Schüttelfrostanfälle und klamme Hände bestimmten das Klima auf der 1. Gilchinger Meisterschaft im Frühjahr 2010. Die Bedingungen in diesem Jahr waren der gerechte Ausgleich.


Alex Averdunk trumpft bei den Jungs auf

Bei den Jungs dominierte der frischgebackene bayerische Bouldermeister der Jugend B. Alex Averdunk (München & Oberland/Wettkampfkader 2). Er durchstieg die anspruchsvolle Monstertraverse technisch komplett fehlerfrei im On sight. Alex begeisterte mit seinen phantastischen Fähigkeiten, die er besonders eindrucksvoll am Ende der spannungsgeladenen und pressigen Traverse unter Beweis stellte.

Fotostrecke: Gilchinger Meisterschaft 2011

Fotos: © Stefan Fuchs

Dort lauerte nämlich die Crux des Finales, ein Rythmuswechsel in Form eines sehr dynamischen Sprunges an einen flachen Seitgriff. Alex versuchte die Stelle mit einem seitlichem Mantel über die Kugel unter Kontrolle zu bekommen. Immer wieder mußte er sich kraftraubend in die Ausgangsposition zurückziehen um dann völlig überraschend und kurzentschlossen nach einer einzigen (lehrbuchmäßig!) Vorspannung den weiten Sprung präzise umzusetzen.

Das Publikum tobte als Alex die Siegerfaust reckte. Platz zwei machte sein zwei Jahre jüngerer Kaderkollege Florian Mahler, der in der Quali noch knapp vor ihm gelegen war und vor drei Wochen die bayerische Bouldermeisterschaft in der C-Jugend gewann. Gilchinger Meister bei den Jungs wurde Luca Habelt (München & Oberland/Wettkampfkader 2).

Starke 40+ Herren

Insbesondere bei den 40+ Teilnehmern hat sich in den letzten Jahren eine starke und erfahrene Herrengruppe herausgeschält, die die Oberlandcups in sehr freundschaftlicher Konkurrenz besucht. Fast alle diese Herren, die die Finals der Oberlandcups unter sich ausmachen sind in etwa gleichstark und der Sieger ergibt sich aus der Tagesform. Das macht die Teilnahme u.a. auch so reizvoll. Die Gruppe bestreitet auch die Oberlandcupqualis im Team. Hier feuert jeder jeden an, auch wenn es der direkte Konkurrent ist. Die Gruppe der 40+ Herren unter denen sich einige 10er Kletterer befinden ist so stark, daß sie durchaus auch bei den jüngeren Herren mithalten könnte. Nicht wenige aus der 40+ Klasse haben auch gleich den Nachwuchs mit dabei. Joachim Thiel der aktuell auf Kalymnos zu weilen pflegt, wurde per SMS über den aktuellen Finalestand auf dem Laufenden gehalten.

Starke Perwitzschkys

Jörg Perwitzschky (Erlangen), heimste wie sein Sohn Moritz den Sieg in seiner Klasse ein, nachdem er im letzten Jahr „nur“ Platz 3 gemacht hatte. Damals mußte er sich dem „Bomber von Deggendorf“ Thomas Stallinger geschlagen geben, der diesmal mit einem einzigen Griff weniger auf Rang 2 kam. Platz 3 machte ein „Neuzugang“ zu besagter Herrentruppe: Robert David, der zur Klasse der sogenannten „Thalkirchener Traversenmaschinen“ zählt und mit dem Gilchinger Finale, nach dem Motto was-ich-zwischen-die-Finger-bekomme-laß-ich-nicht-mehr-los, richtig gut zurechtkam. Wie das Oberlandcupfinale auf der Münchner Stadtmeisterschaft am 28.5. bei den Herren 40+ ausgehen wird kann vermutlich niemand abschätzen. In dieser Klasse wird es also ganz besonders spannend. Bei den 40+ Damen war die Teilnahme allerdings recht Mau. Nur zwei erfahrene Damen traten an, von denen eine, die bekannte Andrea Eisenhut (USC München) schließlich im Finale bei den (noch) jüngeren Damen mitmachte und erneut Gilchinger Meisterin in der 40+ Klasse wurde.

Geli Lorenz setzt sich durch

Bei den Damen gab es, nachdem Verena Drexel (München & Oberland) verletzungsbedingt nicht antreten konnte, zwei Favoritinnen: Monika Fottner (Sektion Weilheim), die Gilchinger Meisterin von 2010 und Angelika „Geli“ Lorenz (München & Oberland). Mit Andrea Eisenhut gesellte sich eine weitere Favoritin, dazu, denn auch sie kann bei den Jüngeren locker mithalten. Monika war allerdings gesundheitlich etwas angeschlagen (zu viele Kochelbesuche um 5 Uhr morgens ?). So mußte Moni sich etwas ermattet Geli Lorenz, die in Topform antrat, geschlagen geben.

Andrea Eisenhut, wäre, wenn sie in der Damenklasse gewertet worden wäre sogar auf Rang zwei, (nur zwei Griffe hinter Geli) gekommen. Platz 3 machte Stephanie Schabert nur ganz knapp (ein Versuch weniger) vor Isabell Kautz/Photo (beide München & Oberland). Moni Fottner wurde erneut Gilchinger Meisterin. Wie das Frauenfinale auf der Münchner Stadtmeisterschaft ausgeht ist damit völlig offen. Joanna „Jojo“ Melle, die auf dem CLIMB FREE siegte trat in Gilching nicht an. Verena Drexel, machte auf dem CLIMB FREE Platz 2 und dürfte bis zur Stadtmeisterschaft von einer Ringbandzerrung wieder einigermaßen genesen sein. Isabell Kautz nicht schwächer wie die vorgenannten. Sollte Monika Fottner in München starten, so wären 5 etwa gleichstarke Favoritinnen im Rennen.
 
Franze bestätigt Favoritenrolle

Die Finalisten des Herrenfinales waren fast identisch mit den Finalisten des High Jump Contest, lauter lange, starke Jungs. Der Freisinger Thomas Franze, der den CLIMB FREE im Februar, wenn auch nur ganz knapp im Superfinale gegen Stefan Wolf gewonnen hatte, galt als klarer Favorit. Um es vorweg zu nehmen: Franze wurde seiner Favoritenrolle voll gerecht. Mit 4 Griffen Vorsprung distanzierte er Kilian Kastner (München & Oberland) deutlich, der auf Rang 2 kam. Mit ebenfalls deutlichem Abstand folgte der Freund von Moni Fottner, der starke Matthias Schneider (3./Weilheim), der damit Gilchinger Meister wurde.

Franze gilt auch für das Oberlandcupfinale auf der Münchner Stadtmeisterschaft am 28.5. als Topfavorit. Nur wenn es den beiden Hauptkonkurrenten Stefan Wolf (Regensburg) und Kilian Kastner gelingen sollte Franze von den vorderen Podiumsplätzen zu verdrängen, wären die Karten neu gemischt. Einige Teilnehmer hätten außerdem noch die Chance auf der Stadtmeisterschaft den Hattrick zu machen. Das Oberlandcupfinale am 28.5. in der erweiterten Kletteranlage in München-Thalkirchen wird also wieder höchst spannend werden.