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Von
Christoph Müller erhielt ich den folgenden Text.
Dieser ist auch in zwei Versionen als PDF zum downloaden vorhanden.

Der
Schleier Wasserfall in den Tiroler Alpen
ist mit knapp 10 Touren im 11ten Grad sicherlich eines der bedeutensten
Klettergebiete Europas. Nicht zuletzt auf Grund der Fixschlingen
erfreut er sich großer Beliebtheit unter den Hardmovern. Doch das
alte
Material hat seine Tücken, wie ein Karabinerbruch im letzten
Winter
zeigte. Darum entschlossen sich einige junge Locals zu einer
umfangreichen Sanierungsaktion.

Der Schrecken stand Stefan ins Gesicht geschrieben, als er Wolfgang
30cm über den bedrohlich aufragenden Blöcken pendeln sah.
Dieser war
ziemlich schockiert, dass er so weit hatte fallen können, obwohl
er
sich direkt am Haken befand, als er stürzte. Ein metallisches
Blitzen
zwischen den Blöcken lieferte die Antwort: Karabinerbruch.

Kritisch betrachtete Stefan nun auch die anderen Fixschlingen und
meinte trocken: „Wir sollten vielleicht mal ein paar der
durchgescheuerten Karabiner auswechseln.“ Alex wollte sich schon
beschweren, dass er nicht ständig sein Kontingent bei Petzl
beanspruchen kann, als jemand einwarf, dass man ja mal direkt bei den
Firmen nachfragen könne, ob diese uns vielleicht unterstützen
würden.

Auf Stefans Bemerkung, dass man eigentlich auch einige der alten Haken
sanieren sollte und ein paar neue Schraubglieder notwendig wären,
wandte sich Guido mit der rhetorischen Frage: „Wer hat denn eine
Bohrmaschine?“ an Christoph. Dieser verstand die Anspielung und
erklärte sich nach kurzem Zureden bereit, sich um die
Angelegenheit zu
kümmern. Bald fanden sich weitere Helfer und Katrin Sedlmayer bot
an,
ihre alten Kontakte zu SALEWA spielen zu lassen, um Schlingen zu
organisieren. Auf der Winter-ISPO konnten schließlich die ersten
Sponsoren gewonnen werden.

Nach unzähligen E-mails war es dann im Frühjahr 2003 so weit:

Die schweizer Firma HILTI sponserte den Kleber, AUSTRIALPIN die
Klebehaken, SALEWA 50 neue Schlingen und Karabiner.

Standplätze bekamen wir vom KLETTERZENTRUM MÜNCHEN und
KRIMMER steuerte
nochmals ein paar Karabiner der italieneischen Firma KONG bei. Die
französische Firma PEGUET unterstütze uns mit 80
Schraubgliedern aus
Edelstahl und die traunsteiner Brauerei WOCHINGER BRÄU sagte 2
Kästen
Bier für die fleißigen Helfer zu. Die Sanierungsaktion
konnte somit
beginnen.

Im Frühling setzten dann Alex Huber, Reini Percht, Tom Rupprecht
und
Christoph Müller die ersten Klebehaken. Als es Anfangs auf Grund
der
tiefen Temperaturen etwas Probleme mit dem Kleber gab, scheute HILTI
keine Kosten und Mühen und bot sogar an, ein Spezialisten-Team
vorbeizuschicken. Doch auch diese Probleme bekamen wir in den Griff und
im Juli konnten wir schließlich die frisch geklebten Touren mit
den
neuen Schlingen ausstatten.

Am Ende waren die meisten „klassischen“ Touren wie Calimero (7b+),
Helpless (8a), Überraschung (7b), White Wonders (8a+), White Winds
(8a+), Cool your foot man (8a+), Have Fun on Top (8a), Ziag o (7c),
Tequilas Sunrise (7c), Black Jack (7b), Zwergenaufstand (7c), Herzal
(7c+) and Slippery when wet (7c+) komlett neu saniert.

Der Ausstieg von Damengamit (8a+) wurde ebenfalls neu geklebt. Einige
lose Schuppen wurden entfernt oder festgeklebt und einer der
„bedrohlichen“ 500kg Blöcke konnte der überschüssigen
Energie von Hias,
Guido, Tom und Christoph nicht lange widerstehen. Er wurde kurzerhand
zerlegt und bei Seite gerollt. Somit solte dem ungetrübten
Klettergenuss im 9. und 10. Grad nun nichts mehr im Wege stehen.

Christoph
Müller

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