Nun hat es Gerlinde Kaltenbrunner unbestreitbar geschafft, sich einen Platz in den Geschichtsbüchern zu sichern. Durch den Gipfelerfolg am K2 gelingt es ihr als erster Frau sämtliche Achttausender ohne künstlichen Sauerstoff zu besteigen und sitzt damit würdig neben "Gröbaz" Reinhold Messner auf dem Bergsteiger Thron.

Gerlinde Kaltenbrunner Wir erinnern uns noch gut an das unwürdige Spektakel um das Titelrennen "Erste Frau auf allen 8.000ern", das mit dem Streit um die Art der Expeditionsführung durch die Koreanerin Oh Eun-sun und deren strittige Besteigung des Kangchendzönga einen traurigen Höhepunkt fand. Nun ist dieser Abschnitt jedoch zur Makulatur verkommen. Ob nun letztendlich Oh Eun-sun oder die Spanierin Edurne Pasaban Lizarribar als erste Frau alle Achttausender mit künstlichem Sauerstoff bestiegen hat, wird sich im Zweifel nicht klären lassen und spielt aus rein sportlicher Sicht auch keine überragende Rolle mehr.

Fest steht nun, dass Gerlinde Kaltenbrunner als erste Frau alle Achttausender ohne zusätzlichen künstlichen Sauerstoff besteigen konnte und dies kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Noch befindet sich Gerlinde Kaltenbrunner am K2 und ist mit dem langen Abstieg beschäftigt.

Über ihrer Website berichtet Ralf Dujmovits aus dem K2 Basislager:

"10:00 Uhr Ortszeit – Weiter im Abstieg

Spät in der Nacht – nach Mitternacht – hat Gerlinde Lager IV auf 8000 m erreicht. Eine Weile später kam auch Darek unversehrt dort an. Vassiliy und Maxut entschieden im Biwak-Zelt auf 8300 m zu bleiben und sind von dort um ca. 07:00 Uhr heute früh gestartet und befinden sich im Moment kurz vor Lager IV.

Die Vier werden heute voraussichtlich bis Lager I auf 5300 m absteigen, dort eine letzte Nacht am Fuße des Nordpfeilers verbringen und morgen früh über den inzwischen extrem spaltigen Gletscher zu unserem Depot absteigen. Wo ich sie hoffentlich gesund und munter in Empfang nehmen kann.

Es sind von dort mit dem vielen Gepäck dann nochmals ca. 3 Stunden über den aperen K2 Gletscher bis in unser Basislager, welches Tommy und ich mittlerweile fast komplett abgebaut und die Ausrüstung soweit gereinigt haben.

Am Nachmittag soll es dann noch weiter ca. 3 ½ Stunden ins Chinese Basislager gehen, wo uns die Kameltreiber bereits erwarten werden.

Soweit die Pläne – zunächst müssen aber alle Vier den Abstieg gut schaffen. Hierzu wünschen wir Ihnen die notwendige Kraft und Konzentration, die über 2500 m Höhenmeter gut hinter sich zu bringen.

Sobald Gerlinde, Maxut, Vassiliy und Darek im Lager I sind melde ich mich wieder."

Wir hoffen natürlich auch, dass der Abstieg weiterhin gut verläuft und sich Gerlinde Kaltenbrunner dann gebührend feiern lassen kann.