Jakob Schubert feiert Comeback-Sieg beim IFSC Lead Weltcup 2014 in Haiyang

Drei Tage, drei Bewerbe, dreimal Edelmetall fu?r Rot-Weiß-Rot: Die ostchinesische Hafenstadt Haiyang erwies sich einmal mehr als erfolgreicher Boden fu?r das heimische Kletternationalteam. Anna Stöhr wahrt mit Rang drei im vorletzten Boulder-Weltcup der Saison ihre Chancen auf den Gesamtweltcup, Magdalena Röck und Jakob Schubert feiern wenige Stunden später einen fulminanten Vorstiegsauftakt.

Fotostrecke: Boulderweltcup 2014 in Haiyang, China

Fotos: © Heiko Wilhelm (OeWK)


Jakob Schubert: Mit Gold in die WM-Saison

Der Weltmeister ist zuru?ck – und wie! Vier Monate nach einer erlittenen Ringband-Raptur, dem Verzicht auf die Boulder-Weltcupsaison und einem ersten erfolgreichen Belastungstest bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften im Mai stieg Jakob Schubert am vergangenen Freitag erstmals wieder in eine Weltcuproute ein. Die Vorfreude war groß, der Finger noch nicht zu hundert Prozent fit, die Erwartungen gedämpft.

Doch bereits in der Qualifikation kletterte Schubert auf Rang drei, nach dem u?berraschenden Aus fu?r Adam Ondra (CZ) und Ramon Julian Puigblanque (ESP) im Semifinale u?berzeugte der Innsbrucker Wiedereinsteiger schließlich im sonntäglichen Finale: Eine Höhe von 32+ in der (besonders im Einstieg) fordernden Herrenroute bedeuten Saisonsieg Nummer 1 fu?r den regierenden Lead-Weltmeister vor Kanadas Sean McColl und Gautier Supper aus Frankreich. Mario Lechner beendete seinen Saisonauftakt in China auf dem 20. Platz.

O-Ton Jakob Schubert: "Ich bin superglu?cklich mit dem Auftakt hier in Haiyang! Ich hätte ehrlich nicht gedacht, dass es heute fu?r einen Sieg reicht, da war auch etwas Glu?ck mit im Spiel. Aber ich weiß jetzt auf alle Fälle, woran ich noch zu arbeiten habe und freue mich riesig auf die weitere Saison!"

Silbermedaille fu?r Magdalena Röck

Ein mehr als glänzendes Saisondebu?t lieferte auch OeWK-Youngster Magdalena Röck, die ihr bisher bestes Weltcupergebnis mit ihrer insgesamt zweiten Silbermedaille egalisierte. Ex aequo auf Rang zwei nach dem Semifinale mit Routinierin Mina Markovic (SLO) und Anak Verhoeven (BEL) musste sich die 19jährige amtierende Jugendweltmeisterin auch im Finale und mit einer Höhe von 38+ einzig Koreas Lead-Queen Jain Kim geschlagen geben. Knapp am Finale vorbei kletterte Katharina Posch auf dem 10. Gesamtrang, die Ötztalerin Barbara Bacher landete mit Platz 16 im hinteren Mittelfeld der Damenwertung.

Boulder-Gesamtweltcup: Abgerechnet wird zum Schluss!

Eine Neuauflage des Dreikampfes Stöhr-Noguchi-Coxsey bot schließlich das Damenfinale des Boulderweltcups am Samstag. Wie bereits in Vail boulderte Österreichs Titelverteidigerin Anna Stöhr (mit einem Top in drei Versuchen in einem durchwachsenen und selektiven Finale) auch in Haiyang zu Bronze. Der Sieg – und damit die Zwischenfu?hrung im Gesamtweltcup – ging an Japans Akiyo Noguchi, die Entscheidung um die Gesamtweltcupkrone fällt jedoch erst beim großen Boulder-Saisonfinale in Laval (FRA) von 27.-28. Juli: Nach sieben von acht Weltcupbewerben liegt Anna Stöhr aktuell auf dem dritten Gesamtrang, lediglich 64 Punkte trennen (unter Beru?cksichtigung eines Streichresultats) die Top-Drei Damen Akiyo Noguchi, Shauna Coxsey und Anna Stöhr. Katharina Saurwein erreichte als Gesamtachte in Haiyang erneut einen Top-Ten-Platz.

Kilian Fischhuber: Alle Augen auf Mu?nchen

Erstmals leer blieb hingegen die Startliste der heimischen Boulder-Herren: Innsbruck-Sieger Kilian Fischhuber verzichtet auf einen Start in den beiden letzten Weltcupbewerben der Saison und richtet seinen Fokus voll und ganz auf das bevorstehende Großereignis, die Boulder-Weltmeisterschaft Ende August in Mu?nchen.In Abwesenheit des sechsfachen Gesamtweltcupsiegers ging der Sieg im Herrenbewerb an Deutschlands Jan Hojer vor Dmitrii Sharafutdinov (RUS) und Guillaume Glairon-Mondet (FRA).