Spannende Wettkämpfe, eine großartige Klettershow vor begeistertem Publikum und zwei neue Europameister brachte der dritte Tag der Kletter-Europameisterschaft in Imst.

Kletter-EM 2010: Gold

Vor tausenden begeisterten Kletterfans kürten sich Ramòn Julian Puigblanque (ESP) und Angy Eiter (AUT) im Tiroler Regen zu den Europameistern 2010 im Vorstieg. Die ÖWK-Stars machten den Lead-Bewerb zu einem Kletterfest der Extraklasse!

Fotostrecke: Kletter-Europameisterschaft 2010 – Tag 3

Fotos: © OeWK

Im Herren-Halbfinale des Lead-Bewerbs unterstrich Tschechiens Überflieger Adam Ondra seine derzeit bestechende Form und kletterte als einziger Athlet zum dritten Mal top. Auf den Rängen 2 und 3 mischten Patxi Usobiaga (ESP) und Überraschungsmann Mikhail Chernikov aus Russland (Plätze 7 und 13 in der Qualifikation) das Feld neu auf, gefolgt von Österreichs David Lama auf Rang 4, Ramòn Julian Puigblanque (ESP), Manuel Romain (FRA) und Jakob Schubert auf Rang 7. Zwei große Namen fehlten im Vorstieg-Finale: Cèdric Lachat (FR) und Jorg Verhoeven (NL) verpassten als 12. bzw. 25. der Qualifikation den Einzug in die Entscheidung.

Herrenbewerb: Spanien vor Tschechien und Österreich

Und dann kam alles anders als gedacht: Nach einer beeindruckenden Vorgabe von Jakob Schubert, der als zweiter Starter ins Finale ging, kletterte bis zu den Top 3 der Qualifikation nur Spaniens RamònJulian Puigblanque weiter als der Österreicher. David Lama verpasste nach einer soliden Leistung das Podest knapp und landete auf Rang 4.

Ein überraschend frühes Ende fand die Perfomance des Titelanwärters und Zweitplatzierten des Halbfinales, Patxi Usobiaga, bereits in der Hälfte der Route. Damit schien der Weg frei für „Kletterwunderknabe“ Adam Ondra (CZE).

Souverän bis kurz vor das Top musste sich der tschechische Nachwuchsathlet jedoch dem fünffachen Rockmaster und neuen Europameister, RamònJulian Puigblanque, geschlagen geben. Die Plätze zwei und drei gehen somit an Adam Ondra und Jakob Schubert!

O-Ton Jakob Schubert:
„Die Stimmung im Finale war einfach nur geil. Vor so einem Publikum eine Medaille zu machen, ist das genialste in meinem bisherigen Kletterleben. Einfach nur Wahnsinn!“

Österreich vor Österreich und Frankreich

Bei den Damen verteidigten Österreichs Asse Angela Eiter und Johanna Ernst auf den Plätzen 1 und 2 ihre Führung aus dem Qualifikationsdurchgang. Die Französin Alizèe Dufraisse kletterte mit einer starken Leistung vom 23. auf den 3. Rang, noch vor Alexandra Eyer (SUI) und Mina Markovic aus Slowenien.

Höchst erfreulich aus österreichischer Sicht auch das Halbfinal-Ergebnis von Barbara Bacher mit Rang 7, für Jugend-Vizeweltmeisterin Katharina Posch bedeutete Rang 9 ein knappes Aus in Imst.

Ebenfalls nicht mit dabei in der Lead-Entscheidung: Die starken Sloweninnen Nataljia Gros (10.) und Maja Vidmar (12.). Im Finale setzte sich Mina Markovic (SLO) als 4. Starterin in einer anspruchsvollen Route deutlich von ihren Konkurrentinnen ab, bis Alizèe Dufraisse aus Frankreich den Reigen der Top 3 eröffnete und die Zwischenführung übernahm.

Spannend machte es die Titelverteidigerin und Zweite nach dem Halbfinale, Johanna Ernst, die nach Startschwierigkeiten ihren Rhythmus fand und dennoch nach Ablauf der acht Minuten im oberen Drittel als Zwischenführende kapitulieren musste.

Souverän vom Start weg kletterte Lokalmatadorin Angy Eiter bei ihrer Heim-EM in Richtung Top. Die nach ihrer Verletzung wiedererstarkte Imsterin ließ sich von einem enthusiastischen Publikum regelrecht nach Oben tragen und klopfte als einzige Starterin am Top an.

Erst kurz bevor sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte, realisierte die frischgebackene Europameisterin ihren Sieg und krönte sich somit erstmals zur Europameisterin im Vorstieg.

Eine starke Leistung lieferte auch die Ötztalerin Barbara Bacher, die mit dem 8. Gesamtrang ihr bestes Ergebnis seit ihrem 7. Platz bei der WM im Vorjahr erzielte.

O-Ton Angela Eiter:
„Das ich das hier in Imst vor meinem Heimpublikum erleben darf ist einfach unbeschreiblich. Das Publikum war fantastisch und hat mich richtig nach oben gepusht. So eine Stimmung habe ich noch nie erlebt. Danke an alle Fans und an alle die an mich nach meiner Verletzung geglaubt haben!“

O-Ton Johanna Ernst:
„Der zweite Platz ist für mich ein Riesenerfolg. Ich bin überglücklich und stolz, dass ich meine Leistung im Finale abrufen konnte. Zum Schluss hab ich voll riskiert und das ist aufgegangen!“

Ergebnis Finale Damen
1 Eiter Angela AUT 57-
2 Ernst Johanna AUT 49 –
3 Dufraisse Alizee FRA 46-
4 Markovic Mina SLO 44-
5 Eyer Alexandra SUI 41-
6 Shalagina Olga UKR 31
7 Durif Charolotte FRA 24-
8 Bacher Barbara AUT 24-

Ergebnis Finale Herren
1 Puigblanque Ramon ESP 47-
2 Ondra Odam CZE 45+
3 Schubert Jakob AUT 45-
4 Lama David AUT 40-
5 Mitboe Magnus NOR 29-
6 Usobiaga Lakunza Patxi ESP 26-
7 Chernikov Mikhail RUS 23-
8 Romain Manuel FRA 14-