Mit einer sensationellen Vorstellung von Johanna Ernst (AUT) endet die Wettkampf-Saison der Vorstiegkletterer in Kranj, Slowenien.

Johanna Ernst (AUT) in KranjJohanna Ernst kletterte an ihrem 16. Geburtstag in einem spannenden Final-Krimi zu ihrem dritten Weltcup-Sieg und lies sich als jüngsten Gesamtweltcup-Siegerin feiern. 

In einem Hexenkessel voller begeisterter Zuschauer hieß es am vergangenen Wochenende für die besten Vorstiegskletterer noch ein einziges Mal Nerven bewahren.Seit 13 Jahren führt das Weltcup-Ende den vertikalen Kletter-Zirkus ins slovenische Kranj, wo es um die letzten Entscheidungen im Vorstiegsweltcup geht. Heuer bewies ein rot-weiß-rotes Geburtstagskind den kühlsten Kopf.

Schwere Kletterrouten pflasterten den Weg ins Finale, aber Johanna Ernst ließ sich auch in Kranj nicht von der Schwerkraft aufhalten. Als einzige Athletin stieg sie alle Qualifikations-Routen bis zum Ende durch. Im Finale trieb das tobende Publikum Lokalmatadorin Maja Vidmar bis zum Topgriff, den die Slovenin allerdings nicht halten konnte.

Aber auch Johanna erkämpfte sich den Weg bis nach ganz oben. Das Ausnahmetalent erreichte den entscheidenden Griff schloss die Finger fest um ihn und sicherte sich an ihrem 16. Geburtstag ihren dritten Weltcup-Sieg. Anschließend wurde das Ausnahmetalent zur jüngsten Weltcup-Gesamtsiegerin im Klettersport gekürt (stand schon im Vorfeld fest) und von ihrer Familie und ihren Teamkollegen gebührend gefeiert.

„Ich habe mitbekommen, dass Maja weit gekommen ist, aber ich hab mich einfach auf mich konzentriert bin losgeklettert, und habe es bis zum Topgriff geschafft“, freut sich Johanna Ernst. „Es ist schon ein riesen Zufall und etwas ganz besonderes, dass ich ausgerechnet an diesem Tag auch meinen 16. Geburtstag feiern darf. Und es ist natürlich sehr schön, dass meine Familie an diesem besonderen Tag hier ist und mit mir diese Ereignisse feiert“.  

Auch Boulder-Spezialistin Katharina Saurwein wagte sich beim Finale noch einmal in die steile Kletterwand und bewies mit einem hervorragenden 11. Platz ihre Vorstiegsqualitäten.
 
Bei den Herren gelang Nachwuchstalent Jakob Schubert mit einer starken Leistung erneut der Sprung ins Finale. Nur vier Griffe trennten den 18-Jährigen von der Bestmarke des Slovenen Becan Klemen, der vor heimischen Publikum seinen ersten Weltcup-Sieg feiern durfte.Höchst erfreulich aus Tiroler Sicht war auch das Ergebnis von Niederländer Jorg Verhoeven. Der Wahltiroler griff haarscharf an der Bestmarke von Klemen vorbei und belegte somit den zweiten Platz, konnte sich aber mit diesem Ergebnis den Sieg im Gesamt-Weltcup der Herren sichern.