Dreimal Gold, zweimal Silber und ein sensationeller Sieg in der Gesamtwertung. Österreichs junge Kletter-Stars erfüllten bei der Jugend-Weltmeisterschaft im australischen Sydney alle Erwartungen.

Johanna Ernst, (c) joshcaple.comSie kamen, sie sahen, sie kletterten und siegten. Bei der 17. Kletter-Jugend-Weltmeisterschaft hielten die jungen Wilden, was ihre Erfolge an heimischen Kletterwänden im Vorfeld versprochen hatten:

Jeweils eine Goldmedaille ging in der vergangenen Woche an Jakob Schubert, Mario Lechner, und Johanna Ernst (alle Tiroler). Silber sicherten sich Berit Schwaiger (Tirol) und Max Rudigier (Salzburg). Mit vielen weiteren überraschenden Top-Platzierungen konnte sich Österreich von den anderen Ländern abheben und feierte den Sieg in der Gesamtwertung des Vorstiegbewerbs.

„Wir können mit unseren Leistungen sehr zufrieden sein! Die Athleten mussten hart kämpfen. Sie behielten in den entscheidenden Situationen die Nerven und haben mit starken Leistungen vor allem in den Final-Durchgängen bewiesen, dass sie zur absoluten Weltspitze gehören“,
resümierte Jugend-Nationalteamcoach Rupert Messner.

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In absoluter Überform präsentierte sich abermals Kletter-Ass Johanna Ernst. Die Birgitzerin, die dieses Jahr in der Altersklasse Jugend A an den Start ging, kletterte alle Routen ohne Probleme bis zum Top-Griff durch. Mit ihrem dritten Weltmeistertitel in Folge, bewies die 15-Jährige erneut ihre Vormachtstellung in der Vorstiegsdisziplin, welche die Birgitzerin in dieser Saison auch schon im Erwachsenenbereich erfolgreich zur Schau gestellt hat. (Anm.: Ernst gewann die zwei heurigen Vorstiegs-Weltcups überragend)

Die größte Überraschung lieferte die junge Berit Schwaiger. Der 14-jährige Blondschopf war zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft am Start und kletterte bei ihrem WM-Debüt bis auf den zweiten Rang vor. Die Tirolerin verfehlte dabei um nur einen Griff den obersten Podestplatz und musste sich haarscharf der Japanerin Oda Momoka geschlagen geben.
Bei den Herren sorgte Jakob Schubert in der Junioren-Klasse für einen wahren Final-Krimi: Nachdem der Südkoreaner Hyunbin Min und der 17-jährige Innsbrucker in der Final-Route an der genau gleichen Stelle aus der Wand gefallen waren, mussten die beiden in einem Superfinale zu einem erneuten Kräftemessen antreten.Die Halle bebte, als sich die beiden ebenbürtigen Gegner ein Kopf-an-Kopf-Duell boten. Doch Schubert behielt die Nerven und wagte an einer schwierigen Stelle in der Route einen entscheidenden Sprung, reichte dabei einige Zentimeter höher als sein Gegenüber und fixierte seinen zweiten Jugend-Weltmeistertitel in Folge.