Mit einem Paukenschlag starten Österreichs Kletterer in den IFSC Boulder-Weltcup 2012. In der chinesischen Millionenmetropole Chongqing überrascht Vorstieg-Spezialist Jakob Schubert die internationale Boulder-Konkurrenz und sichert sich in überzeugender Manier seinen ersten Boulder-Weltcupsieg.

ÖWK-Sensation in China: Jakob Schubert gewinnt Boulderweltcupauftakt

Anna Stöhr Weltmeisterin Anna Stöhr schließt nahtlos an die Form der Vorsaison an und startet mit Platz zwei beim Saisonauftakt optimal in den Kampf um den Gesamtweltcupsieg 2012.

In der chinesischen Millionen-Stadt Chongqing verzeichnete der Österreichische Wettkletterverband Samstag Nachmittag einen idealen Start in die internationale Wettkampfsaison 2012.

"Wenn man mit zwei Athleten nach China fliegt und dann mit einem Sieg und einen zweiten Platz die Heimreise antreten darf, dann ist das schon fast unheimlich. Dass Anna und Jakob gut drauf sind wussten wir anhand der Trainingsleistungen. Aber mit einem derart perfekten Saisonauftakt konnten wir nicht rechnen!" war Teamcoach Heiko Wilhelm von der Leistung seiner Schützlinge sichtlich angetan.

Fotostrecke: BWC 2012 in Chongqing, China

Fotos: © Heiko Wilhelm (OeWK)

Ohne Nerven zum ersten Boulder Weltcup-Sieg

Jakob Schubert, der für seine erste volle Bouldersaison die Devise ausgegeben hat "Erfahrung sammeln und möglichst konstant ins Finale klettern" übertraf seine eigenen Erwartungen gleich beim Saisonauftakt. Nach dem Schubert bereits in der Qualifikation Tagesbester war, überzeugte der Tiroler auch im Halbfinale und sicherte sich auf Platz zwei den Finaleinzug der besten sechs Herren. "Der Finaleinzug hat mich richtig gepusht! Für´s Finale gab es dann nur mehr die Devise volles Risiko. Ich wusste ich bin gut drauf und kann nur gewinnen. Denn die Favoriten sind andere!"

Im Finale, das Samstag um 17.00 Uhr Ortszeit vor der Skyline Chongqings über die Bühne ging, setzte Schubert seinen Vorsatz in Taten um. Als einziger Athlet gelang es ihm im Finale zwei Boulder im ersten Versuch zu lösen ("Flash") und sicherte sich den Tagessieg vor dem Franzosen Guillaume Glairon-Mondet und dem Russen Rustam Gelmanov. "Nach dem ich den letzten Boulder geflasht habe, überkamen mich die Emotionen. Es war einfach ein Wahnsinn!"

Schubert will den Ball flach halten

Mit dem Triumph in Chongqing führt Jakob Schubert nach dem ersten Weltcup auch in der Gesamtwertung. Vom Kampf um den Boulder-Gesamtweltcup will Schubert jedoch (noch) nichts wissen. "Im Bouldern ist die Dichte an der Spitze extrem hoch. Da kann es schnell gehen, dass man den Finaleinzug verpasst. Für den Gesamtweltcup gibt es andere, die da in der Favoritenrolle sind. Ich halte den Ball flach und bleib bei meinen Saisonzielen!"

Anna Stöhr gewohnt stark

Im Damenbewerb schloss Anna Stöhr nahtlos an die Erfolge der letzten Jahre an. Österreichs Ausnahme-Athletin boulderte ebenfalls wie Schubert als Führende der Qualifikation in die Zwischenrunde. Im Halbfinale dann zeichnete sich schon ab, dass der  Kampf um den Tagessieg in Chongqing wieder auf ein Duell der wohl stärksten Boulder-Damen der letzten Jahre, Akiyo Noguchi aus Japan und Anna Stöhr aus Österreich, hinauslaufen wird. So kam es dann auch.

Im Finale matchten sich Stöhr und Noguchi in gewohnter Manier mit dem besseren Ende für die Japanerin. Noguchi konnte im Finale ebenso wie Stöhr zwei Boulder toppen, benötigte hierfür jedoch vier Versuche weniger als die Österreicherin."Vor dem ersten Bewerb weiß man nie genau wo man wirklich steht. Mit Platz Zwei bin ich richtig happy!" freute sich Stöhr über den gelungen Saisonauftakt.