Gerade erhielt ich einen Anruf von Peter Naumann, der mich auf einen
Artikel in der Online-Ausgabe der Schweizer Zeitung „Le Matin“
aufmerksam machte. Nun spreche ich leider kein Französisch, aber
demnach ist es wohl so, dass Elie Chevieux möglicherweise noch am
Leben ist, da inzwischen wohl Zweifel an der Identität der Toten
in Kabul aufgekommen sind.

Anscheinend wurde Elies Pass doch nicht bei dem einen Toten gefunden.
Zudem beantragte Elie wohl noch am 8ten Mai in Islamabad (Pakistan) ein
Visum für den Iran und nicht für Afghanistan. Auch wurde bei
der Obduktion der Leichen keine Narbe von einer Herzoperation gefunden,
die Elie im Alter von 4 Jahren über sich ergehen lassen musste.
All dies nährt die Hoffnung, dass Elie gar nicht ermordet wurde,
sondern sich möglicherweise im Iran aufhält – nichtwissend,
dass er bereits für tot erklärt wurde.

Bei den Toten soll es sich nun um einen schweizer Journalisten und
einen Norweger handeln. Wie man allerdings darauf kam, dass es sich bei
einem der Toten um Elie Chevieux handelt, ist noch nicht geklärt.

Wie gesagt – das sind lediglich Anzeichen für eine mögliche
Verwechslung, die für ein „Happy End“ für Elie sprechen. Auf
der anderen Seite dürfen wir natürlich nicht vergessen, dass
weiterhin zwei junge Menschen einen grausamen Tod gefunden haben,
über den berichtet wurde…

Nachtrag (10:30 Uhr):
Elie Chevieux lebt tatsächlich!
Einem Forumseintrag auf 8a.nu zufolge hat er sein Mutter aus Pakistan angerufen.

Manuel Schneckenburger war so freundlich, mir den Artikel von „Le
Matin“ ins Deutsche zu übersetzen. Besten Dank dafür!

Das Fax, das die Hoffnung wieder aufleben ließ

Elie Cevieux ist vielleicht noch lebendig. Gorges Chevieux, der Vater hofft wieder.



Nach einem Fax der
Schweizer Botschaft in Islamabad (Pakistan) kam Elie am 8. Mai in die
Botschaft und beantragte ein Visum für den Iran. Die Körper
der 2 gesteinigten Männer wurden einige stunden später oder
(?) am 9. Mai in einem Park in Kabul gefunden.




„Für mich ist Elie
auf jeden Fall noch am Leben! Alles in allem denke ich, dass er mit
mind. 95% Sicherheit noch lebt.“ Gestern Nachmittag, Georges Chevieux,
verwandelt, wurde ein anderer Mann, auch wenn er Schwierigkeiten hatte
seine Emotionen zu kontrollieren. Die Neuigkeit, die alles bei ihm
veränderte, kam gestern während des vormittags. Konkret
handelt es sich um ein Fax der Schweizer Botschaft in Islamabad und
wurde als email über das Amt für auswärtige 
Angelegenheiten (DFAE) weitergeleitet. Als eine Botschaft der Hoffnung
in deutsch, versichert das Fax, dass Elie am Nachmittag des 8. Mai in
der Botschaft vorbeikam um ein Visa für den Iran zu beantragen.
Die Körper der beiden gesteinigten Männer wurden aber am
morgen des 9 Mai in einem Park in Kabul gefunden. Eine andere
Neuigkeit, die der Familie Chevieux weiter Sicherheit geben sollte: Der
Afghanische Innenminister hat gestern verlauten lassen, dass einer der
gesteinigten  Männer Norweger gewesen sei. Der andere sei
wahrscheinlich der deutsche Journalist Jürg Bigler.




Praktischerweise ist es
wenig wahrscheinlich, dass Elie nur einige Stunden nach seinem Besuch
in der Botschaft in Islamabad sich in Kabul aufhielt. „und er konnte
nicht das Flugzeug nehmen, weil er kein Visa für Afghanistan
gehabt hätte“ sagte der Vater. „In seiner letzten email teilte er
mir von der Absicht mit, in den Iran zurückzukehren.“ In diesem
Moment wird Elie wahrscheinlich in diesem Land sein, oder er befindet
sich noch immer in Pakistan, die Affaire seines Verschwinden und die
aufgeworfenen Wellen in seinem Land ignorierend.




Auf Schweizer Anfrage,
versicherten die Iranischen Autoritäten, dass sie die Botschaft
auf jeden Fall benachrichtigen würden, falls der jungen Mann an
die  Grenze käme. „Man muss uns auf jeden Fall sofort
anrufen, ich werde das erste Flugzeug nehmen um meinen Sohn
wiederzutreffen“ fügt der Vater an.




Letzten Montag teilte
Georges Chevieux, verantwortlich für Emmaus Geneve, teilte seinen
Kindern mit (er hat im ganzen 7), seinen Eltern und nahen Freunde den
Tod seines Sohnes Elie (31 Jahre) mit. „Die Polizei sagte mir, dass man
seinen Pass neben einem der beiden gesteinigten Männern fand“
sagte er dem „Matin“.




Nach drei Tagen
unfruchtbarer Nachforschungen, und vor allem schrecklicher
Ungewissheit, bewies sich: „Ein großes
Missverständnis/Schlamperei entstand, vielleicht in Islamabad,
weil der Name meines Sohnes auftauchte, und weil man von seinem bei
einem der Toten gefunden Pass sprach, den er wahrscheinlich immer noch
bei sich hat. Erklärt vom DFAE hat die police genevoise nur ihren
job gemacht, mit Takt und Liebenswürdigkeit. (bei den beiden
letzten Sätzen bin ich mir nicht so ganz sicher, wies genau
gemeint ist, irgendwie hauts vom sinn nicht so ganz hin…) Des weitern
ist sicher, dass einige leichtfertig gehandelt hätten. Dies lasse
ich nicht ohne Fragen zu stellen durchgehen.“




Ein Fax auf Deutsch

Übermittelt wurde
das Dokument, das an das Wunder glauben lässt, als E-Mail
über das Amt für auswärtige Angelegenheiten. Hier eine
zusammenfassende Übersetzung: „Nach der Botschaft in Islamabad
(Iran) wurde ein visa beantragt/ausgestellt (?) für Elie Chevieux
am Nachmittag des 8. Mai 2004. Ich werde mich bei den Pakistanischen
Behörden informieren, ob er mittlerweile das Land verlassen habe
(Pakistan)“, schrieb Rudolf Aregger, aus der Schweizer Botschaft in
Pakistan.



Siehe auch:

www.lematin.ch/nwmatinhome/nwmatinheadactu/actu_suisse/chevieux__le_fax_qui.html
Elie Chevieux in Afghanistan ermordet!
www.8a.nu
www.desnivel.es