Motiviert durch seinen Erfolg in der Schleier-9a "Mongo" im Frühjahr zog es den Rosenheimer Heli Kotter heuer wieder öfter in das Tiroler Spitzenklettergebiet.

Heli Kotter hakt zwei 8c+ am Schleierwasserfall ab

Obwohl er mit seiner Diplomarbeit nicht unterbeschäftigt war, gelangen ihm während des Sommers noch zwei der absoluten Top-Routen auf der Kaiser-Südseite.

Fotostrecke: Heli Kotter hakt zwei 8c+ am Schleierwasserfall ab

Fotos: © Markus Stadler

Die „Erbe der Väter“ 8c+ gehört mit ihren 35 m unter den vielen eindrucksvollen Linien im Hauptsektor sicherlich zu den imposantesten. Nach dem kurzen senkrechten Beginn wird das Gelände permanent steiler und endet schliesslich mit einem waagrechten Dach, an dessen Kante nochmal die letzten Reserven mobilisiert werden müssen.Nachdem die Route anfangs häufig nass war  und er mehrmals an der Dachkante aufgeben musste, genügten Heli dann an zwei Tagen mit guten Bedingungen einige ernsthafte Versuche für den endgültigen Durchstieg.

Das nächste Projekt war der „Reality Check“, noch eine 8c+, die im Frühjahr 2007 von Markus Bendler erstmals durchstiegen wurde. Während der ziemlich feuchten Monate August und September war die Route häufig ebenfalls alles andere als trocken, weshalb er sie nur „auschecken“ konnte.Dabei konnte das Rosenheimer Kraftpaket die Einzelstellen schon relativ locker klettern, jedoch war im nassen Zustand nicht an einen Durchstiegsversuch zu denken. Nur gut dass am Schleier die Auswahl an schwierigen Routen nicht so schnell endet. Um die 45 Minuten Zustieg nicht umsonst hinter sich gebracht zu haben, kletterte er zwischendurch die tolle, athletische und sehr luftige Route „Dolphins“ (8c) im oberen Stockwerk.

Er musste bis in den Oktober warten, bis der Reality Check endlich trocken war und gleich am ersten Tag scheiterte er nur ganz knapp. Heli's wütende Schimpftiraden nach dem Abflug haben einige zufällig vorbeikommende, aber eigentlich unschuldige Wanderer wohl ziemlich erschreckt, da sie ihr Climber-Watching-Programm darauf recht abrupt beendeten.Nach einem weiteren erfolglosen Tag mit zu hohen Temperaturen im „Hohlspiegel“ Schleierwasserfall, bot ein schöner Oktobertag dann endlich die perfekte Mischung aus idealen Verhältnissen, klarem Kopf und ordentlich Strom, so dass der Reality Check keine Chance mehr hatte sich weiter zu wehren.

Gegen Ende dieser sehr erfolgreichen Saison und zum Abschluss seines Studiums gönnt sich Heli nun erstmal einen dreiwöchigen China-Urlaub mit Sightseeing, Chillen und – natürlich – ein bißchen Klettern.