Schüttelfrostanfälle und klamme Hände bestimmten das Klima auf der 1. Gilchinger Meisterschaft im Frühjahr 2010. Die Bedingungen in diesem Jahr waren der gerechte Ausgleich.

Gilchinger Meisterschaft bei bestem Outdoorwetter

Strahlender Sonnenschein, eine beständig kühlende Brise weht durch die große, auf freiem Feld gelegene Aussenanlage während der 2. Gilchinger Meisterschaft am vergangenen Samstag. 150 Teilnehmer genossen es bei Outdoorwetter a la Carte, an 40 Bouldern, 5 Routen und insgesamt 6 Stationen ihr Bestes zu geben.

Fotostrecke: Gilchinger Meisterschaft 2011

Fotos: © Stefan Fuchs

Ein Schwerpunkt waren die Kinderstationen mit Tarzanschwingen, Hangelzapfen, Tischbouldern, und Slacklinen. Erwachsene und Jugendliche zeigten Mukkis im Klimmzug- und High Jumpcontest. Ein Teaserfilm für die Münchner Stadtmeisterschaft zeigt nette Szenen der Gilchinger Meisterschaft

Erstklassiges Schrauberteam

Ein erstklassiges Schrauberteam, hatte vielfältige Routen und Boulder zu bieten. „Kochelassel“ Jakub Kunc spielte sein ganzes Können aus und zauberte fordernde Routen an die große Wettkampfwand. Tip: Es lohnt sich (wieder) nach Gilching zu kommen und die Kunc-Routen auszuchecken und zu projektieren. Moni Retschy (bayerische Bouldermeisterin), Bouldercrack Thomas „Tomtom“ Lindinger und der Verfasser dieser Zeilen präsentierten abwechslungsreiche, „tricky“ Boulderprobleme.

Im High-Jump-Finale (wer springt am höchsten an der Wand) überraschte Simon Lang die Zuschauer, als er als kleinster Finalist mit Straßenschuhen (!) gegen einige ganz lange und starke Jungs antrat und… gewann! Bester bei den Klimmzügen wurde Cornelius Dier. Veranstalter der Gilchinger Meisterschaft ist die DAV-Sektion München mit Unterstützung der DAV-Sektion Oberland und dem Kletterzentrum Gilching. Preise über 3000,- steuerten das Sporthaus Schuster, Mammut und der Martin Lochner Verlag bei (vielen Dank!).
 
Spitzenstimmung in Gilching

Eine Menge Teilnehmer aus dem westlichen Umland von München waren am Start. Einige reisten sogar aus Nordbayern an und natürlich fanden sich auch viele bekannte Gesichter aus München ein. Das Finale war, wie alle Oberlandcupwettkämpfe, von einer freundschaftlich-familiären und zugleich leistungsorientierten Atmosphäre geprägt. Die ellenlange Finaletraverse die keine richtigen Ruhepunkte bot, stellte an die Finalisten hohe Anforderungen in Sachen technisches Können und taktischer Planung.

Kein Weicheiwettkampf

Die Finalisten hatten jeweils nur drei Minuten Zeit um die „Monstertraverse“ zu durchklettern. Nach einer zumeist etwas leichteren ersten Hälfte galt es zumeist eine stark abdrängende Riesenkugel mit diversen technischen Tricksereien zu überklettern. Durch Umstellungen und Auswechselung der Griffe und Tritte bekam jede Klasse eine passende Finaletraverse. Vom Publikum lautstark angefeuert setzten sich einige Favoriten in den Finals an die Spitze. Eine extra Wertung und einen fetten extra Siegpreis (Crashpads & Seile von Mammut) gab es für die Teilnehmer aus der Region (=Verbundmarke & mindestens 5 maliger Besuch des Kletterzentrums Gilching in 2010). Unter den Teilnehmern aus des Region wurde nämlich der Gilchinger Meister ermittelt.

Franken vorn bei den Kindern

Leonie Lochner (Sichtungskader) und Romy Fuchs (Wettkampfkader 3) von München & Oberland galten als die Favoriten bei den weiblichen Kindern. Die Bambergerin und frischgebackene Erlangener Stadtmeisterin Charlotte Hahn hatte eigentlich niemand auf der Rechnung. Charlotte setzte sich mit einem sehr kämpferischen Einsatz an die Spitze und hat nach einem „nur“ 4. Platz beim CLIMB FREE wieder gute Chancen auf den Sieg beim Oberlandcup.

Die erst 10 jährige Romy Fuchs stellte ihr außergewöhnliches Talent unter Beweis (sie führte nach der Quali) und machte verdient Platz 2. Leonie Lochner kam in der Traverse genau so weit wie Romy, aber auf Grund des schlechteren Punktestandes in der Quali mußte sie sich mit dem 3. Rang zufrieden geben. Laura Amon wurde nach einem Superfinale mit der gleichauf liegenden Laura Mühlbauer auf der Slackline Gilchinger Meisterin.
 
Wie der Vater so der Sohne

Moritz Perwitzschky (Erlangen) ebenfalls ein Franke, der zusammen mit seinem Vater teilnahm, wurde seiner Favoritenrolle voll gerecht. Mit sieben Griffen Vorsprung wurde er zu Recht Erster bei den männlichen Kindern, eine etwas schlampige Tritttechnik kostete ihn das Top über besagter Riesenkugel, das er sonst als einziger seiner Klasse erreicht hätte. Auf der Münchner Stadtmeisterschaft muß er jedoch mit dem in Gilching zweitplatzierten Marco Alder, dem jüngsten Neuzugang des Wettkampfkaders 2 von München & Oberland rechnen. Marco lag außerdem auf dem CLIMB FREE noch zwei Plätze vor Moritz. Guillermo Urzua ein weiterer Bamberger, der schon seit einigen Jahren bei den Oberlandwettkämpfen recht erfolgreich startet machte einen ausgezeichneten 3. Platz. Die Franken waren in der Kinderklasse also ganz stark dabei. Gilchinger Meister in der Kinderklasse wurde Nicolas Grein (München & Oberland).

Noch ein starkes Mädel aus Franken

Auch bei den Mädels war eine Klettererin aus Franken ganz vorne: Helena Bezold (Erlangen) lieferte sich im Finale ein Kopf an Kopf-Rennen mit Luisa Brumma vom Wettkampfkader 2 von München & Oberland. Beide Mädels kletterten unter vollem Einsatz bis zum Top. Ein Beweis für die guten Schrauberqualitäten, denn die beiden unterscheiden sich erheblich in Körpergröße, Kletterstil und Lebensalter und galten jeweils als stärkste in ihrer Klasse. Die Wettkampferfahrene und routiniert auftretende Helena lag jedoch in der Quali um 4 Punkte vorn und machte damit verdient Platz 1 in der Tageswertung. Sie gilt auch als ganz heiße Favoritin für den Sieg beim Oberlandcup. Valentina Merget (München & Oberland) wurde Gilchinger Meisterin bei den Mädels.