Am kommenden Samstag begibt sich das 10-köpfige WM-Team des Österreichischen Wettkletterverbandes (ÖWK) auf die Reise zum großen Saisonhighlight in China.

Bei den Weltmeisterschaften (30. Juni – 5. Juli) in der Provinz Qinghai darf man sowohl auf Newcomer, Titelverteidiger und ein Comeback gespannt sein.  

Wenn die Athleten des Österreichischen Wettkletterverbandes (ÖWK) am kommenden Samstag Richtung WM aufbrechen, könnten die Gefühle und Erwartungen der Athleten nicht unterschiedlicher sein.

Für die Bouldertruppe des Österreichischen Wettkletterverbandes bildet die Weltmeisterschaft in Xining, in der chinesischen Provinz Qinghai (30.Juni – 05.Juli), sozusagen den Abschluss einer gelungenen Saison. Nach einem starkem Auftritt im Boulder-Weltcup (Kilian Fischhuber siegt im Boulder-Gesamtweltcup der Herren, Anna Stöhr wird zweite bei den Damen) dürfen sich die Maximalkraft-Spezialisten beruhigt auf die WM-Reise nach China machen. Und wohl wissend, dass bei einem Großereignis wie der WM eigene Regeln gelten, können sich die Boulderer auf ein spannendes Highlight freuen, für welches sie offensichtlich bestens gerüstet sind.

Anders ergeht es diesmal den Vorstiegskletterern. Die Saison der Gipfelstürmer wird in diesem Jahr mit dem Höhepunkt, der Weltmeisterschaft in China, erst eingeleitet. So steigen die Ausdauer-Spezialisten ohne Generalprobe direkt von der Trainingswand in weltmeisterliche Höhen auf. Trotzdem hoffen die ÖWK-Athleten rund um Johanna Ernst, David Lama und Rückkehrerin Angela Eiter in den vordersten Reihen nicht nur mithalten, sondern auch vorne weg klettern zu können.

Stimmen zur Weltmeisterschaft

Heiko Wilhelm: Nationalteamcoach
„Bei einer Weltmeisterschaft herrschen, wie man weiß, meist eigene Gesetze. Deshalb ist es schwierig im Vorfeld eine Medaillen-Prognose abzugeben. Aber natürlich sprechen gerade im Boulderbereich die Erfolge für sich. Und auch im Vorstiegsklettern gehen unsere Athleten bestens vorbereitet in diesen WM-Saisonauftakt. Deshalb erhoffen wir uns natürlich auf viele Finalteilnehmer und die ein oder andere Medaille.

Kilian Fischhuber: Vierfacher Gesamtweltcupsieger

„Ich bin jetzt schon zum dritten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei und ich muss sagen, bis jetzt wollte es dabei nicht wirklich klappen. Trotzdem konnte ich im Weltcup wieder eine überzeugende Leistung bringen und mein Ziel ist deshalb auf jeden Fall ein Podestplatz.“

Angela Eiter: Comebackerin und zweifache Weltmeisterin (2005, 2007) und somit Titelverteidigerin im Vorstiegsklettern
„Ich konnte zwar bei den letzten beiden Weltmeisterschaften den Sieg davon tragen, aber bei dieser WM werde ich wohl mit weniger zufrieden sein müssen, denn in dieser Saison gehe ich mit ganz anderen Voraussetzungen an den Start. Nach neun Monaten Wettkampfpause (Anm. Eine schwere Schulterverletzung) darf ich bei dieser Weltmeisterschaft mein Comeback an der Kletterwand geben.“

Anna Stöhr: Weltmeisterin (2007) und somit Titelverteidigerin im Bouldern
„Ich habe 2007 den Weltmeistertitel sozusagen als no name geholt. Diesmal gehe ich in der Favoritenrolle ins Rennen. Mein Ziel ist auf jeden Fall ein Finalplatz und dann werden wir sehen, was noch alles möglich ist.“

David Lama: Europameister Bouldern (2007) und Vorstieg (2006)
„Ich fliege nicht nach China um Zweiter zu werden. Ich fliege nach China, weil ich gewinnen will. Natürlich kann es sein, dass man den Sprung ins Finale erst gar nicht schafft. Aber mein oberstes Ziel ist es heuer Weltmeister zu werden, und deshalb werde dort mein Bestes geben.“    

Johanna Ernst: Jüngste Europameisterin (2008) und jüngste Weltcupgesamtgewinnerin (2009) im Vorstieg:
„Ich bin heuer zum ersten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei und deshalb will ich eigentlich einmal schauen wie es läuft. Ich mach mir selbst keinen Druck, ich habe noch so viel vor mir. Klar sehen mich viele in der Favoritenrolle, aber ich finde zum Beispiel auch, dass Angy (Anmerkung: Angela Eiter) in der Favoritenrolle klettert. Eine Podestplatz erhoff ich mir schon, aber wir werden sehen“.