Mit guter Form ins neue Jahr gestartet, gelingt Pirmin Bertle (Team Scarpa) Mitte Januar u. a. die fünfte Rotpunkt-Begehung des spanischen Testpieces "A muerte" 9a.

Pirmin Bertle wiederholt "A muerte" (9a)

Doch lassen wir ihn die Geschichte dieser nicht ganz reibungslos verlaufenen Begehung selbst erzählen:

„Links halte ich eigentlich eine ganz gute Leiste für das 2. Fingerglied, rechts eine vertikale Schale, die eingedrehte Position ist stabil, die Tritte gut, die Wand nur senkrecht. Die Passage ist sicherlich mit immerhin satt „fb 3c“ zu bewerten, die vertikale Wandkletterei zuvor sogar eine 7c+.

Fotostrecke: Pirmin Bertle wiederholt „A muerte“ (9a)

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Fotos: © Adrian Stämpfli (Siurana), Roger Jungo (Tarn)

Ich konzentriere mich ein letztes Mal, greife weich und kontrolliert in das Henkelloch über mir. Ein, zwei Sekunden Stille, dann erzittert der Sektor unter meinen Jubelschreien. Zum ersten Mal klettere ich die „fb 3c“-Passage ohne zuvor im Seil geruht zu haben! Und noch besser: die knapp 20 Meter unter mir sind (zumindest offiziell) als 9a bewertet!

Die Gruppe Italiener am Wandfuß muss mich für leicht bescheuert halten, ich kann einfach nicht aufhören, meiner Begeisterung lautstark freien Lauf zu lassen. Lasse ich in Gedanken die Geschichte dieser Begehung Revue passieren, dann muss ich ihnen doch Recht geben: „Leicht bescheuert“ trifft es eigentlich ganz gut.

Die Geschichte beginnt im Frühjahr 2006. Ich klettere die 8c links von „A muerte“ – letztere wird gerade von Rich Simpson aus ihrem 12-jährigen Projektstatus befreit. Er bewertet sie mit 9a, immerhin hat sie Dani Andrada über Jahre hinweg abgeworfen und außerdem findet Rich sie schwerer als „Action directe“. Von unten sieht sie allerdings durchaus machbar aus, viele Zweifingerlöcher, „pure resistance“ – genau mein Ding. Ich behalte die Route im Gedächtnis.

Im Spätherbst desselben Jahres bekommt sie zwei Wiederholungen von Edu Marin und Dave Graham. Die beiden schlagen eine Relativierung der Schwierigkeit auf 8c+/9a vor. Der Hausmeister, Toni Arbonés, versucht allerdings Zwischengrade in Siurana zu vermeiden, im Topo steht also 9a, im Internet ist von beiden Bewertungen die Rede.