Gerhard Schaar
(30) aus Klagenfurt und Penker Josef (33) aus Kolbnitz, wollen mit der
400 Meter hohen „Grüblwand“ im Riekengraben / Reisseckgruppe,
eines der wohl letzten großen Wandproblem der Hohen Tauern, wenn
nicht überhaupt der Ostalpen erstbesteigen. Die beiden Kletterer
haben ihre Vorbereitungen bereits abgeschlossen und auch schon einige
Seillängen eingerichtet. Zuletzt zwang sie die „Schafskälte“
aber zu einer Zwangspause.

Gerhard Schaar, in Klagenfurt lebend, ist ein leidenschaftlicher
Felskletterer, der sich seit mehr als 10 Jahren diesem Sport
verschrieben hat. kletterte bereits rund um den ganzen Erdball
schwierige Sportkletterrouten und einige große Granitwände.
Er ist der Haupterschließer im Maltatal, wo er bisher bereits
über 100 Boulderprobleme, 60 Sportkletter- und 10 Alpinrouten
erschloss, was wesentlich zum Aufstieg des Gebietes in der Kletterszene
im Alpe Adria Raum beitrug. Die Unternehmung auf der „Grüblwand“
sieht er als Vorbereitung auf seine Kletterexpedition ab Herbst, welche
ihn rund um die Welt führen wird.

„Wir haben alles ordentlich geplant und vorbereitet. Während zwei
Tagen haben wir bereits die gesamte benötigte Ausrüstung und
Lebensmittel zu einem selbstgebauten Notbiwak unter dem Wandfuß
getragen. Letzte Woche sind wir dann in die Wand selbst eingestiegen
und haben bereits an die ca. 100 Meter erklettert. Die Schwierigkeiten
der technischen Kletterei sind noch nicht allzu schwer, allerdings muss
man sich als Erstbegeher auf immer neue Verhältnisse einstellen.
Man hat ja noch keinerlei Informationen über Felsqualität,
optimalen Routenverlauf und Absicherungsmöglichkeiten.

Somit muss man immer aufs Neue Widerstände überwinden was das
Unterfangen sehr anspruchsvoll macht. Zudem liegt die Wand auf 2100 bis
2500 Metern Seehöhe, da muss das Wetter einfach passen. Letzte
Woche verhinderte starker Regen ein Einsteigen in die Wand, und diese
Woche ist an einen Versuch bei der eingebrochenen „Schafskälte“
nicht zu denken. Es liegt leicht Schnee in der Wand, es hat Minusgrade
und es weht ein noch viel eisigerer Wind. Wir hoffen ab dieser Woche
wieder auf besseres Wetter!“

Seilpartner Penker Josef aus Kolbnitz freut sich insbesondere
darüber, bei der Erstbesteigung einer so großen Wand dabei
sein zu können: „Für mich ist es einfach super bei der
Erstbesteigung einer so großen Wand dabei sein zu können. Es
ist ja ein riesiges Glück, dass so eine alpine Herausforderung, so
eine tolle Wand überhaupt noch unbestiegen ist. Meines
Wissenstandes nach haben ja schon vor dem Krieg begeisterte Kletterer
aus meinem Ort, die „Strobl Brüder“ und „Hias Kummnig“, eine
Besteigung versucht.

Allerdings war man damals klettertechnisch noch nicht so weit wie
heute, und es fehlte an der notwendigen Ausrüstung. Nun
können wir aber als einheimische Kletterer ein kleines
Stückchen Alpingeschichte in den Hohen Tauern mitschreiben. Ein
schönes Gefühl! Wir rechnen damit, dass wir noch weitere drei
Tage in der Wand klettern müssen, um den Gipfel zu erreichen.“

Aktuelle Berichte von der Erstbesteigung gibt es im Internet unter www.ig-sportklettern.com!

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