisten-Punkte von Eindhoven noch an Baumann vorbei, der aber mit seinem abschließenden fünften Platz seine Leistung aus dem Vorjahr (Platz 8) erneut verbessern konnte und sich nun in der Weltspitze der Weltcup-Boulderer etabliert hat.Besonders beachtlich die Leistung von Fischhuber: Nach 2005, 2007, und 2008 konnte der sympathische Österreicher bereits zum vierten mal den Weltcup-Gesamtsieg in die Alpenrepublik holen- eine beindruckende Bilanz! Aber auch Gelmanov zeigte Konstanz auf hohem Niveau über die gesamte Saison: Nur er und Fischhuber schafften es, bei vier von fünf Weltcups jeweils im Finale zu stehen.