Mit einem Podium im letzten Weltcupbewerb der Saison hat es für Anna Stöhr nicht geklappt, dennoch lachte Österreichs Boulder-Queen in Frankreich vom Stockerl: Die Sechstplatzierte von Laval (27.-28. Juni) holte mit Bronze in der Disziplinenwertung 2014 ihre insgesamt achte Gesamtweltcupmedaille, während Boulder-Nachwuchs Berit Schwaiger mit Rang sieben bei der WM-Generalprobe kräftig aufzeigte!

IFSC Boulderweltcup 2014: Gesamtweltcup-Bronze für Anna Stöhr

1x Gold, 2x Silber, 2x Bronze plus drei weitere Top-Acht Platzierungen – ergibt in Summe Bronze für Anna Stöhr im Boulder-Gesamtweltcup 2014! Österreichs erfolgreichste Wettkampf-Bouldererin aller Zeiten (und Nummer zwei in der Allzeitbestenliste hinter der Französin Sandrine Levet) stellte in ihrer insgesamt elften Weltcupsaison einmal mehr ihre Konstanz unter Beweis.

Fotostrecke: Boulderweltcup 2014 in Laval, Frankreich

Fotos: © Heiko Wilhelm (OeWK)

Die Gesamtsiege in der Disziplinenwertung gehen in diesem Jahr jedoch nach Japan und Deutschland: Vor einem frenetischen französischen Publikum kürten sich Akiyo Noguchi und Jan Hojer am vergangenen Samstag (28. Juni) im Salle polyvalente de Laval zu den Gesamtsiegern im Boulderweltcup.

Rang sechs für Stöhr zum "Grande Finale"

Gesamtweltcupgold Nummer fünf war bereits im Vorfeld unerreichbar geworden, dennoch präsentierte sich der Auftakt für Anna Stöhr in Laval glänzend: Nach einem Durchmarsch in der Qualifikation mit fünf Flahs an fünf Bouldern führte sie ex aequo mit den beiden Titelaspirantinnen Akiyo Noguchi und Shauna Coxsey. Doch bereits im samstäglichen Halbfinale fiel die Tirolerin auf den fünften Zwischenrang zurück.

Zwei Nullnummern und nur ein Top an den ersten drei Finalbouldern schreiben Platz sechs schließlich bereits fest, bevor Anna Stöhr noch einmal ihre ganze Klasse zeigt: Als einzige Athletin knackt sie das letzte Problem im ersten Versuch und verabschiedet sich so mit einem weiteren Flash in die Sommerpause. Der Tagessieg in Laval (und somit Platz eins im Gesamtweltcup) geht an Japans Akiyo Noguchi, gefolgt von ihrer Landsfrau Miho Nonaka und Deutschlands Juliane Wurm.

Top-Ten-Debüt für Berit Schwaiger

Stark aufgezeigt in Frankreich hat einmal mehr eines der "Küken" im heimischen Kader: In ihrem insgesamt erst sechsten Weltcupeinsatz kletterte die 19jährige Berit Schwaiger zum ersten Mal unter die besten Zehn der Boulder-Welt und sorgte mit ihrem siebten Rang für eine kleine Sensation zum Saisonfinale. Mit Sabine Bacher (13.), Katharina Saurwein (16.) und Karoline Sinnhuber (19.) erreichten drei weitere OeWK-Athletinnen die Top Zwanzig, Anna Vollenwyder und Julia Pinggera landeten mit den Plätzen 27 und 29 ebenfalls noch in den Punkterängen.

Gold für Gelmanov und Hojer, WC-Punkte für Dornauer und Weiler

Der Tagessieg der Boulder-Herren ging in Laval an Russlands Rustam Gelmanov vor den beiden Lokalmatadoren Guillaume Glairon Mondet und Jeremy Bonder. In Abwesenheit von Rekordweltcupsieger Kilian Fischhuber und nach dem überraschenden Quali-Aus von Dmitry Sharafutdinov holte Jan Hojer Gold in der Herren-Gesamtwertung erstmals nach Deutschland. Österreichs junge Garde holte mit Elias Weiler und Alfons Dornauer auf den Rängen 25 und 27 einmal mehr Weltcuppunkte, Max Rudigier beendete seinen Weltcupeinsatz als 33..

Positives Saisonresümee in Rot-Weiß-Rot: Routine trifft auf "Teen Spirit"

Insgesamt zieht das Österreichische Boulderteam ein positives Resümee der Weltcupsaison 2014, die durchaus von Umbrüchen geprägt war. Angesichts des Ausfalls von Allrounder Jakob Schubert und der Wettkampfpause von Lukas Ennemoser nützte, sowohl bei den Herren als auch bei den Damen, der Kletternachwuchs seine Chancen.

Elias Weiler und Alfons Dornauer kletterten jeweils zum ersten Mal unter die Top 30, während bei den Boulder-Damen gleich fünf Nachwuchsathletinnen bis 19 Jahre Punkte bei ihren ersten Weltcupeinsätzen sammelten. Allen voran Berit Schwaiger und Anna Vollenwyder, die als Siebte bzw. Neunte in Laval und Grindelwald direkt in die Top Ten vorstoßen konnten.

O-Ton Nationalcoach Heiko Wilhelm

"Das Ziel, unsere erfolgreichen JuniorInnen – vor allem auch in Hinblick auf die Weltmeisterschaft in Innsbruck 2018 – langsam an die Weltspitze heranzuführen, ist in der vergangenen Saison eigentlich voll aufgegangen. Darum ist es auch umso wichtiger, dass unsere Routiniers Anna Stöhr und Katharina Saurwein zwei Top-Ten-Ergebnisse im Gesamtweltcup erreicht haben. Durch diese beiden extra Quotenplätze können wir nun mit sechs statt vier Startplätzen in die nächste Saison gehen, das freut uns sehr!"

Nächster Stopp: Boulder-WM in München

Für die Boulder-Elite heißt es nun krafttanken. Nach einer mehrwöchigen Wettkampfpause steht mit der Österreichischen Staatsmeisterschaft im Bouldern am 09. August die große WM-Generalprobe auf der Agenda. Das unbestrittene Saisonhighlight folgt zwei Wochen später: Von 21.-23. August 2014 kämpfen Athletinnen und Athleten aus aller Welt um Gold, Silber und Bronze bei den Boulder Weltmeisterschaften 2014 in München!