Seit der Knochenfund am Nanga Parbat bekannt wurde, überschlagen sich die Ereignisse im „Fall Günther Messner“. Gestern war Reinhold Messner bei Maischberger in der ARD zu sehen, morgen ist eine Pressekonferenz mit Reinhold Messner beim Piper Verlag angesetzt und heute gibt es eine Presseerklärung des A1-Verlags, in dem Hans Salers Buch „Zwischen Licht und Schatten“ erschienen ist.  Ende offen – für Spannung ist aber gesorgt.

Hier die Presseerklärung des A1-Verlags:

Presseerklärung des A1 Verlags zu Reinhold Messners aktuell präsentiertem Knochenfund

Die Behauptung, der Knochenfund aus dem Jahr 2000 beweise, dass Reinhold Messner über die Expeditions-Geschehnisse 1970 und die Umstände, die zum Tod seines Bruders führten, stets die Wahrheit geschildert habe, ist unseriös und nicht haltbar.
Ebenso unseriös sind Reinhold Messners Behauptungen, unser Autor Hans Saler und wir hätten ihn seiner Glaubwürdigkeit beraubt, seien „Verbrecher“ und hätten eine „infame Rufmordkampagne“ gegen ihn betrieben oder ihn gar des „Brudermords“ bezichtigt. Auch seine Unterstellung, wir hätten als Verlag bei der Veröffentlichung des Buches eines angeblich „stil- und charakterlosen Kolporteurs jede Sorgfaltspflicht vermissen lassen“, weisen wir entschieden zurück.

Reinhold Messners Angriffe werden uns nicht daran hindern, auch in Zukunft seriöse Gegendarstellungen zu seinen eigenen Widersprüchen und unhaltbaren Vorwürfen zu publizieren. Deshalb ist Hans Salers Buch „Zwischen Licht und Schatten“ auch weiterhin im Buchhandel erhältlich.

Reinhold Messner nimmt sich selbst die eigene Glaubwürdigkeit, indem er seit über drei Jahrzehnten unlogische, widersprüchliche und immer wieder neue Versio­nen zu den Gescheh­nissen verbreitet. Fakt ist auch, dass Reinhold Messner seit über zwei Jahren den anderen Expeditions­teilnehmern wiederholt unterlassene Hilfeleistung vorwirft – auch wenn er dies ebenso oft wieder leugnet. Letztendlich sind es diese unhaltbaren Vorwürfe, die Hans Saler dazu veranlassten, sein Buch zu schreiben.

Nachgewiesen ist darüber hinaus – dies wird von Expeditionsteilnehmern eides­stattlich bezeugt – dass Reinhold Messner während der Expedition mehrfach und sehr konkret von einem Überschreitungs­vorhaben sprach und auf einem Bild der Diamir-Wand, das er bei sich trug, eine mögliche Abstiegsroute zeigte. Tatsache ist auch, dass Reinhold Messner dies bis heute abstreitet.

Ungeachtet des Knochenfundes spricht deshalb einiges dafür, dass die Entscheidung, auf der Diamirseite abzusteigen, nicht – wie von Reinhold Messner immer wieder behauptet – „aus der Not heraus“ und ausschließlich aufgrund der angeblichen Höhenkrankheit seines Bruders gefällt wurde.

Der angegebene Fundort auf der Diamirseite sagt auch nichts darüber aus, wo genau und vor allem wie Günther Messner ums Leben kam, dies könnte z. B. auch durch Absturz im Gipfelbereich geschehen sein. Die Wand ist steil, und häufige Lawinen und Bergstürze tragen im Laufe der Zeit fast alles hinunter zum Wandfuß.

Die zum Teil ganz erheblichen Widersprüche in den von Reinhold Messner ver­breiteten unterschied­lichsten Versionen zur Trennung der Brüder am Wandfuß (also auf ca. 4.500 m) und den Todes­umständen von Günther Messner tun ihr übriges dazu. Bedenklich stimmt in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass Reinhold Messner im Juni 2003 vor Gericht eidesstattlich nur noch versicherte, mit seinem Bruder bis auf eine Höhe von 6.000 m (also ca. bis auf Höhe des 2. Biwaks) zusammen gewesen zu sein.

Eine kritische Hinterfragung der Geschehnisse von damals drängt sich daher nach wie vor – wenn nicht sogar mehr denn je – geradezu auf.

Im Übrigen tangiert der Knochenfund unser weiteres juristisches Verfahren in keinster Weise.

A1 Verlag
Hippmannstraße 11
80639 München
089 – 172748
info@a1-verlag.de

Siehe auch:
www.reinhold-messner.de
www.a1-verlag.de
Knochen von Messners Bruder am Nanga Parbat gefunden?
Buchvorstellung: „Zwischen Licht und Schatten“ von Hans Saler
Kleiner Verlag lässt sich von Reinhold Messner nicht stoppen
Reinhold Messner: Bergsteigen ist nutzlos!